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Ikaros

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Alle erstellten Inhalte von Ikaros

  1. Ikaros

    Spatzengezwirtscher

    Spatzengezwitscher Wär’ ich doch Dein kleiner Spatz, ich hätt’ in Deinem Herzen Platz! Für Dich könnt’ mein Lied erklingen, müsst’ nicht mit den Noten ringen, könnt’ uns aus den Nöten bringen durch mein Zwitschern und mein Singen – mindestens für kurze Zeit, unsre Sorgen wär’n dann weit! Dich kann ich leider nie erreichen, denn Du lässt Dich nicht erweichen. Nein, Du bist des Nachbars Katze, willst mich jagen mit der Tatze!
  2. Ikaros

    Sonnenhymne

    Stimmt, aber einerseits wurde ich nur so berühmt, andererseits hatte ich einen lyrischen Fallschirm damals dabei. Ich war also nicht nur Fallbeispiel, sondern eher auch Gleitbeispiel. Hoffe trotzdem, dass das Gedicht lesbar war trotz den SCHEINbaren Widerspruch. 😉 Und Ikaros viel oder gleitete ins Meer in erster Linie wegen der Hybris.
  3. Ikaros

    Sonnenhymne

    Wenn Deine Strahlen in mich dringen, und den Wesen, die mit mir erklingen, im Wind die Lebenssegel bauschen, und wir der frühen Klänge lauschen, dann danken wir dem ersten Licht – o Sonne, Du gibst uns Sicht! Wenn vom Himmel Farben regnen und das neue Leben segnen, wenn der Wind färbt sich im Morgenrot, und streift sanft übers Blumenmeer, erwacht Dein gold‘nes Weltenlot – o Herz, was will ich mehr? Wenn Klang und Farbe sich vereinen, sich mischen neu zum jungen Leben, dann möcht‘ auch unsre Seele scheinen, und sich zu Dir hinauf erheben. Du bist es, der den Tag erhellt – o Sonne, Ursprung unsrer Welt! Wenn Deine Strahlen uns berühren, uns kitzeln, aus dem Dunkel führen, so spüren wir Deine große Macht, Dein Licht tritt vor die letzte Nacht. So wärmt Dein Strahlen unser Sein – mein Herz lässt Dich herein! Inspiriert wurde das Gedicht durch die Sonnenhymne des Echnaton, dem altägyptischen Pharao des 14. Jahrhunderts v. Chr.
  4. Hallo Carlos, vielen Dank fürs Feedback. Ja, aus der Naturbeschreibung der Raupe schlüft auch ein Liebesgedicht. Viele Grüße Ikaros
  5. Ikaros

    Bunter Schmetterling

    Graue Raupe, warst wohl niemals satt! Saßest behäbig auf dem jungen Ast, fraßest Dich ganz träg’ durch Dein welkes Blatt – schon schien Dein Antlitz verblasst! Doch die Schönheit war in Dir verborgen, war in Dir ganz tief gehegt, sie bricht heraus am neuen Morgen, dieses Wunder hat mich sehr bewegt. Du wandelst Dich in einen Schmetterling, so schwing die zarten Flügel, schwing! Ich seh’ uns fliegen durch die Welt, sie blüht – wir sind so frei, um nichts bemüht. Ein warmer Wind hat Dich hinweggetragen, in die Welt hinaus willst Du Dich wagen. Du lässt zurück die schöne Zeit, mir ist entflogen unsre Zweisamkeit.
  6. Ikaros

    Meersrauschen

    Die Abendsonne ist getaucht in das warme Weltenmeer. Das Dämmern trägt beinah gehaucht den Mondschein zu uns her. Er leuchtet uns das Meeresrauschen, Wellen brechen seicht an Land, wir lauschen, Du reichst mir Deine Hand. Wir sinken in den nassen Sand, in den Moment und sind gebannt, so branden die Wellen an unsere Füße, des Meeresleuchtens sanfte Grüße, so gleiten wir in Himmelsfunken, in das Sternenband am Küstensaum, in den Lichterteppich rasch gesunken tauchen wir in den unsren Traum! Es erklingt der Nächte Symphonie – verstummt der Tag, die Melancholie. Wir vereint im tiefsten Glück, im ewig leuchtenden Augenblick.
  7. Ikaros

