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ferdi

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  1. . Eins Prinz Klappstuhl, heller Lieder voll, Doch welchem Ohr er singen soll, Wie ahnungslos! Ging hin zum Wassergraben; Darin die Frösche haben Ihm zugehört, die ganze Nacht, Und übers Menschsein nachgedacht. Zwei Im Wissen, all den Fröschen, die geduldig Sein Menschenlied bedachten, etwas schuldig Zu sein, hat sich der Prinz, schon in der nächsten Nacht! Erneut zum Graben aufgemacht, Und hat der Frösche rauem Quaken Mit wachem Geist gelauscht, im Herzen still; Wie einer lauscht, der Frosch sein will. Drei Der Morgen ist gekommen und gegangen, Vom fernen Tempel her erklangen Die Mittagsglocken schon, als sich der Prinz zurück Zum Schloss begibt. In seinem Schritt ein Hüpfen, Von Froschgedanken weit sein Blick, So will er just durchs Haupttor schlüpfen, Als dieses ihm entgegenschwingt Und ernster Stimmen Klang vom Torweg zu ihm dringt. Es ist des Königs Rat, dem vieles zu besprechen Und vieles zu bedenken war; Nun ist es Zeit, um aufzubrechen. Man grüßt den Prinzen, doch erhellt der Schar Der Bauern, Krieger, Händler, Richter Kein einz'ges Lächeln die Gesichter. Der König steht nahbei; er hat den Sohn entdeckt, Der, faulig riechend und verdreckt, Sich daran macht, den Hof zu überqueren. "Mein Junge, sag: Wenn in den nächsten Tagen Der Krieg beginnt und wilde Söldnerhorden, Die Hunger, Schmerz und Tod der Menschen wenig scheren, Die, wen sie finden, lachend morden, Durchs Land mit Schwert und Feuer jagen – Was werden, Junge, sag! dann wohl die Frösche tun?" Er schweigt und lässt den Blick auf seinem Jüngsten ruh'n. Der schweigt mit ihm, noch immer leicht entrückt. "Sie werden quaken!", schreit ihn da der König an, Wie nur ein König schreien kann – "O Vater, herrlich!", ruft der Prinz verzückt. .
  2. Hallo! Ich freue mich, dass ihr hereingeschaut habt. Carlos, wenn ich so in der Gesamtheit über Sede schaue, würde ich sagen: eine vorindustrielle Gesellschaft. Sich genauer festlegen zu können, verhindert da leider meine völlige Gleichgültigkeit gegen über einer einheitlichen Gestaltung ... (Und der Zeitrahmen des Erzählten umfasst ja auch einige Jahrhunderte.) Miserabelle, ich werde gleich noch einen Vorstellungstext einstellen und danach noch einen deutlich längeren, in dem die Vorgestellten vorkommen; und dann erst einmal langsam machen. Die ungereimten vierhebigen Trochäen sind ja ein klassisches Erzählmaß; das Metrum an sich ist sicherlich sehr unauffällig, aber man kann ja auch auf anderem Wege (Lexikon, Syntax ...) für einen "Gedichteindruck" sorgen, was um so leichter fällt, je weniger Anforderungen das Metrum stellt. Und da folge ich schon Vorgängertexten. Gruß, Ferdi
  3. Hallo nochmal! Dahn ist 1912 als treuer Untertan seines Kaisers gestorben; für das, was später auf dem Boden, den unter anderem er bereitet hat, gewachsen ist, kann man ihn nicht verantwortlich machen, denke ich. Das ist wieder der "Blick von hinten", und ich finde den sehr gefährlich in der historischen Betrachtung / Erzählung ... Was nicht heißen soll, dass Dahns Ansichten zum Beispiel zu National- und Sozialfragen nicht kritisch hinterfragt werden müssten! "Ein Kampf um Rom" ist ein schlechtes Buch, und historisch so abenteurlich ungenau, dass es als Vorlage nicht taugt; aber es hat eben durch seine riesige Popularität auch die Wahrnehmung geprägt dieser Periode. Ich sehe es auch heute noch in den Büchertauschpunkten hier in der Gegend; schwer vorstellbar eigentlich, dass es immer noch gelesen wird ... Du siehst, mein Blick geht immer auf die "Lesererwartung"; und die kommt ja immer ins Spiel, wenn man nicht mehr "nur für sich" schreibt, sondern das Geschriebene anderen zugänglich macht, und man muss sich als Verfasser verhalten dazu?! Die "Quellenangabe": Halt das, wie du möchtest; nötig ist es nicht, und solange Arturo nicht klar macht, was er da genau meint – ich gäbe nicht viel darauf ... Kein Werk der Welt entsteht aus dem Nichts, alles hat Hintergrund und Bezug; für mich erwähne ich diese Dinge nur, wenn sie dem Leser helfen oder die Beschäftigung mit dem Text anderwärtig bereichern. Kleinkram: Gönn den "Berserkern" doch noch das fette "r". (Selbst da mache ich mir Gedanken, ob dieses viel spätere Wort in einer Erzählung über das 6. Jahrhundert seinen Platz hat, gebe aber zu, das ist wahrscheinlich übertrieben.) Ebenso: "Ganz leis schluchzt Teja nun: "Bruder, verzeihe! / Dass ich nicht nah dir war!" und wirft die Laute in das Feld". Inhaltlich geht es ein wenig in die Richtung, die ich schon ansprach: Erst lässt Teja die Laute fallen, dann hat er sie aber wieder in der Hand und wirft sie, allerdings nicht ins Wasser, was ja naheliegend war, da du ihn zuvor für den Leser an einem See sichtbar gemacht hast, sondern in ein neu auftauchendes Feld. Sicher, nichts davon ist tragisch, das kann man als Leser leicht "kompensieren"; aber größerer Menge erzeugt es schon Reibungsverluste, macht jeder solche Fall die Geschichte einen Bruchteil eines Prozents weniger glaubwürdig – und wenn man um eins kämpfen sollte bis zum Letzten, dann darum, dass der Leser "in der Geschichte" bleibt; sich nie ein "Moment mal ..." in seine Gedanken schleicht. So, das zu diesem Teil; ich fand es sehr anregend, deinen Blick auf diese Zeit zu lesen. Jetzt schaue ich beim zweiten Teil vorbei – ich bin schon gespannt! Gruß, Ferdi
  4. Hallo Dionysos! Ich bin nicht ganz sicher in Bezug auf die Art, wie du hier erzählst. Meint: Wenn im Titel "Der letzte König der Goten" steht, und du den Tod eines Gotenkönigs schilderst - nimmt dann der geschichtlich nicht ganz so sattelfeste Leser nicht fälschlich an, der Tote sei dieser letzte König?! Sicher, am Schluss wird durch die Boten klargestellt, wer gemeint ist, aber einmal ist es nicht schön, sich im Nachhinein gedanklich verbessern zu müssen; und vor allem wissen die Boten zu diesem Zeitpunkt doch gar nicht, dass Teja der letzte Gotenkönig sein wird; das ist nicht ihr Wissen, sondern deins als später lebender Verfasser! Welche Texte Arturo meint, interessiert mich auch; historische Quellen zur Gestaltung erzählender Lyrik heranzuziehen, ist guter Brauch (und es ginge ohne kaum, weil Erzählgedichte zumindest früher auch immer eine Vergewisserung von Geschichte waren). Anders sähe es mit der "Verwurstung" von schon zu einem bestimmten Thema geschriebenen Gedichten aus; das geht auch und ist auch gemacht worden, aber da muss man sicher anders und genauer hinschauen. Aber hm; an Gotengedichten fallen mir aus dem Stand nur Platens "Grab im Busento" ein und Dahns "Gotenlieder"; da muss ich mich mal schlau machen ... Vielleicht kommt Arturos Eindruck aber auch von formaler Seite her - diese Gestaltung in kreuzgereimten Vierzeilern wirkt doch sehr "retro", ich bin nicht sicher, ob man im 21. Jahrhundert so erzählen sollte. Man kann natürlich, aber es wirkt eben wie aus dem 19. Jahrhundert, und da muss man schauen, ob das mehr schadet oder mehr nützt. (Hast du Dahns "Ein Kampf um Rom" mal gelesen?!) Gruß, Ferdi
  5. ferdi

    Im Wartezimmer

    Hallo Miserabelle! So, wie die beiden Verse jetzt da stehen, finde ich keine Verbindnung zwischen ihnen?! Bei "Im Wartezimmer" gibt es natürlich eine sehr unmittelbare Verbindung. Alle drei zusammen ergänzen sich interessanterweise auch! Gruß, Ferdi
  6. . Pulverfass, des Königs Seher, Schwankt im Licht des frühen Morgens Heim zum Schloss; vom Tintenfässchen Kommend schwankt er auf die Brücke, Hin zum Tor, das gerade eben Aufgetan wird von den Wachen – Als in Backhaus, Stall und Stube Erste Hände tätig werden, Türen schlagen, hin zum Brunnen Müden Schritts die Mägde gehen, Kehrt zum Schlosse heim der Seher, In der Dämmrung, da am Boden Nebelschwaden grau verwirbeln, Und erkennt als Grund des Wirbelns: Frösche, ungezählte Frösche, Dichtgedrängt, ununterscheidbar, Einer Bettstatt, einem Kissen Gleich, das auf und nieder wogend Durch das Schlosstor, durch den Nebel Wandert; und darauf ein Säugling! Und darauf Prinz Klappstuhl, lächelnd, Selig lächelnd ob der Frösche Treiben; doch nun hochgehoben. Ernst blickt Pulverfass, der Seher, Auf das Kind in seinen Armen, Sieht den Fröschen nach, die eben Sich im Nebelgrau verlieren, Flüstert: "Nur Geduld, ihr Guten, Nur Geduld; der Tag wird kommen", Bringt zurück ins Bett den Prinzen, Unbemerkt; und legt sich schlafen. .
