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Alex Luder

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  1. Alex Luder

    Wer übrig bleibt

    Wer bleibt übrig, wenn ich bezweifle, Was ich einst für sicher hielt? Ich wär ein Mann, der nichts trifft, Weil er auf alles zielt Wer bleibt übrig, wenn ich ignorier’, Was in den Karten steht? Ich wär ein Mann, der sich hinterfragt, Aber nichts versteht Wer bleibt übrig, wenn ich leugne, Wer mich wahrhaft liebt? Ich wär ein Mann in Reue, Weil keiner bei ihm liegt Wer bleibt übrig, wenn ich negier’, Dass mein Nachbar ertrinkt? Ich wär ein Mann, der schleichend vergisst Wie sein Name klingt Wer bleibt übrig, wenn ich bestreit’, Dass ich wirkend bin Ich wär ein Mann, abseits der Zeit, Ohne Verlust und Gewinn
  2. Ich weiss, es schaut von weitem so aus, als ob ich tapfer nach vorne stürm’ Im Irrgarten in die Mitte lauf’ Und den Feind mit bloßen Händen erwürg’, Aber in Wahrheit steh’ ich still Und meine Seele blieb ohne Fang Ich weiss, dass ich irgendwen lieben will Aber auch niemanden zu lieben verlang Die Tage sind eben kurz und die Nächte lang Ich weiss, manchmal ist mein Lächeln falsch, Aber die Bürde ist dann einfach zu schwer Ich bin heut’ ein Künstler - wie schon damals, Doch dass ich was zu sagen hab’, ist schon lange her Deshalb schweig’ ich lieber vor mich hin Und hör’ der Nachtigalls einsamen Gesang Ich hab’ oft bestreitet, wer ich wirklich bin, Vielleicht find’ ich mich selbst ja irgendwann Bis dahin sind die Tage kurz und die Nächte lang Ich weiss, das stille Wasser ist nicht schuld, Aber manchmal ertrag’ ich nicht, was ich darin seh’ Ich steinige es in meiner Ungeduld Und ertränk’ mich danach im schmutzigen See Ich weiss, dass da noch and’re sind, Im Akt der Güte brech’ ich denn Damm, Dass jeder sich seine Freiheit nimmt - Vielleicht bin ich ja morgen dran Die Tage sind eben kurz und die Nächte lang Ich weiss, ich bin nicht immer allein, Aber ich hab’ zu viele verloren Manche wollten nicht mehr mit mir einsam sein And’re wurden neugeboren Ich seh’ wie du ein and’res Herz bestellst - Mit Hingabe siehst du sie an Ich sag dann immer zu mir selbst, Dass ja auch ich mich zu übersehen begann Die Tage sind eben kurz und die Nächte lang Ich weiss, irgendwann find’ ich vielleicht jemanden, Oder ich bin einfach für was and’res geboren Wann kam mir nur die Bestimmung abhanden? Wann habˋ ich mir zu lieben abgeschworen? Vom letzten Versuch getrieben, hoch zu fliegen, Lieg’ ich tot am unt’ren Ende vom Hang Alles was ich seh’ sind Geier und Fliegen - Ich bleib liegen ohne Drang Die Tage sind eben kurz und die Nächte lang Ich weiss, ich bin ein Pessimist Der schreibt, was er selbst nicht versteht Es ist nur eine Vorbeugung, falls man mich vergisst Und plötzlich niemand mehr neben mir steht Deshalb geh’ ich lieber vor allen and’ren, Umarme jeden als frierender Mann Im Dunkeln geh ich dann auf den Strassen wandern Und hinterfrage, weshalb ich mich im Spinnennetz verfang’ Die Tage sind eben kurz und die Nächte lang Ich weiss, irgendwann wird man nicht mehr nässer Auch wenn die Engel weiter auf mich weinen Alle sagen mir, bald werde es besser Aber ich weiss nicht mal, was sie damit meinen Ich nick dann einfach und glaub’, ich sei verrückt Halt’ verzweifelt den eig’nen Körper stramm, Doch die Melodie hat mich schon lange erdrückt, In den Nachtigalls Gesängen Bann Die Tage sind eben kurz und die Nächte lang Ich weiss, vermutlich liest keiner dies’ Gedicht Das Augenmerk spielt eben nur bei Scheinwerfern Und falls doch, versteht man die Bedeutung nicht Oder fängt sich ab dem Licht an zu nerven Vielleicht verlang’ ich auch einfach zu viel Wie von der Nachtigall, die nie für mich alleine sang Vielleicht ist das nur ein obligates Spiel, Aber ich spiel kein Spiel, das ich nicht gewinnen kann Die Tage sind eben kurz und die Nächte lang
  3. Alex Luder