    Rückkehr zur strömenden Zeit

    Ein Buch kann verstauben, seine Seiten verrotten, die Zeit die Lettern rauben, Fest für alle Motten, ein Tempel kann zerfallen, sinken in Grotten, und stürzen die Hallen, dieser Welt sich abschotten – Ewig aber währt die Liebe, wenn sie nicht verborgen bliebe! Sie fließe bei jeder Gelegenheit, sie sprieße in jeder Wesenheit!
  8. Ikaros

    Unser sichere Hafen

    Liebes Kind, Du musst bald schlafen, Dein Bett ist unser sichere Hafen. Du gleitest bald in Deinen Traum und segelst durch den Weltenraum. Die Welt der Träume schwebt herein, sie legt sich über Dich, nun schlafe ein. Mit Wind in Deinen Segeln wirst Du reisen, er lässt dich durch das Traumland kreisen. Wenn aber ein Sturm doch naht, liebes Kind, wenn es brandet und bauscht und tobt der Wind, dann bin ich im Traum an Deiner Seite, nah bei Dir, nicht in der Weite. Mein Kind, so fürchte Dich nicht, denn der Hafen hält der Brandung stand, ich streichle über Dein Gesicht, fest halt’ ich Deine kleine Hand!
  9. Ikaros

    Kleiner Zauberer

    Du mit Deinem Hut mit bunten Sternen, drunter trägst Du so viel Glut – Du möchtest Zaubern lernen. Du hast so manchen Zauber probiert, sehr eifrig die Magie studiert, verzauberst deine Welt aus freien Stücken, auch wenn manche Tricks Dir noch nicht glücken. Den Zauberstab schwingst Du, verzauberst unsre Welt, mach weiter, immer zu, wie schön es Dir gefällt! Doch Stab und Glut und Sternenhut, kleiner Zauberer, reichen nie an jenen Zauber, wenn man Gutes tut. Auch mit der Liebe, die in Dir steckt, mit Mitgefühl und mit Respekt kannst Du verzaubern unsre Welt, die sich dank Dir aufhellt, so kann das kalte Eis abtauen, gar magisch schmelzen durch Vertrauen.
  10. Ikaros

    Schwanengesang

    Ein Schwan schnattert den Abendsang, sein Klang vertont den Sonnenuntergang. Ich fühle den zu kurzen Moment, in goldene Töne gewoben, in dem die Zeit mich nicht mehr drängt, dem Weltenzwang enthoben. – Noch glänzen Deine Haare in der Sonne, es weht ein Wind und streicht des Abends Wonne! Du überstrahlst das Dämmern meiner Welt, sie wird erneut im Abendlicht erhellt. Der Augenblick zergeht zu schnell! Ein letztes Licht streift golden Dein Fell, ich kehr’ heim zur dunklen Stund’, allein mit Dir, mein kleiner Hund.
  11. Es treibt ein letztes Mammut durch die Welt, es singt sich durch die hohen Breiten, wo der Schnee sich nicht mehr lange hält, bald dämmert es in diesen Weiten. Auf alten Pfaden läuft das letzte Mammut, noch hoffend, dass ein Klang sich auftut. Die alte Welt wird warm und heiß, der Schnee verweht, es tropft, noch liegt das Eis. Schon schwülstig ist die Eiszeitluft, als das Schicksal aus der Ferne ruft: „Einsam bist Du, warm wird Dir dein Parkett, sing der Welt ein letztes Eiszeitsonett!“ Ein letztes Lied noch hat er ihr verfasst, der Leere, diese war dem Tier verhasst. Als Künstler lebt es in seiner Blase, die aufplatzt in der letzten Eiszeitphase. Es schwingt hinaus sein Rüsselklang, die Steppe bebt und lebt durch den Gesang! Die ganze Wildnis mochte stöhnen, die Menschen aber zum Klange strömen. Dem Künstler lauscht sein bestes Publikum, so endet bald sein letztes Konzert, denn die Jäger treibt der Hunger um, denn er war trotz der Musik begehrt!
  12. Ikaros