  7. Hallo, schön, dass ihr euch hier zu Wort gemeldet habt! Salseda, mag auch sein, es war ein eigenverantwortlicher oder sogar Eigeninteressen verfolgender Frosch?! Da weiß ich genau so viel (oder: genau so wenig) wie du ... Immerhin kenne ich den Auslöser für diese kleine Episode – das sind einge Verse aus der 16. Rune der Kalevala, in der eine in der in Sage und Mathologie so beliebten Reisen in die Unterwelt berichtet wird: Wäinämöinen alt und wahrhaft Schaute lange auf den Bierkrug, Frösche laichten in dem Innern, Würmer lagen an den Seiten; Da wundert es sicher nicht, dass sich das ganze zu einer Sede-Geschichte entwickelt hat; ein wenig profaner, genau wie die Übergabe des Bierkrugs am Schluss?! Mir jedenfalls fällt da sofort Artus ein, Die Herrin vom See, Excalibur; diesmal aber eher als Illustration denn als Text, und die sind alle deutlich pathetischer als das, was hier im Text geschieht ... Dass die Geschichte noch nicht lang ist, stimmt; aber immerhin schon einmal länger; ich taste mich da vorwärts. Für eine der wirklich längeren muss ich noch zwei Beteiligte vorstellen, der eine folgt gleich im Anschluss ... Carlos, im ersten Moment war ich nicht sicher, ob sich dieser Text als "moderne Ballade" beschreiben lässt; aber inzwischen habe ich angefangen, da etwas hinterherzudenken, und inzwischen ist alles ein wenig Fluss gekommen. Spannend! Die Namen sind wichtig; eigentlich waren immer zuerst die Namen da, und dann haben sich daraus die ersten kleinen Geschichten und Eigenschaften ihrer Träger entwickelt. Gruß, Ferdi
  8. Hallo Horst! Das gefällt mir; es hat einige schöne Stellen. Dazwischen habe ich ein wenig das Gefühl, es wird ein wenig breiter formuliert, als nötig – vielleicht unter dem Eindruck des Sonett-Schemas?! Ich könnte mir das ganze auch aus drei vierzeilige Strophen vorstellen. "und später quollen kühl, sich Nebel breit." Dieser Vers erschließt sich mir von der inhaltlichen Aussage her gar nicht?! Kleinkram: V1 "Aus klammem Boden" oder "aus klammen Böden"?! Gruß, Ferdi
  9. Das "Tintenfässchen" ist eine Kneipe auf halben Wege zwischen Schloss Sede und dem alten Wald; man kann da ein Feierabendbier trinken oder mittags von den Feldern aus hingehen und etwas zu essen bekommen. Der "Graben" ist der Schloss Sede umgebende Schlossgraben, in dessen Wassern neben den allgegenwärtigen Fröschen auch eine Wasserfrau lebt ... Schemel nahm den Krug entgegen, Schwer vom Bier, das drinnen schwappte, Blies den Schaum fort, hob den Krug an, Hob ihn an und hielt dann inne: Denn am Grunde seines Kruges Saß, von gutem Bier umgeben, Strengen Angesichts: ein Frosch. Trafen sich der beiden Blicke, Die des Mannes, die des Frosches, Und für eine lange Weile Rührte sich der alte Narr nicht, Saß bewegungslos an seinem Tische Schemel; dann ein Seufzen – Auf stand Schemel, schob den Bierkrug In die Falten des Gewandes, Seiner weiten Narrenkleidung, Zahlte dieses Abends Rechnung, Grüßte und verließ die Kneipe, Bei sich einen Krug, von Bier schwer; Und im Bier saß stumm ein Frosch. (Doch der Wirt des Tintenfässchens, Hocker, kundig vieler Dinge, wusste von des Narren Handeln Und vom Krug, der in den Falten Des Gewands verborgen war; Und er schwieg dazu, denn morgens, Wenn noch dicht die Nebel liegen, Morgens früh am nächsten Tage: Würde er den Krug entdecken, Abgestellt vor seiner Tür von – Nun, das