Huija, das ist ja ein Zulauf für den Rückblick in den Oktober:
Herzlichen Dank euch allen für euere Rückmeldungen!
@Miserabelle,
holzt Ampfer neben blassen Dolden.
wusst ich doch dass noch ein Haken verborgen ist dein ok, dass man es so machen kann beruhigt mich.
Das in statt an benennst du zurecht. Denn ich glaub, es müsste in den heißen- da ich den Text aber gar nicht mehr anders kenne und denke, klingt es für mich richtig. In Bäumen dominiert das Grün ..hmmpf... In Kesseln dampft das kochende Wasser... hmm ist das korrekt oder nicht, ich bin da jetzt Schlauchstehend. Ich glaube nach dem in müsste ein Adjektiv kommen, damit es korrekt ist: in großen Kesseln dampft ... in alten Bäumen ....
Komisch, hab mir überlegt, warum ich nicht der Bäume geschrieben habe und mir das in den Bäumen besser gefällt - es könnte sein, dass ich in Bäumen näher empfinde, der Bäume Laub, das distanziert mich irgendwie- das ist einfach so eine Gefühlssache, ich weiss gar nicht ob ich das sachlich beurteilen kann und ob ich das rüberbringe was ich meine.
Die Haken gehn nie aus.
Was mich noch wundert das Reimschema, ich hab beim verbessern selber nicht gecheckt, dass sich nur B/D reimt und nicht A/C und hab nachträglich einen solchen eingebaut... Das sind Dinge dich mich selber stören. Ebenso wie die Silbenzahl .. was ich aber daraus sehen kann, ist dass ein Gedicht, auch wenn handwerklich nicht perfekt, trotzdem schön sein kann.
Liebe Grüße
Sali
Lieber
@ferdi,
ferdi schrieb:
"liegen lassen" getrennt, sagt die Weisheit der Rechtschreibung; wie ist es denn von dir gemeint? Ans Ende des Verses gehört wohl ein Komma, um den Relativsatz zu schließen.
na gemeint ist es schon so wie du es meinst ich schreibs gleich auseinander und das Komma wird auch platziert. Mercie!
Da hast du mir mal wieder viel zum nachdenken gegeben:
das mit den lateinisch stämmigen Wörtern, hatte ich sogar schon mal von Claudi mitbekommen, und wieder vergessen. Damals als ich das Gedicht schrieb wusste ich noch nicht mal was ein Anapäst ist.
Wahrscheinlich hast du mit dem dominieren Recht. Mit dem "herrschen" geht es mir grad so wie mit den "der Bäume" vs "in".
Dominieren ist wohl sinngemäß genauso hart wie herrschen, klingt für mich aber viel weicher nur vom Wortklang her und ich finde die ganze Szenerie eher mild, sanft und weich. Das ist eben so eine Gefühlssache (vielleicht nur momentan, weiß ich nicht, alles trägt die Möglichkeit des sich nin sich).Ich find sogar dass dass "herrschen" einen anderen Sinn ergibt als das dominieren, das ich eher im Sinne von " vorherrschen" hier verstehe. "Vorherrschen" wäre präziser (passt aber nicht rein). Noch herrscht das Grün der Bäume vor, oder noch ist das Grün der Bäume vorherrschend .. nö, ne. Noch dominiert das Grün in Bäumen ... bis auf meine Ungewissheit ob es sprachlich korrekt ist und nicht in den Bäumen heißen müsste...
klingt das weicher.
Schon eigenartig, dass da Bruch ist , wo ich so was wie eine fließende Welle empfinde. feingewirkt vs filigran. Gehts mir gradso wie mit dem herrschen (vielleicht wegen dem härteren "k" gegenüber dem weicheren "g") und sogar noch mehr: filigran ist einfach etwas zartes, feingewirkt impliziert für mich etwas gemachtes (vielleicht weil ich es als erstes mit dem Wirkstoff (z.B. gewirktes Leinen oder Wirkwaren) in Verbindung bringe, der ja von Menschen gemacht /gewebt ist und nicht mit dem Wirkstoff in Arzneien, als erste spontane Assoziation), also feingewirkt bedeutet feingewebt und das find ich nicht so passend für Blätter, klar kann man sagen die Finger passen auch nicht und nur mit viel goodwill haben Ahornblätter den Umriss einer menschlichen Hand
Ich will da jetzt nicht stur meine Wortwahlen verteidigen, ich versuche eigentlich nur den Empfindungen die ich mit diesen in Verbindung bringe gerade auf den Grund zu kommen. Klar spielt, gerade bei älteren Gedichten, die Gewohnheit auch eine große Rolle.
Nichts destotrotz: ein Bruch beim lesen kann zwei Wirkungen haben, ne positive und ne negative. Ein positiver Bruch kann eine Änderung im Text einleiten oder aber auch enthypnotisierend wirken und so das leiern verhindern. Negative, reißen einen aus dem Text heraus (bei mir zum Beispiel wenn ich ins Grübeln komme, ob das grammatikalisch nun richtig ist oder ähnliches) oder auch dem Lesefluss heraus. Bei dir, so wie ich es verstanden habe, weil die beiden Wörter "seltsam fremd" in diesem Kontext stehen. als der Text so aus mir rausgeflossen ist damals, erschien es mir ganz natürlich Vielleicht ist ja hier ein eher Richtung neutral in der Wirkung Bruch
ferdi schrieb:
Hm. Ich sehe gerade und bin unsicher: Passen das "bald" und das "jetzt" ganz bruchlos aneinander? Ja, oder?!