    Riffgesänge

    Ich soll nicht zu weit treiben, des Meeres Wagnis meiden! Die Luft sei schnell bei mir heraus! Allein wär’ ich, die Ferne ein Graus! – Geflüchtet vom Heimatatoll, im Trotz, Deine Weisheiten ein Groll. Gesunken ist das Gummiboot (kein Schiff), allein gestrandet am Korallenriff. Riecht den strengen Bananenduft! Palmen spenden kühle Luft, ein Strohhut sitzt auf sturem Kopf, welch armer, armer Tropf! Gezählt wird hoch zur drei, denn Deine Fidel ist dabei. Es summte nun ein Seemannslied, das der Welten Freuden mied: „Streifen wollte ich die Welt, mein Boot stach aus dem Riff ins Meer. ‚Gab’s denn nichts, was Dich hier hält?‘ – Deine Tränen wogen schwer. War Luft mehr als Metapher? Dein Riff stach aus dem Meer ins Boot. Warum wollt’ ich keinen Rat mehr? Raus die Luft und drin die Not!“
  13. Die Kamelmutter vor unsrem Zelt starrte lieblos auf das weite Feld. Ihr kaltes Herz hatt’ uns berührt, unsre Wärme mied sie ungerührt. Dem Fohlen, ihrem ersten Kind, fror das schwache Herz im starken Wind. Es trieb allein auf karger Flur, seine Mutter fern, wo blieb sie nur? Die Erstgeburt war voller Schmerz, es brannte aus das Mutterherz, entfernte sie von ihrem Kleinen – die Liebe tot, musste man meinen! Ein Schamane sagt, was ist zu tun, er stellt der Kälte eine List. Das Herz war zwar gefroren nun, doch weiß er, dass noch Liebe ist. Die Geige lässt er sanft erklingen, Klänge dringen in das kalte Herz. Das Herz, es mag nun lebhaft schwingen, verklungen bald der tiefe Schmerz. Die warmen Tränen wollen fließen, Mutterkeime möchte sprießen. Kennt der Geiger doch das schöne Lied, das dem Herzen die Kälte entzieht. Dieses Gedicht ist Hommage auf den deutschen Dokumentarfilm „Die Geschichte vom weinenden Kamel“ aus dem Jahr 2003; Buch und Regie stammen von Byambasuren Davaa und Luigi Falorni.
  14. Hallo Carlos, vielen Dank für die Idee mit dem Perspektivwechsel. Die Idee mit dem lyr. Ich im Marmor war als Ironie angelegt, da der Marmor ja nichts fühlen kann. Aber die Idee mit der menschlichen Seiten ist vielleicht interessanter. Weil so noch eine Weitere Zeitebene eingebaut wird, nämlich die Gegenwart des lyr. Du. So hat man: Vergangenheit, eine Gegenwart (lyr. Du) nach dem Untergang und ein Wunsch für die Zukunft!
  15. Ikaros

    Das Heimweh des Marmors

    Ich bin alt, gar steinaltes Gestein, in mir verborgen uraltes Sein. Man brachte mich her, einst, aus meinem Paradies am Marmarameer. Geschlagen, gehauen, aufgestellt – Glanz wurd’ ich in der Küstenwelt. Ich wurde des Poseidons Büste, die stolz blickte auf die Weltenküste. Als Anker für den hohen Zweck, so ragte ich prachtvoll vom irdischen Deck. Ob Opfer, Weihrauch, edler Trank, gespendet wurd’ in meinem Schatten Dank. Doch kurz nur roch ich dieses Leben, gestürzt mein Glanz nach einem Beben. So sank ich nieder vor langer Zeit in die weichen Schichten der Vergänglichkeit. Schicksal, vollende mein Sein, so führe meinen Marmorschein zurück zum festen Urgestein!
  16. Ikaros

