ANSICHT UND MYTHEN
Herrn Götz Herrmann und der Stadt Eberswalde gewidmet.
Und steht auch am Ufer bis heute die Eiche.
Versinkt sie im Grünen und prägt sie den Strand.
Man sagt auch, ein Kater die Äste beschleiche.
Erzählt er die Mythen, die hat er gekannt.
Und läuft er gefangen. Denn hält ihn die Kette.
So läuft er tagtäglich. Und nächtlich im Kreis.
Und dichtet und spricht er. Die Sagen er hätte.
Erzählt er Legenden. Die keiner hier weiß.
So schreitet nach rechts er. Erklingen die Lieder.
Sodass er die Strophen mit Liebe dann singt.
Denn trifft man die Sagen im Walde so wieder.
So schreitet nach links er. Das Singen verklingt.
Denn kennt er die Wesen und Nixen, die lauern.
Verliert bald ein Sucher beim Wandern den Weg.
Und während Geblicke. Die tausend erschauern.
Erzählte der Kater Geschichten mir träg‘.
So schrieb‘ ich die Sagen. Ich denke schon nieder.
So steht noch bis heute. Die Eiche, die treibt.
Ich glaube, ich komme. Als Dichter bald wieder.
Damit ein Vermächtnis. Den Leuten verbleibt.
Verschliefen die Länder. Die Flüsse, sie trieben.
Und brachten sie schließlich der Stadt ihre Nacht.
Sodass auch die Wolken des Sommers verblieben.
Denn haben wohl diese die Blumen gebracht.
Es schien auch, als lägen. Recht müde die Träume.
Die flossen wie Nebel. Die Finow verwegt.
Umschlossen die Blüten der Sterne die Bäume.
Sie zeigten das Leben. Das jeder wohl trägt.
Verschwamm‘ nun der Tage. Am Ende so trunken.
Und hingen die Schleier des Abends azur.
So waren die Wälder schlussendlich versunken.
Und glänzten im Monde wie Perlen der Schnur.
Durchbrachen die Lichter recht kraftlos die Stelle.
An der noch die Sonne im Jenseits versank.
So grüßte der Lichtschein. Im Abend, der Helle.
Die Stadt und die Länder. Vielleicht so zum Dank.
Der Himmel entflammte durch dieses Versinken.
Und glänzten die Straßen. Dadurch wie die Glut.
Sodass auch im Scheinen die Sterne verblinken.
Ummalten sich Farben der Wolken wie Blut.
Und irgendwie alles erschien auch verlegen.
Die Schwärze verfloss auch im Abend allein.
So mochte das Ried sich am Ufer auch regen.
Als säße die Nixe recht einsam am Stein.
Es war so, als schien sie den Jungen erwarten.
Der gab ihr aus Liebe, den Ringe. Der drang.
Verließ er sie schließlich. Die Herzen erstarrten.
Und während der Trauer ein Liede sie sang:
„Fahr wohl nun, du Ringe. Der wurde gestohlen.
Fahr wohl nun, du Liebe. Auf ewig und Zeit.
Ich wünschte, ich könnte die Liebe verhohlen.
Doch prägt mich seit langem im Herzen das Leid.
Fahr wohl nun, du Ringe. Der wurde genommen.
Leb‘ wohl nun, du Junge. Der ruht nun im Schein.
So hab‘ ich die Tränen und Zähren vernommen.
So wird doch der Junge. Wohl nimmer mein sein.“
So hört man bis heute. Das Schluchzen in Fluten.
So weh‘ dem, dem Sucher. Der sieht sie und greint.
So weint sie, als würde ihr Herz auch verbluten.
Denn ist es die Nixe. – Die Gude. – Die weint.
Verlor‘ sich der Weg auch in mitten der Wälder.
Und lief durch diese. – Die weiße Gestalt.
Und trieb sie und trieb sie inmitten der Felder.
Und lief sie zur Kirche. Die ruhte im Wald.
Denn musste der Kirche zwei Decken sie spenden.
So hat sie mit Händen die Tücher umgarnt.
Verstarb sie und wollt‘ man ihr Treiben beenden.