Ne, da gehen "bald und jetzt" nicht zusammen, denn bald kommt die Zeit zu sammeln, da ist jetzt noch nicht die Einladung zur Ernte, naja vielleicht kommt die Einladung ja schon früher und man kann jetzt schon absehen, dass es eine reiche Ernte wird (das ist sogar in der Realität so)- aber das wär so ein Punkt wo ich dann beim lesen erst nachdenken muss und so aus dem Lesefluss gerissen werde.
Bevor ich rumverbessert hab hieß es auch : es lädt verschwenderische Fülle... das ist ja auch so wie jetzt
Danke dir für das wirklich schön und ich freu mich wenn ich dich damit ein bisschen erfreuen konnte und ja die letzte Strophe gefällt mir auch am besten.
Das mit der Beschreibung, ich merk immer mehr, dass ich ein Beschreiberschreiber bin.
Liebe Grüße
Sali
Hoya, liebe
@Nesselröschen,
dein letzter Satz haut mich aber schon um! Sowas hätt ich nicht gedacht.
Und um Himmels willen: ne - nichts muss dir leidtun. Das ist doch sinnvoll! Ich bin froh, wenn ich solches feedback bekomme! Wir alle sind doch am Wachsen und entwickeln, wenn man keine Resonanz auf Mängel bekommt, wie sollte man sich voranbewegen, da würde man ja nur auf der Stelle treten.
:
Ich versteh was du mit dem doppelmoppel meinst.
sie massiert sich ihr Bein... also erscheint es mir grammatikalisch korrekt: sie entflammen sich ihr Laub. Anders wäre es: das Sonnenlicht entflammt ihr Laub, aber genau das wollte ich nicht schreiben, mein märchenhaftes Bild war, dass sich quasi die Bäume das Sonnenlicht wie ein Zündholz nehmen und damit ihr Laub anstecken also anzünden. Also quasi eine Umkehr der Sichtweise zum ansonsten in Herbstgedichten beschriebenen Augenschein. Dass auch das zusätzlich irritierend wirkt, kann ich gut verstehn.
Und blöderweise muss das Zeugs auch noch in die Verse passen das gelbe Laub, da bin ich jetzt grad überfragt wie ich das ändern könnte, ein buntes Laub hätt ich noch im Angebot, aber da ist ja dann immer noch das Laub.
Da müsste ich eine Zeile mit den entflammten Bäumen haben und die zweite mit einer anderen Aussage .... grübel
Aber ich mag Herausforderungen.... mal schaun ob noch was aus den Gehirnwindungen zum Vorschein kommt.
Liebe Grüße
Sali
Lieber
@horstgrosse2,
danke dir! Ja blond ist auch schön und so ne Haarfarbe würde ja auch gut zu den Fingern passen.
Die stachelige vielleicht sogar igelstachelige Fülle eines blond belaubten Kastanienbaumes wäre ein eigenes Gedicht wert!
Danke dir
liebe Grüßle
Sali
Lieber
@Georg C. Peter,
heyyy, danke für die schönen Knitterfarben. Die könnte ich doch gleich oben zum Gedicht einsetzen, oder? Muss ich gleich mal probieren.
Ach so einem kleinen beschwingten Farbenrausch in diesem trüben Tag darf man sich mal hingeben..
Einfügen vom Bild oben hat funktioniert. Ich hoffe, das ist ok für dich? Und ich hoffe auch, dass wir keine Urheberrechte damit verletzten (ich ging davon aus es ist ein Foto von dir, wenn ja schreib ich das oben noch dazu).
Liebe Grüße
Sali
So wars bevor ich noch mal getüftelt habe:
Indianersommer
Der Wind fegt bunte Blätterhaufen
achtlos durch den Straßenstaub
Im Park entflammen sich die Bäume
mit Sonnenlicht ihr gelbes Laub.
Der Mohn hat seine Knitterfarben
den Ahornblättern ausgeliehen
durch deren filigrane Hände
die letzten Sonnenstrahlen fliehen.
Bald kommt die Zeit zum Schlehen sammeln
und Hagebutten für den Wein.
Es lädt verschwenderische Fülle
uns zu reicher Ernte ein.
Dort draußen auf den Fallobstwiesen
wird, von Kindern längst vergessen,
das süße, überreife Obst
von Wespen gierig aufgefressen.
Noch dominiert das Grün in Bäumen
doch auf den Wiesen wächst schon Rost
holzt Ampfer neben blassen Dolden.
Der Abend schmeckt nach frühem Frost.
Die Wolken schieben Schattenfinger
wie Wärmediebe übers Land
und zaghaft lugt der erste Nebel
aus dem Fluss zum Sommerrand.