    Frühlingsliebe

    Der Frühling färbt der Welten Gaben, den Pinsel hältst Du in den frischen Wind und streichst Dein Herz erneut mit Farben, die trotz Zeiten Mühe verblichen sind. Der Frühling streichelt Dein Gemüte, so spiegelt sich die Welt in ihrer Blüte. Eine Göttin spielt die Harfensaiten, ihre Klänge klingen übers Feld. Töne dringen in die Frühlingsweiten, reichen neue Hymnen in die Welt. Deine Seele fließt in ihre Lieder, ach, eure Liebe sprießt bald wieder! Ihr trefft euch an der Quellen Wiege, an der Liebe erstem Ort, wo die Wärme stets obsiege, so bindet euch erneut mit eurem Wort. Der Frühling kommt im Farbenklang, das Weiß, es weicht hinfort – es singt mit jedem Amselsang des Jahres neuer Hort.
  17. Wenn des blinden Harfners Klänge klingen, sind seine Saiten nie verstimmt, wenn die Tempeldamen lüstern singen, ist meine Seele auch gestimmt. Es spielen süß die Saiten, schwingend, sie bringen mich erneut zum Schweben, so ist allein sein Klang eindringend – ich möcht’ mich in mein Selbst einweben. Was sonst mir nah, nun ist es fern – der jüngste Tag, das Gestern. Aus mir strömt aus, was würd’ verrinnen. noch schmiegen sich Bauchtänzerinnen. Im Echo der Saiten verhallen die Sorgen. So nah, zu nah am nächsten Morgen! Von seiner Harfe lässt der Blinde, die Tempeldamen tänzeln fort, der Harfenton zerstreut im Winde, der Klang zergeht im Murmelwort. Ich tauche aus dem Meer der Klänge, und strande an der alten Liebe, sie zerrt mich aus der Menschenmenge – Ob ich diesmal bei ihr bliebe? An ihrem alten Herd – doch nur hier lebt’s sich unbeschwert! Das Bild zeigt einen Harfenspieler, einen blinden, aus dem Neuen Reich, Altes Ägypten, 14. Jahrhundert v. Chr. (Grab des Nacht, 18. Dynastie)
  18. „Ein Mohn steht auf dem Feld uns nah, erhaben sein Anblick, wunderbar! So schau, er trägt die schönste Blüte, im Spiel der Kronenblätter glänzt das Licht!“ – Doch Dir war’s wohl nicht im Gemüte, erstarrt war Dein Gesicht. „Im Westen hat der Mohn geblüht, als der Sturm des Feuers war verglüht. Es furchte das Grauen das Ernteland es düngte die Gräben, das dunkle Meer. So trieb auf ihm ein rotes Blumenband – sein fernes Antlitz wiegt mir schwer“. Es flossen Tränen über viele Wangen – die Welt war aus dem Lot, so tief in Dir war nichts vergangen, aus Deiner Seele drang die Not. Der Weg mit Dir ist lange her, der Zeiten Last war mir auch schwer So blühe, Mohn, ganz unberührt! Der Wind hat uns hinfort geführt. Das erste Gedicht "Die Mohnblume" habe ich in der Form komplett überarbeitet, ohne am Inhalt bzw. an der Allegorie etwas zu ändern. So ist ein zweites entstanden. Ich danke allen kritischen Anmerkungen zur ersten Version.
  19. Danke Josina, ich habe das Gedicht jetzt überarbeitet. Ich poste es heute Abend noch mal.
  20. Am Feldweg blühte einst ein Mohn, ihn erblicktest Du mit viel Argwohn. Ich sagte: „Schau, er trägt die schönste Blüte, im Glanz der vielen Blätter tanzt das Licht“ – Du aber hast gewendet Deine Sicht. Im Westen, auf den Erntefeldern, dort, sagtest Du, hat der Mohn geblüht, als der Feuersturme war verglüht. Verdrängte Narben furchten das Land, darüber wuchs der Mohn, das rote Meer, ein blühend’ endlos Blumenband. Tränen flossen über deine Wangen – tief in Dir war’s nie vergangen. Die Welt war kurz nur aus dem Lot, in Deinen Augen gespiegelt die Not. Der letzte Spaziergang mit Dir ist lange her, die Last der Zeit wog Dir sehr schwer. Die Blume möge blühen, unberührt, "Auf das Leben!", sagtest Du, ein Wind hat uns hinfort geführt.
  21. Ikaros