    Spuren auf der Terrasse

    Ich sehe überall Spuren von dir, du hast mich nie verlassen, Aber du bist jetzt seltener hier - auf uns’rer sonnigen Terrasse Von der aus wir sah’n, von der aus wir schrieben Wohin wir zweisam fahr’n um die Träume zu fassen Und das Leben zu lieben Du warst lange fort und ich dachte oft an dich Ob du glücklich bist am neuen Ort, ob es uns’ren Träumen glich Die wir einst gemeinsam fanden um die Fügung zu besiegen Die Freiheit zu umranden - der Preis war schmerzlich, Als die Träume schlafen gingen Du sitzt am Gewässer und fischst die Bestände klein Du verstehst das Leben besser - du lebst um nicht allein zu sein Und um alles zu seh’n, was es noch zu sehen gibt Um in deine Tiefen zu geh‘n, wo deine Fügung weint Und deine Wahrheit liegt Und du zehrst mich in Gänze, ich spüre deinen Sog Aber da ist diese Grenze, hinter der mir ein Fallen droht In ein Schicksal hinein, dass dir ergeben ist Aber ich will selbst ein Wesen sein, dass den Tod Vor lauter Leben vergisst Hinter den Toren von Eden, sind wir in Treue geboren Wir werden uns wieder begegnen, schon heut oder morgen Mein Wort werd ich halten, auch wenn ich alleine bleib Einsam würd ich altern, das hab ich mir geschworen, Bevor ich von uns’rer Terrasse steig
  4. Der Tod jedem hungrigen Kinde und dem Oligarchen das letzte Korn Die Taube mit der rostigen Flinte Ist versklavt vom Hunde auf dem Thron Singen wir frenetisch ihre Lieder Auf die Hunde und das züchtige Schwein Singen tun wir auch morgen wieder Denn wir werden immer Schafe sein Spürst du den Wind an den Gliedern? Ein Sturm zieht auf am Horizont Die Taube tanzt zu den hörigen Liedern Mit der Flinte an der windigen Front Träumen wir den utopischen Traum Einer Friedenstaube im Frieden Grenzen ohne Stacheldrahtzaun Schafe die sich wehren und siegen Aber die Taube kann keine Taube sein Erschiess mich mit meiner Apathie Denn ich bin ein homogenes Schwein Und summe leise die selbe Melodie Singen wir frenetisch ihre Lieder Auf die Hunde und das Schwein Singen tun wir auch morgen wieder Denn wir werden immer Schafe sein
  5. Wen soll ich aus Liebe fressen, bevor er mir den Magen kehrt? Wen soll ich schon heut vergessen, bevor er mich das Erinnern lehrt? Wen soll ich im Frieden vertreiben, bevor er sich meinem Schlachtfeld nähert? Und für wen soll ich in Treue schweigen, bevor er sich mit Lügen wehrt? Wen soll ich mit Herzen lieben, bevor er mir mein Herz zerbricht? In welchen Armen soll ich liegen, bevor er meinen Händen entwischt? Wem soll ich im dunklen trauen, bevor er mich im Lichte ersticht? Um wen soll ich am Grabe trauern, bevor sein heller Schein erlischt?
  6. Alex Luder

    Tränen und Trunkenheit

    Erinnerst du dich an die Maske und an dein besänftigendes Wort Das deine Versprechen umfasste; jeder Zweifel schwamm fort Die Maske war die Grenze, hinter die ich niemals sah Und als du fielst in Gänze, da war ich dein buckeliger Narr Und du fielst ein zweites Mal, alle standen bereit Doch diesmal in ein tiefˋres Tal, in ein Becken aus Trunkenheit Ich sprang dir nach und griff im Trüben mit den Händen Zerrissen und schwach und voller Bedenken Zog ich dich an die Küste, um beim Anblick zu erblassen In Händen hielt ich eine Liste, mit getragenen Masken Ich erinnere mich an den Klang deiner simulierten Worte Als alles begann und ich nach jeder Lüge bohrte Und jetzt bin ich kraftlos, ich habˋ die Liste zerrissen Einige waren kalt und dubios, andere werdˋ ich vermissen Ich werdˋ nicht mehr nass, nur um nach Land zu greifen Die Erinnerung verblasst, ich ertrank im verzweifeln Und du standest da, lächelnd in weiter Ferne Der buckelige Narr ertrinkt hilflos in seiner Zähre Mit letztem Schrei zwang ich dich zur Einsicht Erfragte die Lügerei und forderte dein wahres Gesicht Aber ich sah dich nicht, ich sah nur ein Opportunist Ein Süchtiger nach dem Bühnenlicht, der nicht gut im lügnen ist Erinnerst du dich an die Maske, die du mir einst gabst, Während ich diese Zeile verfasse und du an deinen Nägeln nagst? Wie die Liste die ich fand, bin ich innerlich zerrissen Unser seelisches Band hast du mit den Fingern abgebissen Fingerlos schreibst du mir, ich solle mich zurück besinnen Und jetzt sitze ich hier und kann mich an keine Wahrheit erinnern Ich kann dich nicht ersehnen, denn wir ertranken vor langer Zeit Ich in den eigenen Tränen und du in deiner Trunkenheit
  7. Alex Luder