So hat sie den Diener des Bischoffs gewarnt.
„Ich strickte die Tücher nach meinem Vermessen.
Sodass ich dann diese mit Gold auch beschlug.
Und hab‘ ich bis heute den Eid nicht vergessen.
So nahm ich die Decken. Zur Kiste ich trug.
So scheint nun die Truhe die Leinen bewahren.
Die schuf‘ ich für Menschen. Für jenen Altar.
Ich treib‘ nun und weile seit tausend von Jahren.
Und bleib‘ ich auf Erden. Bis liegen sie da.“
So brachte man schließlich die Decken zur Stätte.
Sodass auch das Weilen der Toten verschwand.
Erzählte der Kater, der schlich um die Kette.
So sieht man bis heute sie gar nicht im Land.
Nicht weit doch vom Orte. Dort ragte die Mühle.
Und fraßen die Ratten das Weizen und Korn.
So kam dann im Abend ein Mann ins Gestühle.
Und hegte den Nagern im Herzen den Zorn.
Versteckte er schließlich wohl etwas im Heue.
Bis heute weiß niemand. Was ließ er nun dort.
Doch rannten am Morgen die Ratten in Scheue.
Sie liefen zur Finow. Und schwammen dann fort.
Verschliefen die Länder. Die Flüsse, sie trieben.
Und brachten sie schließlich der Stadt ihre Nacht.
Ich werde für immer. Die Orte hier lieben.
Denn haben mich diese. Zum Dichter gemacht.
Es schien auch, als lägen. Recht müde die Träume.
Der Wind riss die Blätter. Die hingen geneigt.
Umschlossen die Blüten der Sterne die Bäume.
Die Stadt hat mir Leben im Leben gezeigt.
Ich will hier bloß bleiben. Ich denke. Entgegen.
Es ist schon wie Frieden. Wenn lauf‘ ich entlang.
Ich möchte hier bleiben. Hier weilen und hegen.
Und bleibt auch das Werke. Ein Sinnbild als Dank.
27.03.2025
Eberswalde und Berlin
© Marc Donis
Herrn Götz Herrmann und der Stadt Eberswalde gewidmet.
Und steht auch am Ufer bis heute die Eiche.
Versinkt sie im Grünen und prägt sie den Strand.
Man sagt auch, ein Kater die Äste beschleiche.
Erzählt er die Mythen, die hat er gekannt.
Und läuft er gefangen. Denn hält ihn die Kette.
So läuft er tagtäglich. Und nächtlich im Kreis.
Und dichtet und spricht er. Die Sagen er hätte.
Erzählt er Legenden. Die keiner hier weiß.
So schreitet nach rechts er. Erklingen die Lieder.
Sodass er die Strophen mit Liebe dann singt.
Denn trifft man die Sagen im Walde so wieder.
So schreitet nach links er. Das Singen verklingt.
Denn kennt er die Wesen und Nixen, die lauern.
Verliert bald ein Sucher beim Wandern den Weg.
Und während Geblicke. Die tausend erschauern.
Erzählte der Kater Geschichten mir träg‘.
So schrieb‘ ich die Sagen. Ich denke schon nieder.
So steht noch bis heute. Die Eiche, die treibt.
Ich glaube, ich komme. Als Dichter bald wieder.
Damit ein Vermächtnis. Den Leuten verbleibt.
Verschliefen die Länder. Die Flüsse, sie trieben.
Und brachten sie schließlich der Stadt ihre Nacht.
Sodass auch die Wolken des Sommers verblieben.
Denn haben wohl diese die Blumen gebracht.
Es schien auch, als lägen. Recht müde die Träume.
Die flossen wie Nebel. Die Finow verwegt.
Umschlossen die Blüten der Sterne die Bäume.
Sie zeigten das Leben. Das jeder wohl trägt.
Verschwamm‘ nun der Tage. Am Ende so trunken.
Und hingen die Schleier des Abends azur.
So waren die Wälder schlussendlich versunken.
Und glänzten im Monde wie Perlen der Schnur.
Durchbrachen die Lichter recht kraftlos die Stelle.
