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Diana Tauhwetter

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Über Diana Tauhwetter

  • Geburtstag 24.02.1997

Autorenleben

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    Paderborn

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  1. Hallo Carlos, es freut mich sehr, dass Dich das Gedicht berührt hat. Liebe Grüße, Diana
  2. Diana Tauhwetter

    Abschiedsgedanken

    Ich laufe über ein goldenes Band. Zwischen meinen Zehen entfallen knirschende Murmeln. Die schimmernde Scheibe schwebt über dem Horizont, und weiße Fetzen liegen auf dem weiten Blau wie ein zerschlissenes Leichentuch. Dort oben am Himmel kreischt eine Sirene. Sie zieht ihre Runden über meinem Kopf. Ich blicke ihr nach und betrachte ihren spiralförmigen Flug, der mich umkreist wie ein Planet die Sonne auf seiner Umlaufbahn. Ich folge dem Schatten, den sie auf den kalten Sand malt. Wie ein Fliegerbomber schwirrt sie unablässig hin und her. Ihre krächzende Kehle stößt Schreie aus, die wie aus weiter Ferne zu kommen scheinen. Ich wende den Kopf und schaue zum Meer. Das Branden der Wellen ist Kanonendonner in meinen Ohren. Und mit jedem Klatschen des Wassers gegen die steilen Klippen höre ich den Aufprall der Kugel auf seinem Herzen. Schritt für Schritt gehe ich vorwärts. Ich bin jung, doch mein Gang ist träge. Die Schwärze der Angst liegt auf mir wie ein schwerer Mantel. Meine Füße tragen Stiefel aus Blei. Mein Kopf ist leer, die Gedanken sind verflogen. Hinfort geweht wie ein welkendes Blatt im Wind. Hinfort gespült wie ein Papierboot in der offenen See. Und verbrannt wie eine Motte im gleißenden Licht. Und doch komme ich nicht umhin, meine Zeit mit einem einzigen Gedanken zu verschwenden, der mich mit seinen Schreckens-Schnüren gefesselt hält: Lebst du noch? © Diana Tauhwetter 2021
  3. Hallo Darkjuls, stimmt, man kann nur dazu lernen im Leben. Danke für dein Feedback. 🙂 Liebe Grüße, Diana
  4. Diana Tauhwetter

    Bin ich dumm?

    Bin ich dumm? Bin ich dumm? Weil noch sehr jung und erfahren? Weil heiter-fröhlich mein Gebaren? Weil ich mich gern im Kreise dreh‘? Und von der Welt nicht viel versteh‘? Bin ich dumm? Weil ich viel lache und gern tanze? Weil ich mich in mir selbst verschanze? Weil ich nicht zähle jeden Cent? Und mit Träumen meine Zeit verschwend‘? Bin ich dumm? Weil ich mein Gegenüber schätz‘? Weil ich nicht mitmach‘ beim Geschwätz? Weil ich naiv und ehrlich bin? Und täglich suche nach dem Sinn? Bin ich dumm? Weil ich mich nicht verstell‘? Weil stets verliere beim Duell? Weil nicht gemein ich bin zu ander’n Leut? Und viele Fehler mach‘ erneut? Bin ich dumm? Weil ich nicht lerne aus den Taten? Weil ich bin viel zu schlecht im Raten? Weil oft verlier‘ den roten Faden? Und bin ein Elefant im Porzellanladen? Bin ich dumm? Weil furchtbar Angst ich habe, dass mir entbehrt jegliche Gabe? Dass ich nie finde einen Knaben, der mich wird endlich gerne haben? Bin ich dumm? Weil ich fall‘ allzu oft hinein, in des Menschen gold’nen Schein, der sich entpuppt als Herz aus Stein, und ich drum bleib‘ ewig allein? Wenn dem so sei, dann soll’s so sein. Denn mein Herz und meine Seele sind rein. Und „Stirb dumm“ soll eine Tugend werden, wenn ich hinfort geh‘ von dies Erden. Tippfehler von mir leider direkt in der ersten Zeile: * unerfahren Sorry 🙂
  5. Diana Tauhwetter

    Papiersoldaten

    Papiersoldaten Stramm und starr, so steh’n sie da. Fein aufgereiht in Reih‘ und Glied im fremden Stahlregal-Gebiet, dem Hinterausgang doch recht nah. Verstaubt, vergilbt, verblasst, vergessen, und dennoch warten sie auf ihre Kür. Sie machen ewig Rast entlang der Tür, so wie es gilt als angemessen. Lieblos sind sie abgestellt, hinfort ins allerletzte Eck, mitsamt des knitternden Gepäcks, das faltig aus dem Innern quellt. Die schwarzen Mäntel einst so glanzvoll, sind heute nur noch grau und bleich. Das grelle Licht hat sie durchweicht. und Tinte ziert das Protokoll. Das einst‘ge Weiß der glatten Körper, ist heute gelblich und geknickt, da es zu oft die Sonne hat erblickt. Ja, Helios mag Zerfall befördern! Und auch die silbrig-glänzend Hebel, der zwei Ringe an jed‘ Stück, wurd‘n längst nicht mehr gedrückt. - Zurück vom General zum Feldwebel. Ja, ohne Sinn und ohne Zweck steh’n sie da und warten, mit beschrifteten Standarten, als dass der Reißwolf an ihn’n leckt. Brauchen tut sie keiner mehr, doch wegwerfen wär‘ ein Vergeh’n. denn vielleicht hat man was überseh’n, was von Bedeutung wiegt so schwer. Drum steh’n sie einfach nur so da und fristen ihre sinnlose Präsenz dahin bis zur Büro-Demenz. Tag für Tag für Tag. Sie warten auf ein letztes Mal, dass sie werden noch gebraucht. Doch die Zeit, sie ist verbraucht. Und so steh’n sie stumm im Saal. Aber halt! Auf der Frontseite da unten, befindet sich ein rundes Loch, das so leer ist immer noch, doch gefüllt kann werden ab sofort mit kunterbunten Blumenstielen, die freudig dann umspielen diesen tristen Aktenort. Rote Nelken mögen nie verwelken, und stattdessen Sinn verleih’n in den schier endlosen Reih’n. Von Papiersoldaten.
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