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alfredo

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Über alfredo

  • Geburtstag 15.09.1942

Autorenleben

  • Lieblings Autoren / Dichter
    Joseph von Eichendorff, Friedrich Hölderlin

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  1. alfredo

    Der Tod eines Zechers

    Am Gestade sitzt der alte Zecher, kraftlos hält die Hand den Becher. Dahin der letzte Lebensmut, in seinen Adern stockt das Blut. Sein Blick schweift hin zum Horizont, wie er's von Jugend an gewohnt. Die Sonne taucht ins Wasser ein, bald wird sie verschwunden sein. Ans Ufer schwappt die sanfte Welle, wo schon der Knabe war zur Stelle. Der Mond schien silbern himmelweit, der Jüngling liebt' hier seine Maid. Sie kosten lange Hand in Hand, schon bald zerriss dies zarte Band. Durch Schicksals trügerisches Walten, konnte er sein Glück nicht halten. Gereift zu voller Mannesstärke, gelangen ihm manch große Werke. Doch Unvernunft und Übermut, erregten gar der Götter Wut. Im Wechselbad der Lebensfahrt, hat manches Trugbild ihn genarrt. Er suchte Trost im Alkohol, der machte erst das Unheil voll. Nun harrt er hier an alter Stelle, und hofft auf die Erlösungswelle. Dem ewig gleichen Meeresrauschen, will er hier zum Abschied lauschen. Am Morgan sah man tot ihn liegen, ein Lächeln war auf seinen Zügen. Bald wird auch er vergessen sein, die Zeit verrinnt und ebnet ein.
  2. alfredo

    Der Menschenfresser

    Es war einmal ein junger Mann, von einem Kannibalen-Stamm. Der ging just auf Freiersfüßen und wollte seine Liebste grüßen: O komm zu mir, die du so fern, ich hab' dich doch zum Fressen gern!
  3. alfredo

    Der Hosenkaufzwang meiner Tochter

    Die Angst vorm Unten-ohne-Laufen, lässt sie dauernd Hosen kaufen. Auch wenn sie gerne darauf pfiffe, Sie ist im Hosentraumawürgegriffe. Der Schrank ist voll, schon quillt er über, Shoppen geht sie desto lieber. Am End' verzweifelt sie daran, wann zieh ich all' die Hosen an? Und kommt sie einmal in den Himmel, dort kennt man keinen Hosenfimmel. Dem Himmel sind die Hosen fremd, zwei Flüglein wachsen durch das Hemd...
  4. alfredo

    Todessehnsucht

    Halle Margot und Carlos, das Gedicht ist schon 2016 entstanden während einer depressiven Phase meines Lebens. Die Ungewissheit, was mit uns nach dem Tode geschieht, ist eine Belastung und ich habe mich dazu entschlossen, die Endlichkeit des Daseins zu akzeptieren. Was soll eine Existenz nach dem Tode? Das ist ein Strohhalm für alle, die glauben, dass es nach dem Tode ewig weitergeht. Absurd! Aber wenn es wen tröstet, der kann sich ja an diese Vorstellung klammern. Entschuldigung, mein Pessimismus ist wieder mit mir durchgegangen. LG Alfredo
  5. alfredo

    Todessehnsucht

    Der Kater schnurrt auf weichem Pfühle und was er träumt, man weiß es nicht. Den Raum durchstreicht des Abends Kühle, des Katers Ruhe stört das nicht. Das Kind es schlummert in der Wiege, der Mutter Blick es zärtlich kost. Es weiß noch nichts von Kampf und Siege, vom Schicksal, das durch Zeit erbost. Ich liege auf der grünen Wiese, über mir das Ätherblau. Es streichelt mich die sanfte Brise, ich blicke in den Himmelsbau. Wie gerne trinke ich den Frieden und sehne mich nach Ewigkeit. Jetzt wär' ich gern dahingeschieden, jedoch es ist noch nicht soweit. Beschwerlich sind des Lebens Pfade, das Schicksal dräut so fürchterlich. Der Mensch, er altert ohne Gnade, ich bin verzagt, ich fürchte mich! Was wird nicht alles aufgetischt, von einem Jenseits hell und weit. Doch wenn das Lebenslicht verlischt, bleibt dunkel es in Ewigkeit.
  6. Wenn ich als Atheist versuche, mit religiösen Menschen zu diskutieren, sind diese zum größten Teil genervt oder keinerlei Argumenten zugänglich. Das hat mich zu diesem kleinen Gedicht aus der Perspektive eines Genervten inspiriert. Auch über das Theodizeeproblem habe ich schon viel nachgedacht, diese Widersprüche sind unter Einbeziehung der Existenz eines allgütigen Gottes nicht auflösbar. Ich bin für Meinungsfreiheit und jeder kann glauben, was er für richtig hält. Aber wer es in Ordnung findet, dass man nach dem Tod für ewig in einer Hölle gequält wird, der denkt inhuman und kriminell. Diese Lehrmeinung der Katholischen Kirche ist nach wie vor aktuell. Im Kompendium des Katechismuses steht unter der Frage 212 wörtlich: 'Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer.' Und diesen Katechismus hat Papst Benedikt XVI noch abgesegnet. LG Alfredo PS: Carlos hat die Absurdität von der unendlichen Güte Gottes mit dem Lissabon-Erdbeben sehr anschaulich erklärt!
  7. Es nervt der Atheist die Frommen, vermiest den Christen Himmelswonnen. Er will ständig diskutieren. Der Fromme lässt sich nicht beirren. Mit Lug und Trug und faulen Sprüchen, die alle schon nach Schwefel riechen, versucht er Zwietracht auszusäh'n. Das Himmelreich wird nie vergeh'n. Bezahlen wird er das sehr teuer, schmort ewig er im Höllenfeuer. Dem Atheisten ist das Schmach. Der Teufel legt ein Schäuferl nach! Es behauptet jeder steif und stur, das was er glaubt sei Wahrheit pur. Doch am End' weiß keiner nix. Himmelteufelkruzifix.
  8. alfredo

