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Feedback jeder Art Die Schwarze Wüste

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  • Dionysos von Enno
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Vom Falke bis zum Schakal​
Tag und Nacht und Tod und Leben​
Scharlachrot an Haaren, scharlachrot an Haut​
Seth spricht schweigend Wahrheit dornenreich​
Die Brunnen voller Schlangenknäuel​
Bittere Tropfen weinen ihre Zähne​
In das verdorrte Asketenfleisch​
Von einer lebensfeindlichen Sonne gebleicht​
Die in seinem Reich über allem scheint​
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Glaubensoase, Wasser nur Fata Morgana im Sand​
Salz der Erde, Salz der Erkenntnis​
Ein Mund ohne Zunge, leer wie ihre Versprechen​
Ein Mund voll Staub​
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Liegen vor ihm blanke Schädel zu Füßen​
Doch sein Weg ist ausweglos​
Mit den Toten Winden wohin man niemanden findet​
Dort endet sein Kreis in der Wüste​
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"Der Seth-Zyklus Teil I"​
 
Hi @Joshua Coan
 
ein tiefgründiges und interessantes Werk, das zum Nachdenken anregt. Die gewählten Bilder haben mich sofort angesprochen. Sie sind stark und versetzen den geneigten Leser direkt in diese spezielle Atmosphäre, die Hoffnung auf Mehr macht. Anbei ein paar Gedanken dazu: 
 
1. Das Gedicht behandelt tiefgründige Themen wie Leben, Tod, Glaube und Erkenntnis. Die düstere und mystische Atmosphäre, die durch die bildreiche Sprache erzeugt wird, vermittelt die Schwere dieser Themen und die schwierige Suche nach Wahrheit und Bedeutung.
In den ersten Versen wird das Bild einer Person, möglicherweise Seth, gezeichnet, die scharlachrote Haare und Haut hat. Seth könnte hier als eine mythologische oder symbolische Figur stehen, die Wahrheit und Erkenntnis verkörpert. Die "Brunnen voller Schlangenknäuel" und "bittere Tropfen" könnten sowohl für Gefahren und Schwierigkeiten auf dem Weg zur Wahrheit als auch für die schmerzhaften Erkenntnisse stehen, die manchmal erreicht werden.
 
2. Der zweite Abschnitt vermittelt das Bild einer trostlosen Wüste, in der die "Glaubensoase" nur eine Illusion ist, und das Wasser, das Lebenselixier, eine "Fata Morgana im Sand". Das Salz der Erde und der Erkenntnis könnten auf die Notwendigkeit der Weisheit und Wahrheit hindeuten, um in dieser rauen Umgebung zu überleben. Der "Mund ohne Zunge" und die "leeren Versprechen" zeigen die Unfähigkeit, die Wahrheit zu kommunizieren oder zu teilen.
 
3. Im letzten Abschnitt liegt der Schädel als Symbol des Todes zu Füßen des Protagonisten, was darauf hindeutet, dass Tod und Vergänglichkeit auf dem Weg zur Erkenntnis unvermeidlich sind. Der ausweglose Weg und die "Toten Winde" symbolisieren die Einsamkeit und das Gefühl der Verlorenheit auf dieser Reise. Schließlich endet der Kreis des Protagonisten in der Wüste, was darauf hindeutet, dass trotz der Suche nach Wahrheit und Erkenntnis das Ende ungewiss und möglicherweise unbefriedigend bleibt.
 
4. Die Suche in diesem Gedicht wird als eine schwierige und herausfordernde Reise dargestellt, auf der der Protagonist nach Wahrheit, Erkenntnis und Bedeutung sucht. Die äußere Welt wird durch die Wüstenlandschaft und die harschen Bedingungen symbolisiert, die die Suche erschweren und auf den hohen Preis für die Erkenntnissuche hindeuten. Diese lebensfeindliche Umgebung unterstreicht die Entschlossenheit und den Willen des Protagonisten, trotz der Widrigkeiten nach Wahrheit zu suchen.
 
5. Die innere Welt wird durch die Emotionen und Erfahrungen des Protagonisten repräsentiert, der mit bitteren Tränen, leerem Mund und einer ausweglosen Situation konfrontiert ist. Diese Bilder verdeutlichen die emotionale Schwere und das Leid, das mit der Suche nach Wahrheit und Erkenntnis einhergeht. Die innere Welt wird als ebenso karg und trostlos dargestellt wie die äußere, was auf die Schwierigkeit hindeutet, inneren Frieden oder Zufriedenheit auf dieser Reise zu finden.
 
6. Die Möglichkeiten, die bleiben, scheinen auf den ersten Blick begrenzt zu sein, da das Gedicht mit dem Bild des Protagonisten endet, der seinen Kreis in der Wüste abschließt. Dies könnte auf eine gewisse Resignation oder Ernüchterung hindeuten, da der Protagonist trotz seiner Suche nach Wahrheit und Erkenntnis nicht die erhoffte Befriedigung findet. Andererseits könnte das Ende des Kreises in der Wüste auch eine Art von Neubeginn oder Transformation symbolisieren, bei der der Protagonist durch seine Erfahrungen gewachsen ist und sich möglicherweise einer neuen Phase der Suche oder des Verständnisses öffnet.
 
Insgesamt vermittelt das Gedicht eine düstere Perspektive auf die Suche nach Wahrheit und Bedeutung, sowohl in der äußeren als auch in der inneren Welt. Die begrenzten Möglichkeiten, die bleiben, zeigen, dass diese Suche nicht immer zu befriedigenden Antworten oder einem glücklichen Ende führt. Dennoch könnte der unbeugsame Wille des Protagonisten, die Reise fortzusetzen und sich den Widrigkeiten zu stellen, auch eine Botschaft der Hoffnung und des Durchhaltevermögens vermitteln. Das Gedicht wäre insofern eine düstere und bildreiche Darstellung der Suche nach Wahrheit und Bedeutung in einer harten, lebensfeindlichen Welt. Die Schwierigkeiten und Gefahren, die mit dieser Suche einhergehen, werden durch die eindringlichen Bilder und die mystische Atmosphäre des Gedichts verdeutlicht.
 
mes compliments
 
Dio
 
  • Dionysos von Enno
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