Karlo, ein paar Dinge will ich nur klarstellen, die du falsch verstanden oder falsch dargestellt hast und dich dann bitten, hier keine Diskussion über Gott weiter zu verfolgen, denn das Gedicht handelt nicht von Gott, sondern von (bestimmten) Menschen:
Karlo schrieb:
Ich bin nicht ein Anwalt Gottes, ist ja lächerlich.
So habe ich dich auch nicht genannt. Wenn du meine Aussage dazu auf dich beziehst, wirst du wohl deine Gründe haben.
Karlo schrieb:
Aber die meisten, die die große Lippe haben und den Glauben nur verkackeiern sind mir suspekt. Aber diese menschliche Überheblichkeit ist weit verbreitet. So wie du schreibst mischt du alles schön durcheinander aber das sind übernommene Ansichten.
Wie soll denn das Leben entstanden sein, aus einem Einzeller bis zum heutigen Menschen, das ist doch sehr unwahrscheinlich. Alles ist aus Geist entstanden und alles steht miteinander in Verbindung. Auch die schwarzen Löcher
Die Kirchen interessieren mich wenig, für mich ist Jesus, seine Worte und Werke entscheidend. Ja, ich weiß es ist erst Jahrzehnte später nieder geschrieben. Was Jesus sagte, da kommt kein Nietzsche hin, der ab 55Jahren sowieso nicht mehr geschäftsfähig war. Weißt du was die Hölle ist, wenn der lebenslang Ungläubige am Ende seiner Tage ängstlich nach Gott ruft und er dann nicht antwortet. Gott ist auch nur ein Name, damit man sich über etwas austauschen kann, damit man ungefähr weiß was gemeint ist. Gott ist die Liebe, dann erklär mir mal was Liebe ist. Gott ist nicht erklärbar sonst wäre er nicht Gott, aber er ist erfahrbar im innersten des Herzens der Seele.. Übrigens heute ist Christ Himmelfahrt, ach ja Vatertag fast vergessen.
1. Hat alles nichts mit meinem Text zu tun. Darin wird weder die Existenz, noch die Nichtexistenz Gottes behauptet und auch kein Glauben "verkackeiert". Der Text handelt vielmehr davon, wie manche Menschen sich den Begriff "Gott" (ob Gott existiert oder nicht) zu eigen machen, weil sie nicht zu ihrer eigenen Meinung stehen können oder weil sie ihre Haltung nicht begründen können. Man erkennt diese Leute oft daran, dass sie beleidigt reagieren, wenn man ihnen ihren Gott streitig macht. Denn warum sollte man beleidigt sein, wenn jemand persönlich für sich entschieden hat, nicht an Gott zu glauben? Für mich ergibt das nur Sinn, wenn der "Beleidigte" sich selbst mit Gott gleichsetzt (oft wahrscheinlich un- oder sogar unterbewusst). Ist dann eben immer interessant, wenn diese Leute von Blasphemie sprechen, wenn man ihre Meinung nicht teilt und sich dabei herausnehmen, für Gott zu sprechen. Ihre eigene blasphemische Anmaßung übersehen sie dabei gerne.
2. Ich gewinne den Eindruck, dass du mich persönlich in die Ecke eines Atheisten drängen willst, obwohl ich zu meinem Glauben (oder Nichtglauben) nie öffentlich Stellung bezogen habe. Was ich glaube und was nicht, ist meine Privatsache und die werde ich gewiss nicht mit dir teilen. Tu daher bitte nicht so, als wüsstest du, was meine Gedanken zu dem Thema sind! Denn das weißt du nicht.
Karlo schrieb:
Wenn es hier um Gott geht, kommt immer die alte Leier von Missbrauch, was natürlich ein Verbrechen ist und hart bestraft werden muss. Das hat nichts mit Gott zu tun.
Ich würde das Thema "Missbrauch" zwar gerne etwas sensibler behandeln und nicht als "alte Leier" bezeichnen, aber natürlich hast du recht: Was die Kirchen treiben und vertuschen, hat nichts mit Gott zu tun. Hat aber auch nichts mit meinem Gedicht zu tun. Da ging es an keiner Stelle um Missbrauch (höchstens um den Missbrauch des Begriffes "Gott").
Lieber Flutterby,
danke für das Video (das werde ich mir später noch anschauen) und die verständliche Erklärung! :smile:
Deine Sichtweise geht schon in die richtige Richtung (meiner Meinung nach). Für Nietzsche ist der Übermensch eine Verbesserung des jetzigen Menschen, sowohl geistig als auch körperlich.
Das Geistige habe ich schon immer irgendwie verstanden und kann es auch halbwegs gutheißen - also wenn ich es für mich so übersetze, dass man sich selbst Ziele setzt, gängige Werte und Normen in Frage stellt, Denkweisen etabliert, zu denen andere nicht fähig sind, einen eigenständigen Geschmack entwickelt etc.. Aber der körperliche Aspekt ist mir irgendwie sperrig. Naja, das werden wir hier wohl auch nicht zu Ende diskutieren können und das würde wohl zu weit weg vom Gedicht führen.
Diese Weiterentwicklung ergibt sich (auch) daraus, dass man keine Rücksicht (auf Verluste) nimmt, ähnlich der Darwinschen Evolutionstheorie, dass der Stärke sich durchsetzt.
Das finde ich in der Tat ebenso interessant wie problematisch. Zwar muss man wohl, um sich als Mensch weiter zu entwickeln, vorgegebene Werte und Normen in Frage stellen, aber Amoralität sollte dabei doch nie das Ziel sein. Finde ich echt schwierig, mit Nietzsche da in dem Punkt mitzugehen. Und der Begriff der Stärke ist da auch irgendwie wirr, v.a. wenn man es auf die Evolution bezieht. Denn da setzt sich ja nicht, der Stärkere durch, sondern der besser an die Umweltbedingungen angepasste (und das ist wohl auch das, was man kulturell einigermaßen sehen kann: Die Angepassten kommen meist weiter). U.a. entwickeln sich ja auch Kooperationsstrategien, emotionale Bindungen bis hin zur Selbstaufgabe für Artgenossen, wenn es dem Überleben der Spezies dient. Naja, ist wohl dieses rabiate Element, das ich bei Nietzsche immer ein wenig gruselig fand.