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Feedback jeder Art eine andere Welt

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eine andere Welt
 
Getreidesilos strecken sich zum Himmel empor
hoch und schlank wie ein abgerundeter Kirchturm
die aufgehende Sonne spiegelnd
rufen sie zu harter Arbeit auf
begutachten streng
die zu bestellenden Felder
 unter ihnen ziehen Pferd und Pflug
gehorsam tiefe Linien in den Ackerboden
langsam und stetig im Rhythmus der Natur
im Rhythmus einer Liebe für das Land
von der Saat bis zum Korn
entladen sich wohltuende Gewitterwolken
lassen die Wiesen im Sommer ergrünen
und das Brot der Menschen wachsen
 an hochgewachsenem Mais vorbei
fahren schwarze Pferdekutschen 
mit Strohhut
Dutt und Kappe
das Klappern der Pferde
die melodisch auf die Asphaltstraße trommeln
 vermischt sich mit gottesfürchtigem Gesang
in schwüler Morgenhitze
wartet schon
die kleine Kirche
weiß verputzt  
eingebettet in eine andere Welt
 
 
Die Amish-Gemeinschaft in Pennsylvania, Lancaster County, ist eine Gruppe traditioneller Christen, die wie in alter Zeit leben, d. h. sie haben keine Autos, fahren mit der Pferdekutsche, bearbeiten die Acker ohne moderne Maschinen, verzichten auch im Haushalt auf moderne Technologie. Die Glaubensgemeinschaft hat ihre Wurzeln in Mitteleuropa, vor allem der Schweiz und in Süddeutschland. Deutsch (eine alte Form) ist ihre Muttersprache . Sie nennen es "Pennsylvania Dutch.",  sprechen es aber nur in der Kirche oder in der Familie. 
Es gibt mehr als 300.000 Amish in den USA. Die meisten von ihnen sind in Pennsylvania und Ohio. 
Da ich in Pennsylvania in der Nähe von Philadelphia wohne, sind sie bei mir gleich um die Ecke und ich hole  dort oft Non- GMO fed eggs und anderes. Es sind sehr nette Leute und sie sind mit ihrem Handwerk und Farmerzeugnissen voll integriert.
 
Liebe @Kirsten,
Du hast die Amische Idylle super eingefangen in deinem feinen Gedicht Kirsten. Da ich fast einen Katzensprung entfernt von dir wohne kenne ich die Amische Religionsgemeinschaft.
Sie sind eine streng religiöse Glaubensgemeinschaft die zurückgezogen leben von der modernen Welt, oft ohne Autos, Fernseher, Internet oder Elektrizität.
 
Wenn ich noch ein paar Kleinigkeiten zu deinem Kommentar ergänzen darf Kirsten, für die, die vielleicht nicht so vertraut sind mit der Amischen Bevölkerung.  Sie dürfen keine motorisierten Fahrzeuge benutzen, deswegen sind sie meistens mit Pferdekutsche unterwegs.  Fahrrad fahren ist auch erlaubt.  
 
Feldarbeit, Strohhüte, Männer mit Bart (wenn verheiratet) und Handwerk sind häufige Assoziationen mit den Amischen.
 
Die Amischen sind vor allem für ihre schlichte, größenteils selbst genähte Kleidung und ihren unangepassten Lebensstil bekannt.  Männer und Jungen tragen breitkrempige schwarze Hüte, dunkle Anzüge, gerade geschnittene Mäntel ohne Revers, weite Hosen, Hosenträger, einfarbige Hemden und schwarze Socken und Schuhe.  Ihre Hemden dürfen mit "herkömmlichen Knöpfen" geschlossen werden, aber ihre Mäntel und Westen werden mit Haken und Ösen befestigt. Männer lassen sich nach der Heirat einen Bart wachsen, aber es ist ihnen verboten einen Schnurrbart zu tragen.  
 
Amische Frauen und Mädchen alter Ordnung tragen Hauben, lange volle Kleider mit Ümhängen über den Schultern, Schals und schwarze Schuhe und Strümpfe; ihre Ümhänge und Schürzen werden mit geraden Stecknadeln oder Druckknöpfen befestigt.
Amische Frauen tragen ihr Haar in einem Dutt und es ist ihnen nicht erlaubt ihr Haar zu schneiden oder Schmuck zu tragen.  
 
Die Kleidung der Amischen, die im Wesentlichen die der europäischen Bauern des 17. Jahrhunderts ist, spiegelt ihre Abneigung gegen Veränderungen, ihren Respekt vor der Tradition und ihre bibliche Gebote wider, sich nicht an die Welt anzupassen.
 
Der Verkauf von Quilts (Steppdecken), handgefertigtem Kunsthandwerk wie hex Schilder (Hex Schilder sind geometrische  Symbole, die auch auf ihre Scheunen gemalt werden und das Böse abwehren sollen) und berühmte Backwaren wie Freundschaftsbrot und shoofly pie ist eine übliche Einnahmequelle für Amisch-Familien.
 
Kirsten, ich hatte das Gefühl, mitten in den sanften Hügeln und dem Ackerland zu sein, soweit das Auge reicht.  Ich sah, wie das Sonnenlicht von den silbern glänzenden Silos abprallte.  Dann gallopierte eine Pferdekutsche vorbei, clip clop, clip clop, machten die Hufschläge, die stolze Amisch- Familie die obenauf saßen.
Dein Gedicht transportierte mich in einer anderen Welt, und gerne verweilte ich dort.
Liebe Grüße, Donna 
 
Danke. liebe Donna, für deine weiterführenden Informationen. Ich liebe es, zu ihnen aufs Land zu fahren. Neben ihren guten Lebensmitteln, die sie anbieten,  ist es wie ein Eintauchen in eine andere Welt, wo es keine Hektik und keinen Stress gibt. Natürlich sehe ich die schöne Landschaft und das idyllische Leben durch eine rosarote Brille. Ich bin mir sicher, dass das Leben ohne moderne Erleichterungen im Haushalt, ohne Auto etc verdammt hart sein muss und ich möchte es nicht unbedingt ausprobieren. Es macht mich aber nachdenklich, wie wir alle unser Leben unabhängig von den großen Energiekonzernen gestalten können.  Denn wenn es einen Energieausfall gibt, sind sie es, die keine Probleme damit haben werden. Das Leben einfacher gestalten, vom Konsumrausch wegkommen, mehr mit der Natur im Einklang leben, sich gegenseitig helfen, füreinander da sein, ist als Idee sehr anziehend für mich. Ich wünsche euch noch ein schönes Wochenende! 
LG
Kirsten
 
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