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Ball der Träumer

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Ball der Träumer
 
 
Verschlafen rankt sich Grün, als eine Grenze,
um jene fliederschwer behangne Statt,
wo wispernd Blumen die verblühten Tänze
berichten, die ein jeder Schläfer dort –
in fahlem, längst vergessnem Lenze –
so irdisch wachend vorgeführet hat.
Doch fern und anders war der Ort.
 
Bloß Schweigen spricht sich nun ganz zögernd, bleiern,
liegt als ein Nebel über ihrem Bett.
Wie ein gehauchtes Sehnen nach den Feiern,
schwebt ein Geheimnis über diesem Hort.
Ein Windstoß bringt den Klang von Leiern
aus nahem Wald, eröffnet das Ballett –
und fern und anders wirkt der Ort.
 
Im Klang des Mondlichts spürt man ein Erwachen,
Erinnern wühlt sich aus der Erd’ empor;
und was einst träumte steigt nun aus dem Rachen
des Dumpfen und ergreift erneut das Wort.
Die Nacht vergilbt, die Träumer lachen,
die Welt um sie spielt Walzer, singt im Chor.
Das Fern und Anders ist der Ort.
 
Gleich einem Irrlichtern der Dimensionen
erscheint dem Zuschauer der Geisterball.
Und erst als Sonnenstrahlen die Visionen
berührn, ziehn sie im Tau und Nebel fort.
Wo immer auch die Träumer wohnen,
wir folgen, als ein stummer Widerhall.
Wie fern und anders ist der Ort …
 
© Sascha Besier
 
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