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Carolus

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Über Carolus

  • Geburtstag 12.01.1940

Autorenleben

  • Lieblings Autoren / Dichter
    Heine, Büchner, Kafka, Tucholsky, Brecht, Celan, Domin

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  1. Carolus

    Ende eines Sommertraums

    Ende eines Sommertraums Des Knaben reine Lust an heißem Sommertag mit beiden Händen der Quelle kühles Nass seinem verschwitzen Gesicht zu spenden, ist längst verflogen. Einst saß er dort mit einer Liebsten, als beider Welt noch frisch und jung. Dass Liebesglück und Quelle je vergehen, wer konnte damals in eine Zukunft sehen, in der an diesem Ort der Quelle Sprudeln seit Jahren ist versiegt, verdorrt. Ein Sinnbild für das Leben? Gedeiht doch alles Wachsen durch Wärme, Licht und Wasser. Fehlt eines dieser Elemente, drohen selbst Quellen Siechtum, Sterben, Ende. Wer glücklich eine gefunden, und Schluck für Schluck die Gabe der Natur genießt, fragt sich: „Wie lange noch wird sie mir kühles, reines Wasser schenken, ohne sofort an Glyphosat und Nitrat zu denken?"
  2. Carolus

    Zwei Sonnen

    Zwei Sonnen treten in meinen Morgen ein: Lächelnd und greifbar nah die eine, strahlend und fern die andre, spürbar auf meiner Haut. Empfindungen, durchtränkt von Seligkeit, sprudeln ans Tageslicht: Strahlend Erhebendes, Göttergleiches. In stillem Einvernehmen wagen wir den ersten Pas à Deux. Doch alle Gestik, alles Drehen, Wenden, Winden, Wirbeln reicht nicht hin, Gefühltes im Tanz restlos auszudrücken. Bald weiß ich nicht mehr, wer und wo ich bin. Alles wird Musik, erfüllt mich mit Dankbarkeit. Zusammen überfliegen wir die schönsten Plätze unserer Erinnerung, steigen auf zu Höhen, wo Freisein und Heimat für jeden zu Hause. Zumute ist uns, als setzten wir einen Fuß auf die Erde eines unbekannten Landes, wo einst die Götter zu Hause. Ihren leeren Himmel beleben wir mit Sternen, gefüllt mit unseren Sehnsüchten nach liebendem Einssein mit allem, was ist.
  3. Liebe Claudi, der von Dir hier vorgestellte Entwurf "ihr lächeln ist mein täglich brot ihre umarmung meine butter mein honig ihr kuss ist einfach genial! Bisweilen ist das Geniale soooo (!) einfach, das Einfache im Genialen zu finden soooo (!) schwer. Der Aufbau bzw. die Struktur dieses Dreizeilers ist klar gegliedert, die Aufeinanderfolge der entscheidenden Substantive ("Lächeln, Brot - Umarmung, Butter - Kuss, Butter") durchdacht, gleichsam geometrisch. Die Überraschung folgt in der dritten Zeile durch die Umkehrung der bisherigen Abfolge. Gerne würde ich Deinen Vorschlag übernehmen mit einer kleinen Änderung: Das "ist" in der ersten Zeile weglassen. Dann wäre es m. E. perfekt, denn kürzer geht es nimmer. Ginge das? Herzlichen Dank für Deine Mühe Lieben Gruß Carolus
  4. Hallo Lorenz, herzlichen Dank für Dein willkommenes Lob und Deine bedachte Anregung. Auch mir hat die Formulierung der dritten Zeile "ihr kusss honig ihrer blüte" nicht behagt, aber ich fand nichts Passenderes.. Vielleicht wäre "ihr Kuss der Honig meines Gaumens" eine Möglichkeit. Lieben Gruß Carolus Lieber Carlos, "Ich würde es beim ersten Vers lassen, lieber Carolus." schreibst Du und liegst mit dieser Aussage völlig richtig, denn Weniger ist auch hier tatsächlich Mehr, substantiell wie essentiell. Leider fehlen mir dabei die Farben der beiden anderen Zeilen und die geben dieser "Erklärung" ein besonderes Kolorit. Die Dreiheit ist, wie Du selbst weißt, uralt (drei Gottheiten an der Spitze der christlichen Überlieferung wie in griechischen Mythen. selbst Pythia saß auf einem Dreifuß. "Tres faciunt collegium" u.a.m.. Selbst im allgemeinen Volksverständnis wie in der Literatur hat die Zahl drei ihren festen Platz gefunden: "Alle guten Dinge sind...!" führst Du an für eine nicht nur typisch deutsche Verhaltensweise. In diesem Sinne ein dreifaches Dankeschön und drei mal drei Stunden köstlichen, erholsamen Nachtschlaf wünscht Dir Carolus
  5. Carolus

