29.11.2022
Liebe Gratulanten!
zu meinem sechzigsten Geburtstag
Was sich verändert hat?
Eigentlich bin ich
noch immer der kleine
Junge von damals.
Wie früher grüße ich jeden
Älteren und sei er auch
zwanzig Jahre jünger als ich.
Ich liebe meine Arbeit. Doch
wie am ersten Tag habe ich Angst.
Ich fürchte ihre Aufgaben.
Nach wie vor bin ich
der Ungläubige. Ich glaube
nicht an das Wunder als solches.
Zugehörigkeit habe ich nie verlangt.
Allein zu sein ist besser, als unter Menschen
allein zu sein.
Ich hänge an der Wirklichkeit.
An der Sehnsucht hänge ich mehr
mich zu erheben.
Ich glaube an Gott.
Eigens für ihn habe ich
mir eine Deutung erschaffen.
In alle Einzelheiten
habe ich mein Gehirn zerlegt.
Die Bauteile brauche ich nicht.
Mein Körper war stets
nur Substrat, nur
Träger meines Geistes.
Nichts also hat sich verändert.
Die Zeit jedenfalls
ist steh'n geblieben.
Und ja: ich habe immer noch Träume
was einmal sein wird,
wenn ich groß bin.
S. Athmos Welakis
Liebe Gratulanten!
zu meinem sechzigsten Geburtstag
Was sich verändert hat?
Eigentlich bin ich
noch immer der kleine
Junge von damals.
Wie früher grüße ich jeden
Älteren und sei er auch
zwanzig Jahre jünger als ich.
Ich liebe meine Arbeit. Doch
wie am ersten Tag habe ich Angst.
Ich fürchte ihre Aufgaben.
Nach wie vor bin ich
der Ungläubige. Ich glaube
nicht an das Wunder als solches.
Zugehörigkeit habe ich nie verlangt.
Allein zu sein ist besser, als unter Menschen
allein zu sein.
Ich hänge an der Wirklichkeit.
An der Sehnsucht hänge ich mehr
mich zu erheben.
Ich glaube an Gott.
Eigens für ihn habe ich
mir eine Deutung erschaffen.
In alle Einzelheiten
habe ich mein Gehirn zerlegt.
Die Bauteile brauche ich nicht.
Mein Körper war stets
nur Substrat, nur
Träger meines Geistes.
Nichts also hat sich verändert.
Die Zeit jedenfalls
ist steh'n geblieben.
Und ja: ich habe immer noch Träume
was einmal sein wird,
wenn ich groß bin.
S. Athmos Welakis