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Feedback jeder Art Die Erde tobt

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  • Alter Wein
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Der Sommer hat sich selbst verbrannt
erstickt in roter Hitze
und Erde wird zu heißem Sand
staubt sich durch jede Ritze
 
verglühend strahlt das Sonnenblau
und Blätter fallen knisternd 
die Flüsse fließen träge grau
nicht rauschend, leise wispernd
 
an Ufern steht der Mensch und schaut
auf kleine seichte Wellen
kein Leben wird auf Sand gebaut
vertrocknet sind die Quellen
 
doch irgendwann entspringt die Flut
reißt alles mit sich fort
die Erde tobt mit großer Wut
Du Mensch hast keinen andern Ort
 
Hallo Rhoberta,
 
ich bin ja froh, dass mein Flüsschen noch reichlich Wasser führt, ohne Abkühlung wäre die Hitze kaum zu ertragen.
Aber die dahinter stehende Problematik ist sehr ernst.
Ob der Sommer sich selbst verbrannt hat.. oder war es der Mensch? Der sich die eigenen Finger an seiner Gier verbrannt hat, und nun nicht einsehen mag, dass er die eigene Lebensgrundlage zerstört? Tja, wir sind auf diesen Ort angewiesen, umgekehrt gilt das nicht.
Tendenziell werden die Sommer auch hier spürbar heißer und trockener. Dieses Jahr ging es vergleichsweise noch.. bisher.
Die Dramatik wird sich noch zeigen, wie sie sich heute schon vielerorts zeigt, in weit ernsterer Lage als bei uns in Deutschland.
kein Leben wird auf Sand gebaut
Diesen Vers finde ich sehr stark, weil das Bild einen tiefen Eindruck hinterlässt. Jeder kann sich sofort vorstellen, wie vergeblich die Mühe ist, etwas Standfestes auf Sand zu errichten. Zugleich verschluckt der Sand alles, was uns Leben ermöglicht, Wasser. Und Pflanzen finden keinen Halt.
Darin liegt auch die zunehmede Desertifikation, von der versiegten Quelle zur nahenden Wüste.
 
die Erde tobt mit großer Wut
Mmh. Diese Zuschreibung würde ich vielleicht überdenken. Es ist etwas seltsam, der Erde ein Fühlen und Gefühlsreaktionen menschlicher Art zuzuweisen. Für uns mag es sich anfühlen wie ein Toben vor Wut, aber die Erde, die Natur "reaigert" nur um ein neues Gleichgewicht zu finden, Mechanismen die von uns ausgelöst werden und Veränderungen bewirken. Ursache - Wirkung, so einfach letztlich. Dahinter steht keine bewusste Entscheidung "der Erde".
Anders natürlich, wenn diese Erde in einem göttlichen Sinne betrachtet werden soll und ihr ein Bewusstsein zugeschrieben wird, dann wäre die Zuschreibung entweder zutreffend oder anmaßende Gotteslästerung ,-) kleiner Spaß!
Nein, aber das vermute ich hier nicht, es passt nicht recht in den Kontext.
Naja, vielleicht kannst du etwas damit anfangen, sonst ist auch ok und es bleibt ein starkes Werk!
 
Liebe Grüße, Lichtsammlerin
 
Ganz toll geschrieben Rhoberta, über den Mensch, Natur, Erde die wütend ist.....
Sehr eindrucksvoll!!
 
Ob es den Leuten wichtig, bewußt oder egal ist- Tatsache ist, wir haben keinen anderen Ort. Menschen sollen darüber nachdenken und viele machen das und dann entstehen solche super Werke, wie dieses hier von dir.
 
Sehr gerne gelesen
 
Liebe Grüße, L.
 
Hallo Rhoberta,
dein Gedicht gefällt mir sehr gut. Du hast die Folgen des Klimawandels in eindrücklichen Versen beschrieben. Die Trockenheit wird in manchen Gegenden zum Problem.Allerdings über die letzten Zeilen würde ich auch noch mal nachdenken. Ich sehe den Zusammenhang so, durch die zunehmende Erderwärmung schmelzen die Polkappen und der Meeresspiegel steigt. Bis zum Ende des Jahrhunderts werden vielleicht einige Küstenstädte verschwunden sein.
Habe deine Zeilen gern gelesen.
 
Liebe Grüsse
anais
 
 
Hallo Lichtsammlerin,
herzlichen Dank für Deine intensiven Gedanken.
Ich freue mich sehr, dass Du dieses Gedicht grundsätzlich als stark beschreibst. Das ist ein großes Lob, aber vor allem freut mich die Empfindung daran, denn das ist es, warum ich wohl diesen Schritt gemacht habe, mich auf diesem Forum anzumelden. Zu erfahren, wie meine Gedichte empfunden werden.
Und damit gehe ich zu Deiner konstruktiven Kritik der letzten zwei  Zeilen.
die Erde tobt mit großer Wut
Du Mensch hast keinen andern Ort
Es ist wiederum aus meiner Empfindung entstanden, der „Welt eine menschliche Gefühlsreaktion zuzuweisen". Aber das habe ich nicht bewußt gemacht, es hat sich geschrieben und dann entdecke ich für mich eine Wahrheit oder habe eine Erkenntnis.
Der Mensch benutzt, zerstört und quält die Welt, sie kann sich nicht wehren, tobt vor Wut und ruft den Menschen ihre Mahnung zu. 
Gedichte zu schreiben heißt vielleicht bei mir, für das reale Leben lyrische Bilder zu finden.
Liebe Lichtsammlerin, ich danke Dir sehr für Deinen intensiven Kommentar, der mir die Möglichkeit gegeben hat, das Gedicht und meine Art des Schreibens neu zu bedenken.
HG Rhoberta
 
Liebe Lena,
ganz großen Dank. 
Deine Antwort freut mich so sehr und deshalb schicke ich Dir ein 
HG Rhoberta
 
Hallo anais,
ein großes Dankeschön und meine Antwort an Lichtsammlerin ist auch für Dich...(-:
HG Rhoberta
 
Dankeschön @anais @Berthold @Sonja Pistracher@Lichtsammlerin @Sonnenuntergang 

 
 
Hallo Rhoberta,
 
 
den Klimawandel hast du gut in Wortbilder gesetzt.
 
Das der Mensch daran Schuld trägt ist ohne Frage und so muss er zusehen wo er bleibt – denn die Natur ist stärker.
 
 
LG Sternwanderer
 
 
 
  • Alter Wein
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