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  • monalisa
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_ wiederentdeckt
 
du siehst mich schon nicht mehr / nicht mich
mein pochender herzblick gleitet
an deinen schubladen ab
 
ich räume socken um
in meinem leben auf
verlaufe mich im garten
der tränenden träume
als deine stimme mich ruft
fall ich vom baum
 
und finde mich gehalten
im glanz deiner augen
inständig gesucht und_
 
Ein interessantes Gedicht, liebe Monalisa.
Es fällt durch Originalität aus der Reihe. 
Nur eins was würde ich dir empfehlen, und zwar "der tränenden Träume" zu streichen.
Komplett ist es so zu lesen: "im Garten der tränenden Träume". 
Ezra Pound, in seinem Essay  über die Lyrik empfiehlt, konkrete und abstrakte Begriffe nicht zu mischen.
"Im Garten", ohne jeden Zusatz, klingt viel besser. 
Ich sage dies alles nur weil dein Gedicht mir sehr gut gefällt.
 
 
 
 
 
 
Hallo Monalisa 
 
Nun bleibt nur noch zu klären 😉,
 
was der eigentliche Traum ist, der böse zu Beginn, oder der schöne am Ende, oder beide ...
 
so wie bei dem alten Chinesen, der träumte ein Schmetterling zu sein.
 
 
Übrigens schön, dass du hier mal vorbeischaust. Etliche alte Ex-Gedichte.comler werden sich freuen, dich wieder zu lesen.
 
Beste Grüße Lé.
 
Hallo Carlos @Carlos,
ich freue mich über deinen Beitrag. Danke!
Du hast mit sicherem Instinkt die Stelle markiert, die da so vorwitzig herausragt, für mich eher aufgrund von Kitschalarm! Das genaue Zitat von Ezra Pounds kenne ich nicht. Unter Vorbehalt (Unkenntnis des Zusammenhangs, in dem vom "Nichtmischen konkreter und abstrakter Begriffe" die Rede ist)  teile ich diese Meinung nicht. Für mich ist z.B. ein Gedicht, bestehend aus ausschließlich abstrakten Begriffen eigentlich nicht vorstellbar. Aber, verzeih,  das ist eine ganz andere Baustelle .
 
Die "tränenden Träume" sind in meinen Augen absolut kitschig, Ausdruck der etwas exaltierten Stimmung eines LI, das sich in Selbstmitleid ergeht, nachdem es sich zuvor schon in sachlich-pragmatischer Umgestaltung geübt hat . 
Noch einmal besonders hervorgehoben werden die "tränenden Träume" durch die Alitertion - das kann dann ingesamt schon ein bisschen zu dick sein, bereitet aber den Fall, der sich schließlich als Glücksfall herausstellt vor. Dachte ich! Ich geb aber zu, dass ich mir in der Wahl diese Stilmittels alles andere als sicher bin. Auch deshalb, stelle ich das Gedicht ja hier vor und bin neugierig auf die Reaktionen mehr oder weniger geneigter Leser*innen .
 
Hab vielen Dank für deinen Beitrag/Einwand, den ich sehr gut nachvollziehen kann !
Liebe Grüße
mona
_____________________________________
 
Hallo Lé @Létranger,
ja schön, dich auch hier wiederzusehen!
Auch du hast in deiner Antwort punktgenau auf die Träume verwiesen. Dass sie eine Hauptrolle spielen, dürfte also schon zum Ausdruck gekommen sein !
 
Vielen Dank für deinen Kommi!
Liebe Grüße
mona
_______________________________________
 
Hallo Charlotte @schwarzer lavendel,
danke für dein Verständnis. Es gibt halt immer mal was zum Umräumen, auch darin äußert sich das Leben und dass wir noch leben !
 
Vielen Dank und liebe Grüße
mona
 
Hi Mona,
mir gefällt die Schleife zwischen Titel und Ende, denn sie versinnbildlicht für mich den ständigen Kreislauf, alles fängt immer wieder von vorne an. Träume sind Schäume, ob schön oder traurig schmerhaft - und schwupps fängt es wieder von vorne an, eben so lange bis man aufwacht und es vorbei ist mit sich in Träumen verlieren. Neulich hab ich einen sehr schönen Satz gelesen: Zitat: " Glück ist Realität minus Erwartung.
Herzeleid ist so schmerzhaft dass Kitsch oft gar nicht ausreicht es darzustellen, denn es ist die Spitze, wie schreckliches Zahnweh bei dem die Sternchen vor Augen flimmern so schrill.
Die Nüchternheit ist auch  nur eine Flucht im Versuch mit überbordenden Gefühlen fertig zu werden.
 