    Für ein wenig Ewigkeit mehr

    Ich bitte dich, mich anzuhören Siehst du die Wahrheit in meinen Augen Ich will dir keine Unannehmlichkeiten beschwören Ich will dir aber auch kein Lächeln zaubern Fühlst du dich von mir behelligt Dann setze dich zur Wehr Dein Aufruhr wäre gebilligt Für ein wenig Verständnis mehr Du musst von hier jetzt gehˋn, Denn niemand verweilt Ich kann dein Trugbild nicht weiter ansehˋn Es ist nur die Begierde, dass jemand bei mir bleibt Ich will dich nicht blamieren, Ich mag dich einfach zu sehr Was würde ich denn verlieren Für ein wenig Liebe mehr Mein Körper ist schon lange frei, Frei von allem was lebt Ich wünschˋ mir nur eine Hand herbei Die fühlt wie meine Brust für sie bebt Die Hand darf aber nicht die deine sein Doch der Verzicht ist schwer Denn nehmen würdˋ ich jedes Händlein Für ein wenig Liebe mehr Deshalb bitte ich dich von Herzen Verschwinde von hier für alle Zeit Ich lösche auch die letzte Kerze Und verbanne mich zurück in die Dunkelheit Irgendwann werde ich dann neu geboren Und meine Hände sind vielleicht noch immer leer Doch ich habe keine Seele verloren Nur für ein wenig Liebe mehr Es ist zwei Uhr morgens Und ich bin ein wenig betrunken Ich fühlˋ mich von Kälte umworben Auf der Suche nach jedem einzelnen Funken Ich bin ein Wilder mit scharfen Krallen Doch du glaubst, dass ich dir Gutes lehrˋ Dabei täte ich doch einfach alles Für ein wenig Liebe mehr Du solltest mich jetzt verlassen Ich sehne mich nach jedem hübschen Gesicht Doch wie die Sterne am Himmel verblasen Und der Geile die Liebenden ersticht Und du sitzt noch immer da Bei einem träumenden Herrn Du darfst nie sehen was ich in Nächten sah Nur für ein wenig Liebe mehr Ich liegˋ im Schnee, mein Körper ist kalt Mit grossem Appetit nach Transzendenz Doch ich bin ein Naiver der sich an Träume krallt Und der sich einsam durch die Nächte wälzt Und ich akzeptiere meinen vermeintlichen Sinn Für einen freundschaftlichen Verkehr Da nehmˋ ich tausend einsame Nächte hin Für ein wenig Ewigkeit mehr
  8. Alex Luder

    Hoffnung

    Der Kapitän ertrinkt in den kalten Gewässern In Überzeugung, seine Matrosen befreien ihn vom Eid Der Leuchtturmwärter trink aus Einsamkeit In Überzeugung, dass Wetter werde sich morgen bessern Und das Rettung käme, die ihn von seiner Insel befreit Der Mann schläft einsam in den kalten Federn In Überzeugung, seine Frau finde den Weg zurück Der Spielsüchtige setzt die Zukunft auf sein Glück In Überzeugung, er tanze bald auf vergoldeten Wegen Mit Taschen voller Ruhm, den er von Sträuchern pflückt Die Malerin setzt den letzten Pinselstrich In Überzeugung, ihre Begabung zeige sich ihr noch Der Mienenarbeiter gräbt ein tiefˋres Loch In Überzeugung, die Stütze breche auch diesmal nicht Obwohl er diesmal dem Tode zu weit entgegen kroch Die Lehrerin lehrt ihr Wissen unverändert In Überzeugung, es sei noch immer nicht veraltet Der Erniedrigte schluckt, während er die Wange hinhaltet In Überzeugung, es habe sich schon viel geändert Während sich die Heimat ein zweites Mal spaltet Der Gefangene träumt durch die eisigen Gitter In Überzeugung, sie streichle ihn wieder in den Schlaf Die Köchin würzt ihr Essen zu scharf In Überzeugung, es schmecke dann nicht mehr bitter Und kocht das Zehntausendste Schaf Der Geistige betet gegen seine Lust In Überzeugung, seine Beichte hätte gereicht Die Nomadin flüchtet so fern ihr Blick denn reicht In Überzeugung, es schone sie vor Verlust Während ihr Leben in den Seiten verbleicht
  9. Alex Luder