    Wer schläft wo und mit wem?

    Das Rehkitz schläft im Moosbett. Der Fisch schläft im Flussbett. Das Baby schläft im Kinderbett. Die Lotte schläft im Lotterbett. Das Radieschen schläft im Gemüsebeet. Der Fakir schläft im Nagelbett. Der Priester schläft beim Gebet. Philip schläft (nicht mehr) mit Elisabeth. Der Buchstabe schläft im Alphabet. Maria und Josef schlafen im Himmelbett.
  9. alfredo

    Der Totengräber

    Hallo Carlos, ich erinnere mich noch gut an den Totengräber meines Dorfes, in dem ich aufgewachsen bin. Er hieß sinnigerweise Gruber und ist längst gestorben. Zum Schluss litt er an Depressionen, ob das mit seinem Beruf zusammenhing, weis ich aber nicht. Liebe Grüße Alfredo PS: Wie riecht exotisch? Hamlet 5. Akt 1.Szene!
  10. alfredo

    Einsamkeit

    Hallo Margot, nach Vollendung können wir nur streben, sie aber nie erreichen. Schon Goethe hat gesagt, es irrt der Mensch solang er strebt. Wohl dem, wenn wir ohne Bitterkeit Abschied nehmen können von dieser unvollkommenen Welt. LG Alfredo
  11. alfredo

    Der Totengräber

    Ich habe schon früh den Ernst des Lebens gefunden, sagte die Jungfrau. Jetzt habe ich fünf Kinder von ihm.
  12. alfredo

    Der Totengräber

    Es ist der Tod mein Arbeitgeber, denn ich bin ein Totengräber. Um meinen Lohn ist mir nicht bange, Freund Hein ist jeden Tag zugange. Doch ist die Grube ausgehoben, will mich dann niemand dafür loben. Wenn Tränen meinen Aushub tränken, wird man dich ins Grab versenken. Und geht es dann zum Leichenschmaus, dann kram' ich meine Schaufel raus. Ich schütte flugs die Stätte zu, auf dass nun herrscht die ew'ge Ruh. Auch ich mach mal den letzten Stich, darauf freu' ich riesig mich. Ganz sicher ist an diesem Tag, zu End' des Lebens Müh' und Plag'.
  13. Wer tiefer in die Welt der Wunder eintauchen möchte, dem empfehle ich das Buch 'Der Jesuswahn' von Dr. Heinz-Werner Kubitza.
  14. Ich bin passionierter Opernliebhaber und habe 1980 die Uraufführung der Oper 'Jesu Hochzeit' von Gottfried von Einem (Text von Lotte Ingrisch) im Theater an der Wien erlebt. Es gab wütenden Protest seitens des ultrakatholischen Mobs, die auch vor Stinkbomben während der Vorstellung nicht zurückschreckten. Die meisten kannten jedoch gar nicht den Inhalt des Werkes, in dem es gar nicht darum ging, ob Jesus geheiratet hat oder nicht. Heute, 41 Jahre danach, haben mich diese Ereignissen zu diesem Gedicht inspiriert. LG Alfredo
  15. Im fernen heil'gen Morgenland, trat Jesus in den Ehestand. Die Hochzeit war in Kanaan, wo er die Magdalena nahm. Es war ganz zünftig, ging hoch her, am Mittag war das Weinfass leer. Maria bat den Bräutigam: Schaff noch was zum Trinken an. Da war der Rabbi nicht verlegen und gab dem Wasser seinen Segen. Das wurd' zum Riesling bester Sorte, den gab's noch nie an diesem Orte!
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