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Feedback jeder Art Kinderewigkeit

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Kinderewigkeit
 
Durch Kinderaugen seh'n -
sich selbst versteh'n,
ordnet diese Welt
zwischen Beginn und Endlichkeit.
Zwischen Quelle und Meer.
So kurz der Fluss,
die Sehnsucht schwer.​
 
DavidPessoa, 2019
 
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Reaktionen: Ava
Hallo David, ich weiß nicht, ob man durch Kinderaugen sehend die Endlichkeit vor Augen hat, denn durch die Augen eines Kindes kommt einem das Leben doch endlos vor oder nicht? Interessante Gedanken von Dir. 
 
Lieben Gruß Darkjuls
 
Ich hätte die Länge deines Gedichts nicht bemängelt, nur die zwei Schlussverse fand ich überflüssig, meistens ist es besser, es etwas offen zu lassen.
In unserer Zeit ist aber meistens die Kürze willkommen. 
 
ich weiß nicht, ob man durch Kinderaugen sehend die Endlichkeit vor Augen hat
Hallo Darkjuls,
es beschreibt ein Erlebnis, das ich hatte, als ich mit einem meiner Kinder sprach. Es fragte mich nach der Bedeutung einer Sache, die ich beiläufig gegenüber einem Erwachsenen erwähnt hatte. Durch Nachfragen begriff ich dann, dass der kleine Mann meine Aussage gar nicht verstehen konnte, weil er sich der Endlichkeit nicht bewusst war. Für Kinder ist ja alles unendlich, wie du richtig sagtest.
 
Als ich ihm dann erklärte, dass Mama und Papa auch mal Kinder waren, dass Menschen älter werden und irgendwann auch sterben, bemerkte ich, dass da etwas geschehen war in seinem Herzen. Ich hatte damit wohl sein Tor zur Melancholie aufgestoßen. Seither hat er immer mal wieder äußerst nachdenkliche Momente. Schließen lässt es sich allerdings nicht mehr. Es ist ein neuer Betrachtungswinkel hinzu gekommen.
Ich hätte die Länge deines Gedichts nicht bemängelt
Kein Problem, ich habe das schon richtig verstanden
 
Hallo David,
das Gedicht und Deine Geschichte dazu erinnert mich stark an eine Passage in Fräulein Smillas Gespür für Schnee, in der das menschliche Leben mit unserem Zahlensystem verglichen wird. Darin werden der Kindheit die natürlichen Zahlen, also die Ganzen und Positiven, zugeordnet. Das Kind kennt nicht die Frage nach Endlichkeit oder Unendlichkeit, sie hat für es auch keine Bedeutung, die Kinderwelt ist noch schön und vollkommen, geordnet. Allerdings nur so lange, bis das Kind die Endlichkeit der ganzen Zahlen und damit die Sehnsucht, entdeckt. Das sind die negativen Zahlen. (Es geht dann noch weiter: Mit der Jugend kommen die Bruchzahlen hinzu, da man sich nicht mehr mit Vollendetem zufrieden gibt, man hinterfrägt alles - Ganze und Bruchzahlen sind zusammen dann die rationalen Zahlen. Doch das Bewusstsein will den Verstand überschreiten und drängt in die Unendlichkeit hinaus: Die irrationalen Zahlen, insgesamt jetzt die reellen Zahlen. Aber die Sehnsucht hört nie auf, es kommen noch die imaginären Zahlen hinzu: Das, was das Bewusstsein nicht begreifen kann.)
...zielmlich viele Worte, aber um es auf den Punkt zu bringen: Ich finde, Dein Gedicht beschreibt sehr schön, wie die Kindheit mit der Sehnsucht Bekanntschaft macht.
 
LG, Hase
 
Hallo Smilla, äh, hallo Hase
 
leider kenne ich nur den Film, der mir trotz des etwas hanebüchenen Höhepunktes recht gut gefallen hat. Vielleicht lag es aber auch eher an der Schauspielerin
 
Ich erinnere mich gar nicht an diese Stellen, ich nehme an du hast also das Buch gelesen. Die Gedanken mit den Zahlenräumen klingen etwas sehr abstrakt, aber treffen es dadurch eigentlich ziemlich genau. Jeder neue Zahlenraum eröffnet Horizonte. Ein interessanter Gedankengang
 
Im Nachhinein bin ich mir zwar gar nicht mehr so sicher, ob es wirklich gut war, mein Kind so früh damit vertraut zu machen. Andererseits kommt es so vielleicht eher zu wichtigen Einsichten. Ich meine, wer weiß was das Leben für ihn bereit hält. Wissen kann ein Schutz sein. Unwissen natürlich ebenso Ach...
 
  • DavidPessoa
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