    Die Insel aus Staub

    Mein Ohr ist taub, mein Pferd ist tot Mein Schweigen laut, ich bin ein Mann in Not Ein Geist im Nebel, zu selten um zu sterben Zu tot um zu leben, irgendwo zwischen war und werden Der Fluss mündet in der staubigen Wüste Jede Idee verkümmert in der Öde der Gelüste Keine Blume, nur Unkraut, viel Wasser, kein Brot Meine Ohren sind taub und mein Pferd ist tot Ein Geier schreit in der Wüste aus Stein Nicht zu Sterben ist mein Leid, sondern tot zu sein Ein Mast ohne Segel, ein Reiter ohne Pferd Ein Geist im Nebel, ein Lehrer der verlernt Mein Körper ist Schutt, er brennt noch immer Mein Segel; kaputt, der Sturm wird schlimmer Auf einer Insel aus Staub, da kommt kein Boot Meine Nerven sind taub und mein Pferd ist tot
  10. Alex Luder

    Narren zum halben Preis

    Ich liegˋ am untˋren Ende und spür den kalten Wind, Fühl mich wie ein Wal der in dunkler Tiefe ertrinkt In Trunkenheit habˋ ich auf ein totes Pferd gesetzt Die Dame missbraucht und das Bein des Läufers verletzt Und jetzt spürˋ ich, wie mein Ideal in Händen verrinnt Aber ich kämpfˋ weiter und weiter, taub und blind Und hoffe, dass mich irgendwann wer mit sich nimmt Doch sie nehmen nur meine Ideen aus meiner glühendˋn Stirn Ich sehˋ sie alle, wie sie kalkulierend um mich irrˋn Ich liegˋ nackt da und mit tauben Händen In einer leeren Flasche mit transparenten Wänden Und jeder kommt vorbei, um sich selbst zu überzeugen Fasziniert wollen sie keine Zeit vergeuden Sie fragen, obˋs auch möglich sei, nur zu spenden Dass keine Liebenden mehr solchˋ Trauerspiele fänden Dann sehˋ ich wie sie die Blicke zu ihrer Börse wenden „Vielen Dank für die Spende, kommen sie wieder vorbei, Sie kriegen sein totes Pferd, beim Kauf von dreiˋn!“ Aber niemand will eine panische Dame oder ein totes Pferd Niemand will einen Läufer, der sich mit Krücken durchˋs Leben zerrt Wir sind eben Narren zum halben Preis, Dass der Glückliche auch von seiner Glücklichkeit weiss Bandura wusste, dass man vom Scheitern der Andˋren lernt Ich bin ein teures Modell, dass niemand zu haben begehrt Ich seh tote Duplikate am Boden, sie werden überteert Nach ihrem Tode, erstehen sie dann wieder auf Und warten ein weitˋres Leben auf ihren Kauf Und dann kommt der nächtliche Schatten, wieder ist es kalt Hier und da liegen noch immer Tote auf dem Asphalt Und wieder hörˋ ich Dylan und suchˋ nach Inspirationen Aber ich habˋ nichts zu fassen, nur Deprivationen Ich bin einer von Tausend, eine nächtliche Schattengestallt Die sich eine Wirklichkeit wünscht, die nie als Wahrheit galt Ein Deserteur, der gegen seine Bestimmung ballt Ich spür mich nicht, ich atme schneller und schneller Das Original liegt ausgesaugt und gefesselt im Keller
  11. Ich vermisse dich und dein helles Licht Kommˋ zurück, bevor die Nacht ausbricht Das Bett ist frisch, aber dein Duft, der blieb Es ist mir egal, worin ich mit dir liegˋ Hauptsache wir liegen in den Armen dicht Ich vermisse dich und dein helles Licht Siehˋ was ich aus unsˋren Herzen errichtˋ Ich gäbˋ dafür auch meine Seele her Und schenkˋ den Himmel dem Verzicht Nur für ein paar Minuten von dir mehr Ich vermisse wie dein Licht mich bricht Finde zurück, bevor unser Schein erlischt Ich brauch dich jetzt, mehr denn je Brauch jemanden, denn ich verstehˋ Brauch jemanden, denn ich von Innen sehˋ Und der meinen Armen nicht entwischt
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