Liebe Grüße
Sali
 
Danke, Sali!
Die Nüchternheit ist auch  nur eine Flucht im Versuch mit überbordenden Gefühlen fertig zu werden.
Diesen Satz finde ich sehr treffend, auch und gerade auf diese Zeilen angewandt, in denen LI ja beide "Strategien" vereint, das nüchterne Aufräumen und sich in überschäumenden Gefühlen verlieren.
 
Wenn ich deinen Satz vom Glück richtig verstehe und ein wenig umformuliere, lande ich bei
"Ich erwarte wenig und bin beglückt von allem, was darüber hinausgeht."
 
Aber hoffen, hoffen darf man, soll man doch und wunschträumen, ohne den Anspruch zu erheben, dass das alles und sofort wahr weden muss . 
 
Vielen herzlichen Dank für deinen empathischen Kommentar.
Liebe Grüße
mona
 
Liebe mona,
 
du siehst mich schon nicht mehr / nicht mich
mein pochender herzblick gleitet an
an deinen schubladen ab
 
ich räume socken um
in meinem leben auf
verlaufe mich im garten
der tränenden träume
als deine stimme mich ruft
fall ich vom baum
 
und finde mich gehalten
im glanz deiner augen
inständig gesucht und_
 
Ich bin auch ein bisschen über die "tränende Träume" gestolpert. Deine Erklärung:
 
Die "tränenden Träume" sind in meinen Augen absolut kitschig, Ausdruck der etwas exaltierten Stimmung eines LI, das sich in Selbstmitleid ergeht, nachdem es sich zuvor schon in sachlich-pragmatischer Umgestaltung geübt hat . 
 
Verstehe ich zwar, aber ich würde doch das Adjektiv weglassen und "falle" schreiben statt der Verkürzung - ist der Baum wirklich notwendig? er kommt etwas unverhofft ins Spiel? Vielleicht könnte man es auch umstellen:
 
ich räume socken um
in meinem leben auf
verlaufe mich im garten
der träume
und falle 
als deine stimme mich ruft
 
Sehr gerne gelesen!
 

loop
 
 
 
 
 
Liebe Loop,
vielen Dank für deine eingehende Beschäftigung mit dem Text. Ich fürchte, da ist einiges nicht ganz so gelungen, wie ich mir das vorgestellt habe. Dass die Stelle mit "tränenden Träume" fragwürdig ist, das war mir schon klar, der stehe ich selbst zwiespältig gegenüber.
 
In deiner Version fehlt aber einiges, das für mich zentral war und Richtung vorgeben sollte, was wohl nicht wirklich funktioniert hat. Ja vielleicht wäre es für das Gedicht als solche auch besser, es allgemeiner und weiter zu fassen?
 
Z.B. macht es für mich ein riesigen Unterschied, ob LI fällt, oder ob es vom Baum fällt. Für mich ist der Garten voller Bäume, das war mir überhaupt nicht bewusst, dass der Baum unverhofft kommt.  Ich mochte auch gerade den rhytmischem Rumpler, der zu diesem tiefen Fall passt:
"fall ich vom Baum"  mit dem beschnittenen "falle" und "ich" in der Versenkung.
Wenn das Ganze in "als deine stimme mich ruft" endet, fehlt mir der Bezug zum Titel und der "Rundkurs" ist unterbrochen bzw. nicht mehr vorhanden.
 
Ich schaue jetzt erstmal, wie ich den Baum besser einbinden und den Kitsch entschärfen kann, ohne dass aus meiner ursprünglichen Idee eine ganz andere Geschchte wird.
 
du siehst mich schon nicht mehr / nicht mich
mein pochender herzblick gleitet
an deinen schubladen ab
 
ich räume socken um
in meinem leben auf
verlaufe mich im garten
mächtiger trauerweiden
versteige mich in ihrem geäst
als deine stimme mich ruft
fall ich vom baum
 
und finde mich gehalten
im glanz deiner augen
gesucht und  _
 
Was würdest du davon halten, nur mal so als Arbeitsversion  ?
 
Liebe Grüße
mona
 
  • monalisa
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