    An der strömenden Zeit

    O Zeit – was ist Dein Sinn? Du schreitest immer weiter, mal sind wir traurig, mal sind wir heiter. Du ewig mächtiger Strom! Du fließt hinab zum fernen Meer, von unser aller Ursprung her. Jedes Wesen wird auf Dir getragen – Du gehörst zu unsren letzten Fragen. Was bedeutet Dein Fließen, was unser Fort- schreiten, dem wir nicht entrinnen? Wir sollten uns besinnen auf des Lebens Moment, auf des Schönen Firmament, an jedem Ufer, jedem Ort. Ist ewig alle Liebe? Schön wär’ es, wenn sie nicht verborgen bliebe. Sie möge fließen, zu jeder Zeit, sie möge sprießen in aller Wesenheit!
  22. Da die Dürre sich schon lange hält, ist vertrocknet das Savannenfeld. Hinein in die weite Wolkenwelt dringt der Jammer, dass kein Regen fällt. Ein kleiner Tropf hat hinuntergefunden, er eilte sehr lang, viele Stunden. Er sucht sein Ziel auf unsrer Erde, es durstete dort unten jede Herde. Liebe Savanne, hab’ nur Geduld, dass er zu spät kommt, ist nicht Deine Schuld! Das Klagen hört man weit und breit: „Wann kommst Du endlich, Regenzeit?“ Schon bald beginnt die nasse Phase! Du springst in eine Löwennase, es kribbelt, sie muss ganz laut niesen, bald fängt es an so schön zu gießen! Das Himmelszelt beginnt zu beben, wer es nicht glaubt, muss es erleben! Die Wolken schrecken auf voll Schauer, er strömt herab (nur kurz die Dauer). Geballt war kurz die Löwenkraft, in die Savanne tropft der Lebenssaft.
  23. Seht ihr diese alte Stadt? Ihre Mauern lagen unterm Sand der Zeit, neulich erst wurden sie befreit. Hört ihr diese exotischen Klänge? Seht ihr diese ferne Menschenmenge? Riecht ihr auch den Basar, spürt das Gedränge? Einst blühte hier das volle Leben (dies erinnert mich ans alte Theben) – Kinder spielen auf den Plätzen heiter, Karawanen ziehen abends weiter, Händler bieten ihre Waren feil, Priester spenden Reisenden ihr Heil. Ich rast’ an diesem Ruinenort, der Tag ist schon geschritten fort. Hier im schönen Samarkand setze ich mich in den Wüstensand. Meine Führer zünden an ihr Licht, alte Zeiten kommen mir in Sicht! O Samarkand im fernen Osten! Gabs hier einen Außenposten? Haben Reichtümer sich hier befunden, Ost und West sich eng verbunden? All dies ist mir nah und fern, meine Blicke schweifen ab ins Gestern. Wurde Hummus aus dem Westen hier serviert, in der Art des Fernen Ostens reich diniert, übern Preis von edlen Waren debattiert und die Höhe einer Mitgift diskutiert? Hat man manch schöne Tempel konstruiert, gemeinsam fremde Riten zelebriert, Kong Fuzi eifrig, lustvoll gar studiert und Manis alte Schriften rezitiert? Wurde über diese schöne Welt sinniert, übern Strom der Zeit sogar philosophiert, über Alexanders Weltreich phantasiert und zusammen über den Sinn meditiert? O, diese Welt und dieses Reich – sie liegen wahrlich in der Luft, die mich sanft durch die Ruinen ruft … …Weiter möcht’ ich hier verweilen, doch es schwindet mir das Licht, in mein Lager sollt’ ich eilen, bevor die Nacht einbricht. Bei Tag zieht es uns fort mit den Kamelen, vorbei an alten Mauern, alten Stelen … Verstummt der Klang der alten Zeit, die Seidenstraße aber führt noch weit!
  24. Ikaros

    Küstendämmerung

    Ich sitze unterm Sternenzelt und blick’ hinauf in Deine Welt. Verbunden mit Dir Stern da oben – Mein Herz! Es wollte toben, als es Dich erstmals leuchten sah, Du bleibst mir immer, immer nah. Mein Sein gleicht einer kalten Wüste, allein bin ich an jener Küste, wo unser Sternenmeer bedächtig brandet, mein Äußeres bleibt hier gestrandet. Ich wäre gern bei Dir geblieben! Die Augen hab’ ich mir gerieben. O mein Herz! Du wirst nicht trübe – es ist spät, ich werde müde. In der Nacht klingt mir der Sternenschmerz - er findet stets mein fernes Herz.
  25. Ikaros

    Vom fliegen im Wind

    Ich sollte mehrmals richtig husten, der Magier begann zu pusten. Es wurde aber nichts daraus, das große Feuer in mir blieb aus. Ich habe oft versucht zu speien, gehört dies nicht zu meinen Weihen? Mein Innenfeuer musst’ doch brennen, mich sollt’ doch jeder Drachen nennen! Der Doktor schaute in den Rachen, er fand kaum Wärme in mir Drachen. Mir fehlt wohl etwas Temp’rament, ob dieses Wort hier jemand kennt? Ein Junge läuft mit Freud’ zu mir und fragt: „Hi Drachen, wie geht’s Dir?“ „Da draußen weht ein rauer Wind, wie kann ich helfen, liebes Kind?“ Der Junge zeigt auf meine Leine, „Du Drache bist ja ganz alleine! Luft brauchst Du und kein heißes Feuer!“ – und bald beginnt das Abenteuer! Er lässt mich in die Höhe steigen, ich möchte mich vor ihm verneigen. Hab’ meinen Sinn dann doch gefunden, dank Wind kann ich die Welt erkunden.
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