    leben mit ihr

    leben mit ihr ihr lächeln mein täglich brot ihre umarmung meine butter honig ihr Kuss
  6. Lieber Carlos, lieber Heiko, gerade zieht ein Gewitter über uns hinweg, und ich muss wohl oder übel meine Arbeit mit dem Holzsägen unterbrechen. So nutze ich die Zeit, um Euch sofort zu antworten. Vielen Dank für Eure verständnisvollen Beiträge. Der Anfang dieses Textes begann gestern Morgen, als ich in der Früh nach nächtlichem Regenguss durch den Wald stolperte, mehr in Gedanken in Odessa als auf dem Waldpfad (Ich lernte eine Dozentin aus dem dortigen Musikkonservatorium im Sprachunterricht kennen und erfuhr deren persönliches Fluchtschicksal), fragte ich mich unvermittelt: "Wo bist du eigentlich? Nicht hier noch dort? Wer gibt dir an, was du zu denken hast?" Ich besann mich, hielt inne und versuchte wahrzunehmen, was unmittelbar um mich sinnlich wahrnehmbar war und ist. Nach einiger Zeit gelang, was ich in dem Gedicht zu vermitteln versuche. Somit kann ich auch Eurer beider Stellungnahme ohne Einschränkung befürworten. Dieses "Eins-sein" ist schon etwas Besonderes. Das Gewitter verzieht sich langsam, und ich freue mich, meine Arbeit mit dem Holz fortsetzen zu können, denn der nächste Winter kommt gewiss. Liebe Grüße Carolus
  7. Carolus

    Beim Gang in einen Sommermorgen

    Beim Gang in einen Sommermorgen nur wahrnehmen - die Düfte nach dem Regen, - die frische Kühle auf der Haut - die Vielfalt von Grünem - die Geräusche von Steinen und Wurzeln - das Gezwitscher der Waldvögel - das Handzarte windbewegter Gräser - die Walderdbeeren auf der Zunge nur fühlen, spüren, riechen, hören und schmecken, was ist. Dasein im unbewussten Sein einmaliger Augenblicke, frei von der Knechtschaft der Gedanken, ist Eins-sein mit allem!
  8. Liebe Pegasus, du hast völlig recht, wenn Du schreibst: "Ich finde, jede Blume hat wunderbare Eigenheiten, die einen Staunen lässt." Hier stimme ich Dir vorbehaltlos zu. Schon oft habe ich Wiesenblumen in Gedichten gewürdigt, angefangen vom Gänseblümchen (vgl. "Maßliebchen beendet meinen Winter") bis hin zu Lilien und Orchideen auf heimischen Fluren. Doch jedesmal staune ich über die sich entfaltende Pracht der unterschiedlichsten Rosen in unserem Garten. In diesem Jahr ist ihr Wachstum außerordentlich und kann mich kaum von ihrer Pracht und Fülle lösen. Ich habe schon ironisch gelästert: "Hoffentlich ist dies dein letztes Rosengedicht." Immerhin habe ich eine einzige Blüte in mein Herz geschlossen, und ihr verdanke ich dieses Gedicht. Auch Dir danke ich für deinen treffenden wie bedenkenswerten Kommentar. Lieben Gruß Carolus
  9. Carolus

