Dichten scheint sich nicht zu lohnen
so als Quelle für sein Geld,
erst wenn wir in Gräbern wohnen,
fällt wem auf, dass doch gefällt,
was zu Lebzeit wir geschrieben,
kaum beachtet, selbst verschenkt.
Plötzlich wollens alle lieben.
Schelm ist, wer nun böses denkt.
Ist der Dichter erst verstorben,
wird sein Werk gar int'ressant.
Ist nicht weiter drum verdorben,
dass man ihn noch atmend fand.
Herzensblut schrieb er in Zeilen -
wertlos, wenn es weiterfließt!
Menschen wolln beim Drama weilen,
tragens in sich, wie du siehst.
Gibts drum nichts zu kritisieren,
so bedarf es der Kritik,
denn statt Schönes zu verzieren,
wählt der Mensch so gern den Krieg;
in den Herzen, in den Köpfen,
auf dem Schlachtfeld, infernal.
Lieber aus dem Chaos schöpfen,
als auch nur ein zweites Mal
sich den Künsten hinzugeben,
die so schön und reflexiv
spiegeln unser Seelenleben ...
mancher Abgrund ist wohl tief.
Denn sich selber zu erkennen,
sich und seinen Januskopf,
das bedeutet zu verbrennen
an der Wahrheit bittrem Tropf.
Reine Kunst zeigt uns den Spiegel,
streut Salz aufs verletzte Kind,
bricht die sieben Seelensiegel,
zeigt uns, wer wir wirklich sind!
so als Quelle für sein Geld,
erst wenn wir in Gräbern wohnen,
fällt wem auf, dass doch gefällt,
was zu Lebzeit wir geschrieben,
kaum beachtet, selbst verschenkt.
Plötzlich wollens alle lieben.
Schelm ist, wer nun böses denkt.
Ist der Dichter erst verstorben,
wird sein Werk gar int'ressant.
Ist nicht weiter drum verdorben,
dass man ihn noch atmend fand.
Herzensblut schrieb er in Zeilen -
wertlos, wenn es weiterfließt!
Menschen wolln beim Drama weilen,
tragens in sich, wie du siehst.
Gibts drum nichts zu kritisieren,
so bedarf es der Kritik,
denn statt Schönes zu verzieren,
wählt der Mensch so gern den Krieg;
in den Herzen, in den Köpfen,
auf dem Schlachtfeld, infernal.
Lieber aus dem Chaos schöpfen,
als auch nur ein zweites Mal
sich den Künsten hinzugeben,
die so schön und reflexiv
spiegeln unser Seelenleben ...
mancher Abgrund ist wohl tief.
Denn sich selber zu erkennen,
sich und seinen Januskopf,
das bedeutet zu verbrennen
an der Wahrheit bittrem Tropf.
Reine Kunst zeigt uns den Spiegel,
streut Salz aufs verletzte Kind,
bricht die sieben Seelensiegel,
zeigt uns, wer wir wirklich sind!