war eins jener Rätsel, Die dem Wirt des Tintenfässchens, Hocker, kundig vieler Dinge, Auch im Laufe all der Jahre Sich nicht offenbaren wollten: Oft schon war er, hatte Schemel Abends einen Krug entwendet, Früh, beim ersten Morgengrauen, Aufgestanden, hatte wachsam Auf den Nebel Ohr und Auge Lang gewendet, und doch niemals Mehr bemerkt im Morgennebel, In des Nebels Grau, als einen Hauch von Grün, er schien zu hüpfen, Und dann stand der leere Krug da, Vor der Tür des Tintenfässchens, Ein Geheimnis seinem Herren.) Fort vom Tintenfässchen strebte Schemel, hin zum Schlosse ging er Langsam, mit gemachen Schritten, Dass ihm's Bier nicht überschwappe; Sich das Fluchen streng versagend, Nur mit missvergnügtem Brummeln Kam er so am Graben an. Baute sich an dessen Rand auf, Streckte seinen Arm, den Krug auch Aus und ließ des guten Bieres Eine Hälfte, samt dem Frosche, In das Grabenwasser fließen. Laut scholl da der Frösche Quaken, Hocherfreut der Frösche Quaken! Lärmten noch die Frösche, als sich Aus dem Graben still ein Arm hob, Schwanenweiß und wohlgestaltet, Eine Hand auch, die sich fordernd Schemel neigte; und der legte In die Hand den halbgeleerten, Halb mit Bier noch vollen Krug; Hand und Krug versanken langsam. Schemel stand noch kurz am Graben, Seufzte wieder, lauter diesmal, Wandte sich und ging dem Schloss zu, Seines warmen Betts bedürftig. .
  10. Hallo, vielen Dank für euer Vorbeischauen! Horst, man könnte die Worte sicherlich ersetzen; aber im "Gesamtbild Sede" (das du natürlich nicht kennen kannst) kommt es schon sehr auf die Vereinigung und Aufhebung der Gegensätze "Stille" (die andauernd vorkommt) und "Sprechen", "Singen" "Quarren"; was ist Mitteilung, wie wird mitgeteilt, all solche Fragen ... Salseda, in Sede hat es keiner leicht; die Frösche nicht, und Schemel auch nicht, der sich nicht nur dauernd um das Chaos kümmern muss, das Prinz Klappstuhl anrichtet (der ein wirklicher Arsch sein kann und viel Unheil anrichtet, wenn er mal wieder "froschbesoffen" seine Mitmenschen in ihren grundlegendsten Bedürfnissen nicht wahrnimmt; der alte Narr wird auch dauernd von den Fröschen und der im Schlossgraben lebenden Wasserfrau für deren ganz eigene Zwecke eingespannt. Von seinem eigentlichen "Arbeitgeber", dem König, gar nicht zu reden ... Aber: siehe den neuen Text. Gruß, Ferdi
  11. Hallo! Loop, danke für deine freundlichen Worte bezüglich des Versbaus; wobei das, ganz un-tiefgestapelt, wirklich schlichte vierhebige Iamben sind: Man muss ja nur darauf achten, dass a) immer drei Hebungssilben kräftig besetzt sind, sich b) auf den Hebungen tönende Vokale finden, die gut wechseln, und c) die Verse nicht zu sehr leiern, zum Beispiel durch zuviele trochäische Wörter. Das reicht dann schon für einen "präzisen und klaren" Ausdruck; mit dem ich ja, nicht falsch verstehen! auch zufrieden bin – ich mag die Verse. Aber besser geht das auf jeden Fall noch, und wenn man einfach nur eine der längeren Verserzählungen aus der Feder der wirklichen Könner laut liest, hat man die Grundlagen schon ziemlich sicher im Ohr, glaube ich. Salseda, hm, vielleicht vermitteln die Texte bisher einfach einen falschen Eindruck durch ihre Kürze und Handlungsarmut: Das meiste ist länger und erzählt eine zwar verwickelte, aber doch durchgängige Geschichte; von daher muss da leider wirklich Ordnung rein. Und die erzählenden Texte sind dann auch weniger scharf als diese kurzen hier; weniger lyrisch-mystisch, oder was immer da passt. Ich stelle gleich noch einen als Beispiel ein. Mit Dank für die Beschäftigung, Ferdi