An der noch die Sonne im Jenseits versank.
So grüßte der Lichtschein. Im Abend, der Helle.
Die Stadt und die Länder. Vielleicht so zum Dank.
Der Himmel entflammte durch dieses Versinken.
Und glänzten die Straßen. Dadurch wie die Glut.
Sodass auch im Scheinen die Sterne verblinken.
Ummalten sich Farben der Wolken wie Blut.
Und irgendwie alles erschien auch verlegen.
Die Schwärze verfloss auch im Abend allein.
So mochte das Ried sich am Ufer auch regen.
Als säße die Nixe recht einsam am Stein.
Es war so, als schien sie den Jungen erwarten.
Der gab ihr aus Liebe, den Ringe. Der drang.
Verließ er sie schließlich. Die Herzen erstarrten.
Und während der Trauer ein Liede sie sang:
„Fahr wohl nun, du Ringe. Der wurde gestohlen.
Fahr wohl nun, du Liebe. Auf ewig und Zeit.
Ich wünschte, ich könnte die Liebe verhohlen.
Doch prägt mich seit langem im Herzen das Leid.
Fahr wohl nun, du Ringe. Der wurde genommen.
Leb‘ wohl nun, du Junge. Der ruht nun im Schein.
So hab‘ ich die Tränen und Zähren vernommen.
So wird doch der Junge. Wohl nimmer mein sein.“
So hört man bis heute. Das Schluchzen in Fluten.
So weh‘ dem, dem Sucher. Der sieht sie und greint.
So weint sie, als würde ihr Herz auch verbluten.
Denn ist es die Nixe. – Die Gude. – Die weint.
Verlor‘ sich der Weg auch in mitten der Wälder.
Und lief durch diese. – Die weiße Gestalt.
Und trieb sie und trieb sie inmitten der Felder.
Und lief sie zur Kirche. Die ruhte im Wald.
Denn musste der Kirche zwei Decken sie spenden.
So hat sie mit Händen die Tücher umgarnt.
Verstarb sie und wollt‘ man ihr Treiben beenden.
So hat sie den Diener des Bischoffs gewarnt.
„Ich strickte die Tücher nach meinem Vermessen.
Sodass ich dann diese mit Gold auch beschlug.
Und hab‘ ich bis heute den Eid nicht vergessen.
So nahm ich die Decken. Zur Kiste ich trug.
So scheint nun die Truhe die Leinen bewahren.
Die schuf‘ ich für Menschen. Für jenen Altar.
Ich treib‘ nun und weile seit tausend von Jahren.
Und bleib‘ ich auf Erden. Bis liegen sie da.“
So brachte man schließlich die Decken zur Stätte.
Sodass auch das Weilen der Toten verschwand.
Erzählte der Kater, der schlich um die Kette.
So sieht man bis heute sie gar nicht im Land.
Nicht weit doch vom Orte. Dort ragte die Mühle.
Und fraßen die Ratten das Weizen und Korn.
So kam dann im Abend ein Mann ins Gestühle.
Und hegte den Nagern im Herzen den Zorn.
Versteckte er schließlich wohl etwas im Heue.
Bis heute weiß niemand. Was ließ er nun dort.
Doch rannten am Morgen die Ratten in Scheue.
Sie liefen zur Finow. Und schwammen dann fort.
Verschliefen die Länder. Die Flüsse, sie trieben.
Und brachten sie schließlich der Stadt ihre Nacht.
Ich werde für immer. Die Orte hier lieben.
Denn haben mich diese. Zum Dichter gemacht.
Es schien auch, als lägen. Recht müde die Träume.
Der Wind riss die Blätter. Die hingen geneigt.
Umschlossen die Blüten der Sterne die Bäume.
Die Stadt hat mir Leben im Leben gezeigt.
Ich will hier bloß bleiben. Ich denke. Entgegen.
Es ist schon wie Frieden. Wenn lauf‘ ich entlang.
Ich möchte hier bleiben. Hier weilen und hegen.
Und bleibt auch das Werke. Ein Sinnbild als Dank.
27.03.2025
Eberswalde und Berlin
© Marc Donis