    Solange ein Himmel über uns

    Solange ein Himmel über uns Rose, du wundervolles Wesen aus dem Pflanzenreich, ich weiß nicht, was mich zu dir hin zieht. Deine ungewöhnlichen Erscheinung? Die Farbe deiner Blütenblätter? Der Kelch, der eine Königin krönt? Der Duft, für den mir Worte fehlen? Ich spüre nur: Ein Meisterwerk bist du, ein Streich von göttlichem Genius, geformt aus einzigartiger Schönheit und künstlerischer Liebe zur Natur. Vor meinen Augen stehst du still, strahlst einen Frieden, wie ich ihn nicht besitze, in diese wirre Welt. Ohne Klagen wirst du gehen, wenn deine Zeit im Feuer verglüht. Rose, stürmische Zeiten stehen uns bevor. Rasch wechselnd erscheint das Wetter der Welt, im Kleinen verdichtet zu Verheerendem, zu überflutetem Ackerland, zerbrochenen Häusern, zu Qualen von Tagen wie im Feuerofen. Von Hunger, Kriegen und Elend ganz zu schweigen. Stumm und ergeben erträgst du die Zerstörung deiner Schönheit auf der Welt. Doch bleiben unsre Wurzeln, tief ins Erdreich eingebunden. Die Hoffnung auf ein Leben auch in Zukunft keimt, solange noch ein Himmel über uns.
  10. Liebe Juls, liebe Ostseemöve, herzlichen Dank für die freundliche Anerkennung! Froh bin ich das Naturerlebnis dieses Morgens einigermaßen fühlbar vermitteln konnte. Dabei stoße ich immer wieder an die Grenzen meiner Ausdrucksmöglichkeiten und merke, dass gute Musik mehr emotionale Nuancen ausdrücken kann als Worte vermögen. Ich hoffe, die Grenzen zu meinem Gunsten verändern zu können. Liebe Grüße sendet und eine erfreuliche Woche wünscht Euch Carolus Lieber Horst, lieber Carlos, ein herzliches Dankeschön für den anerkennenden Beifall. Der von Horst erwähnte Begriff "Naturbeschreibung" lädt zum Nachdenken ein. Da beobachtet einer bestimmte Phänomene der Natur und versucht das "Wahrgenommene" in bestimmten Worten eine bestimmten Sprache umzusetzen bzw. zu "beschreiben". Inwieweit hier Realität und Fiktion zur Deckung gebracht werden, darüber lässt es sich trefflich nachdenken und streiten. Euch eine gute Woche mit Inseln wahrer Freude! Lieben Gruß Carolus!
  11. Der Wunder ungezählte Fülle Wie köstlich duftet mir der neu gebor`ne Morgen, der kurz nach Mitternacht durch regenfrische Duschen zum Leben aufgewacht. Neugierig folge ich am Waldrand seinen Spuren. Ein zarter Nebelschleier schwebt empor zum blassen Himmel, indes die ersten Sonnenstrahlen sich durch filigrane Schattenspitzen von Buchen und Birken zwängen. Auf regenfeuchten Fluren, gezaubert wie von Geisterhand, weitet sich viel tausendfach ein Blitzen, Funkeln, ein Spiel von Farbenkugeln auf Gräsern, Blättern, Blüten aus. Im tiefen Waldgrün lausch ich hier und da den Morgenständchen mancher Amsel, stolper über Wurzeln, über Brombeertriebe Gräser nässen meine Stiefel. „Ach, was soll`s?“ Wie berauscht halt ich inne, ahne, dass ich jemals nur einen Bruchteil ungezählter Wunder erfassen und in meiner Seele wie einen Schatz bewahren kann. Wanderlieder singend, stapf ich fröhlich weiter, wenn auch mein Mai schon längst vorbei.
  12. Carolus