  12. Hallo Maddy! Gefällt mir in seiner Ruhe. Kleinkram: "denselben", "derselben", "letztlich" schriebe ich der üblichen Rechtschreibung nach so; "hält einen kleinen Augenblick inne," empfinde ich als zu breit (ein Augenblick ist ja schon "klein"); das Rufzeichen am Schluss ist verglichen mit dem restlichen Text unüblich "laut". Gruß, Ferdi
  13. Ein weiterer Sede-Text ... Schemel ist des alten Königs alter Narr, was hier meint: Berater; und eine Art Mentor für Prinz Klappstuhl. Er spielt in den Texten, in denen er erscheint, oft die Laute und singt. Wie zum Beispiel hier (vielleicht ein Gegenstück, ein verwandter Text zur "Plundera"): Schemel weiß es sehr zu schätzen, Wenn an jenen stillen Plätzen, Da er seine Lieder übt, Frösche seiner Ankunft harren Und zum Gruß so leise quarren, Dass die Stille ungetrübt, Klar und tief auf allen Dingen Liegt, doch leblos nicht: ein Singen Ruht in ihr. Das weckt der Narr, Bittet, dass es ihn verwende, Seine Stimme, seine Hände Auf der Laute – Stille war, Stille ist und Schemel singt sie, Aus des Narren Worten dringt sie, Unscheinbar zuerst und klein, Groß und kraftvoll jetzt ins Denken, Das nur sich kennt, es zu lenken: Aus der Welt ins Anderssein. .
  14. ferdi

    Wie-der Herbst

    Hallo Salseda! Das gefällt mir auch – Herbstgedichte gefallen mir meistens; aber ich habe doch eine Menge Kleinkram, der mir bedenkenswert erscheint. Graphik und Schrift ist ein heikles Thema. Gedichte, die von einem beigefügten Riesenfoto marginalisiert, weil geradezu erschlagen werden, halte ich zum Beispiel für einen Irrtum; doch hier sind die kleinen Farbtupfer zwar bemerkbar, aber nicht dominant, und außerdem "textfunktional"; das passt also gut! Das von dir gewählte Versmaß wirkt oft ein wenig gehetzt, haltlos; es lohnt sich meistens, dagegen anzuschreiben und gelegentlich eine längere Satzpause in den Vers zu legen, sprich, auch einmal einen Satz im Versinnern zu schließen. Es verführt auch zur Nutzung von dreisilbigen Adjektiven, einfach weil sie die doppelt besetzten Senkungen so bequem füllen; auch da lohnt ein näherer Blick, um womöglich das eine oder andere dieser Adjektive zu ersetzen – also etwa (kein Änderungsvorschlag, nur ein Beispiel!) S2 V3: "Ein Wind aus dem Süden bringt milderes Wetter"; auf mich wirkt das weniger mechanisch?! Das "milderes" ist ein beliebiger Platzhalter. Die beiden Kommas in den Schlussstrophen ließe ich weg, oder fügte oben die fehlenden ein – "Ganz oder gar nicht"?! Inhaltlich fällt die vierte Strophe auf. In S1-S3 hast du den Herbst in positiven Bildern gezeigt erkennbar zum Beispiel am "verzaubern" und am "freundlichen Lächeln"; aber in S4 behauptest du (eigentlich in einem Akt der Leserbelehrung) eine "leise Wehmut" – ich hätte das Bekenntnis des Gedicht-Ichs in S5 als stärker empfunden, wäre diese Wehmut ebenso am Beispiel erfahrbar gewesen, statt nur mitgeteilt zu werden! Aber so oder so: Die nachdrückliche Schlussstrophe bringt das Gedicht sicher "ins Ziel". Gruß, Ferdi
