Guten Morgen,
ich frage mich hier, warum schreibt man solche Texte?
Das der Text um einen von der Welt und seinen eigenen Lebensansichten enttäuschten Menschen handelt, das habe ich schon verstanden. Jedoch bis auf das Bild vom zerbrochenen Krug vor dem Brunnen, ließt sich der Rest wie ein großes Mimimi... nichts weiter!
Im Leben hab ich wohl versagt
Ging Wege, die mich in die Irre führten.
Entscheidungen wurden zu lange vertagt
Bis sich Zweifel in mir rührten.
Das ist viel zu allgemein und nichtssagend. Hier hätte ich mir konkrete Beispiele gewünscht, um wenigstens mit dem LI mitfühlen zu können.
Ich zweifle an mir und auch an Gott
Ach ne? Wirklich? Hätte ich jetzt aber nicht gedacht nach dem was vorher geschrieben wurde. Kommt völlig überraschend! Aber um ehrlich zu sein... doch! Das das LI an Gott zweifelt muss nicht nochmal extra erwähnt werden. Das kann sich der Leser doch selbst denken, wenn er 1 und 1 zusammen zählt.
Glaube und Hoffnung - alles Schrott
Sagen, wie ich, enttäuscht böse Zungen.
Hier wirft sich das LI freiwillig in die Grube der Tristen. Was ich nicht verstehe ist warum vom Leben enttäuschte "böse" sein sollen? Das ist wieder eine zu starke Verallgemeinerung. Es gibt die Extreme, die Terroristen, aber dass ist nur ein winziger Teil der Hoffnungslosen.
Alles in allem, gefällt es mir überhaupt nicht. Für mich nicht lesenswert weil nichts daraus zu lernen ist und auch keinerlei Stimmung erzeugt wird, in die ich mich versetzen kann.
Hier meine Version eines am Glauben gescheiterten, womit wir schonmal eine deutliche Richtung hätten, und einen anschaulicheren Dialog (LI und der schweigende Gott als Ausdruck der Hoffnungslosigkeit), der besser geeignet wäre mitzufühlen.
Vor deinem Brunnen knie ich als zerbrochener Krug
Den Kopf gesenkt fällt der Blick nach unten
Mein Herr, im Zwielicht hier find ich kein Wasser mehr
Ist mein Schmerz und Leid dir denn nicht Beweis genug?
Mit müden Augen suche ich dein Licht
Als Antwort auf meine Fragen, als Hoffnung
Doch sehe nur dunkle Wolken am Gipfel, dich den ich nicht verstehe
Des Berges Schatten, und mehr ist da nicht
Nichts für ungut.
LG JC