    Auroras Rose

    Lieber Carlos, leider komme ich erst spät zu einer Antwort auf Deine Laudatio, da heute Erntetag für Kirschen auf unserem Gelände stattfand. Ein schöneres Lob als deines hab ich selten für meine lyrischen Versuche bekommen. Darüber freue ich mich von Herzen und bin im Augenblick gewiss wie eine Dampfnudel in die Höhe gegangen und bestimmt um zwei, drei Zentimeter gewachsen. Meines herzlichen Dankes sei gewiss! Zur Zeit beschäftigen mich die vielfältigen Bilder umgebender Natur besonders intensiv, als ob von ihnen ein magischer Zauber ausginge und ich durch diese einen tieferen Einblick in Leben an sich bekommen könnte. Leider giit es dabei auch, Wut und Schmerz über die Un- einsichtigkeit und Rücksichtslosigkeit von tumben, ignoranten Zeitgenossen auszuhalten. Dennoch überwiegt die Freude über die Fülle ungezählter Wunder der Natur. Dir einen lieben Gruß und eine sanfte Landung in der Waag(ge)rechten Carolus
  13. Carolus

    Auroras Rose

    Auroras Rose Noch ist der Schönheit Schoß dem Blick verschlossen. Doch schon wölbt sie in Anmut Blütenblätter zum Auftakt ihres Sommerreigens. Bisweilen habe ich in ihr der Morgenröte sanftes Farbenspiel gesehen und spürte tief in mir, ich könnt` vor Zärtlichkeit und Wonne schier vergehen. Der gertenschlanke Stiel, die Zweige mit den Hakendornen, die Tautropfen, die vom satten Grün der Blätter erdwärts kullern, die Blütenkrone im ersten Sonnenlicht: Mit ganzer Seele freu ich mich, doch weiß ich wohl, die Zeit des Reifens, des Vollendens nur einen kurzen Sommer dauert, bis welk und kraftlos deine Blütenblätter zur Erde niedertorkeln. Dies schmerzt im Augenblick. Bald fließt in meines Herbstes Wein die Bitternis über den Zerfall von soviel Schönheit ein. Doch tröstet mich: Du trägst in dir die Samen für weitres Blühen in der Morgenröte Farben, in Sommern, die uns noch hoffen lassen.
  14. Lieber Heiko, eigentlich bin ich gegen eine Klassifizierung von Menschen, gibt es doch so viele Individuen wie Typen von Menschen, so dass die Reduktion auf drei Klassentypen höchstens eine "hilfreiche" Vereinfachung darstellen kann. In der Pfalz werden im Volksmund die Klassentypen mit dem Daumen der rechten Hand aufgezeigt: Daumen senkrecht nach oben sind solche, die oben walten und schalten, Daumen vertikal zeigt den Durchschnitt der Bevölkerung, solche, die durch Schaffen nicht reich werden. Daumen nach unten: Solche Zeitgenossen fallen einfach durch und sind nicht für große Änderungen zu haben. Wenn Du mich fragst: "Wer hat es am schwersten und wer wird draus reich?" kann ich Dir nur antworten" Derjenige, der unentwegt und unbeirrt für die Erhaltung von Natur und Umwelt kämpft, mag auch die Entwicklung gegen ihn sprechen, der sammelt Erfahrungen, Einsichten, die mit den Jahren einen großen inneren Reichtum bilden. Der äußerer Reichtum mag schnell vergehen, wie wir derzeit durch den Krieg in der Ukraine feststellen müssen. Dich grüßt herzlich der Verfasser des "schweren, traurigen Gedichtes" Carolus
  15. Carolus

    "Verflucht" scheint mir

    „Verflucht“ scheint mir der Anfang dieses wirren Säkulums , als ob die unbeglichnen Rechnungen, von einer Generation zur nächsten angehäuft, jetzt uns den Atem zum freien Leben drosselten. Hat jemals eine überirdische Gewalt Länder, Menschen, Kontinente zu Hungersnot und Elend gezwungen? Sorgte sich je die Mehrzahl der Satten um das Wohlergehen derer, die auf Suppenküchen angewiesen? Das Schicksal unserer Natur, das Bild, den Zustand dieser Welt formt jeder von uns mit als Täter, Opfer oder Richter. Sein Handeln fließt tagtäglich ins abschließende Urteil ein. Noch sind wir auf Bewährung hier, um ein rechtes Maß zu finden und Antwort auf die Fragen: Was hab ich dazu beigetragen, dass Leben sich noch in Zukunft lohnt? Wie weit bin schuldlos schuldig ich und werde es?.
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