  15. Hallo! Ich danke sehr für die freundliche Aufnahme dieses Textleins. Dionysos, "Sede" ist von der Anlage her eine Hälfte einer ursprünglichen Welt, "wir" sind die andre Hälfte; Prinz Klappstuhl ist aus Sede-Seite derjenige, über den eine Verbindung der beiden Hälften möglich ist, auf unserer Seite ist es ein junge Dame namens Lene; die Frösche sind der Teil, der sich der ursprünglichen Welt noch bewusst ist und unabdingbar nötig für den Wechsel zwischen den Hälften, und am Ende läuft es auf eine Wiedervereinigung hinaus, oder zumindest wird die Handlung durch dieses Bestreben angetrieben. Na, so ungefähr; ich schreibe zwar schon ein Dutzend Jahre an der Sache, aber ganz verstanden habe ich das alles auch noch nicht ... "Die Plundera" ist schon uralt, aus der Zeit, in der ich rauszufinden versuchte, wer all diese Leute und Wesen, die da durch Sede spazieren, überhaupt sind; das klappt bei mir am besten mit solchen kleinen Momentaufnahmen wie dieser. Die "eigentlichen" Texte sind erzählend und deutlich länger; was sie nicht wirklich forentauglich macht, Verserzählungen sind heute im wesentlichen nicht mehr vermittelbar ... Aber ich kann ja mal die an einer der längeren Erzählungen Beteiligten mit einem dieser kurzen Gedichte vorstellen, und dann die lange Geschichte folgen lassen; oder einmal einen Text von "unserer" Seite als Vergleich geben, da gibt es diese kurzen "Charaktergedichte" ja genauso. Mal schauen! "Gesamtwerk": Ist zumindest beabsichtigt. Aber noch wächst das Ganze, und oft in nicht wirklich vorhergesehene Richtungen ... Das alles zu ordnen muss also noch etwas warten. Gaukelwort, in Bezug auf Maislabyrinthe und Windharfen hast du mir Erfahrungen voraus: Ich war noch in keinem und habe noch keine gehört. Aber gut zu wissen, dass sich auch so "große Momente" erleben lassen! Und zumindest das mit der Windharfe habe ich schon noch vor ... Mit der "Plundera", rein als Wort, bin ich auch ziemlich zufrieden! Von der Form her sind es ganz schlichte vierhebige Iamben – für längere erzählende Texte taugen komplexere Versmaße (also alles jenseits des Hexameters) nicht. Sonst ist da nicht viel geplant, ich lese halt sehr viele Verserzählungen, und die da verwendeten Techniken finden sich dann unvermeidbar auch in den eigenen Texten wieder. Die vielen "und" sind da ein gutes Beispiel – in rein lyrischen Texten könnte und sollte man sie hinterfragen, aber in der Epik waren sie schon immer da, und wer wäre ich, das zu ändern ... Was der Prinz nicht spielt, darüber ließe sich nachdenken; ich weiß es aber natürlich auch nicht. Warum er es tut, das ist einfacher: Ruhe, Weite, Platz, oder um an Salsedas Erfahrung anzuknüpfen: Ein Entrümpeln und Freiräumen, um Zugang zur Falltür im Kellerboden zu bekommen. Salseda, ich bin in meinem Leben erst einmal umgezogen; aber da habe ich darauf geachtet, nur das Nötigste "umzusetzen", und seitdem auch darauf geachtet, dass da nichts dazukommt. So gesehen, müsste ich mich zum Plunderaspielen eher in die hiesige Innenstadt bemühen ... Aber. wie in deinem Fall, "Weite" in "Müdigkeit" zu bezahlen, ist wahrscheinlich trotzdem ein ganz gutes Geschäft!? "Reinen" Prinz Klappstuhl gibt es gar nicht so viel, eben nur eine Handvoll Charaktergedichte; "Sede" könnte (Konjunktiv, zur Beruhigung aller) ich die nächsten paar Jahre täglich einstellen, aber "Erzählen" meint ja immer "von menschlichem Miteinander erzählen". Vielleicht ist der obige Vorschlag ja eine Möglichkeit. Gruß, Ferdi
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