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Neolani badet

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Eines Tages sagte der kleine Stern zu Neolani:
"Wie du nur wieder aussiehst! Deine Haare sind ganz fettig und verfilzt, dein Gesicht verdreckt und deine Fingernägel schwarz wie die Nacht. Neolani, du musst baden!"
"Nein!", schrie die kleine Hexe ganz entsetzt, "Das geht nicht. Hexen dürfen nicht baden, dann gehen sie kaputt. Das weiß doch jedes Kind!"
"Aber du stinkst."
"Na und?! Hier im Wald stört das doch keinen."
"Aber mich stört es", sagte der kleine Stern und sah sehr traurig aus. Da blieb Neolani nichts anderes übrig, als doch baden zu gehen. Aber es gab ein kleines Problem.
 
"Du, Stern, sag mal, wie geht das überhaupt, baden? Was muss ich da tun?"
"Das weißt du nicht?", fragte der kleine Stern ganz erstaunt.
"Nö, woher denn? Hab ja noch nie gebadet." Der kleine Stern seufzte.
"Als erstes musst du Wasser holen."
"Etwa sauberes???"
"Ja, natürlich." Neolani schüttelte sich vor Ekel. Aber sie holte sauberes Wasser.
 
"Und nu?"
"Jetzt machst du das Wasser im Kessel warm und schüttest es dann in den großen Holzzuber." Neolani machte auch das.
"Und nu?", fragt sie wieder.
"Du brauchst Seife", sagte der kleine Stern.
"Iiiiiiiieh, nein, bitte keine Seife! Von Seife wird mir schlecht", kreischte Neolani. Der kleine Stern seufzte erneut.
"Du sollst sie ja nicht essen, sondern dich damit waschen."
"Das ist ja noch schlimmer!"
 
Bald darauf saß Neolani im Holzzuber - mitsamt ihren Kleidern.
"Neolani, so geht das nicht. Du musst die Kleider vorher ausziehen", erklärte der kleine Stern
"Wieso? So werden die Klamotten doch auch gleich sauber. Das ist doch praktisch."
Der kleine Stern seufzte zum dritten Mal.
"Nimm jetzt die Seife und wasch dich!"
Neolani wusch sich - allerdings nicht, ohne die Seife immer wieder misstrauisch anzusehen.
 
Als sie endlich ganz sauber war, stieg sie aus dem Zuber, trocknete sich ab und zog - weil der kleine Stern das so gerne wollte - ein sauberes Kleid an. Dann putzte sie sich noch die Zähne und kämmte sich ordentlich. Schließlich sah sie sich im Spiegel an - und fing fast an zu weinen.
Wie sah sie bloß aus? So sauber und... nett!
Wenn die anderen Hexen sie so sehen würden, die würden sie ja auslachen. Nein, das ging nicht!
 
Und bevor der kleine Stern es verhindern konnte, rief Neolani:
 
"Iesel, wiesel, adebar,
alles so, wie`s vorher war!"
 
Es puffte - und der kleine Stern schloss entsetzt die Augen!
Neolani war wieder genauso dreckig wie vor dem Bad, wenn nicht sogar noch ein bisschen dreckiger!
Der kleine Stern gab auf.
Naja, dachte er, vielleicht hat Neolani ja Recht, vielleicht müssen Hexen wirklich schmutzig sein, wenn sie sich wohlfühlen wollen!
Die schmutzige Neolani aber tanzte durch ihr Häuschen und rief:
"Und jetzt feiern wir ein Fest - Ein Dreckfest!"
 
Und das haben sie dann auch getan!
 
Hallo Sternenstaubsucher,
 
wieder eine hübsche Geschichte von der Hexe Neolani und dem kleinen Stern.
 
Man nehme: eine schmutzige Hexe, einen reinlichen kleinen Stern, ein gefährliches Stück Seife und einen Zuber mit sauberem Wasser. Aus diesen Zutaten entsteht ruck, zuck etwas Wohlriechendes, etwas Neues, etwas was ja überhaupt nicht geht - eine blitzeblank saubere Hexe. Da hilft nur eins ...
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Gern gelesen, gern geschmunzelt.
 
LG
Berthold
 
Guten Abend Sternenstaubsucherin,
 
habe gehofft wieder eine Geschichte von Neolani zu finden - und ich habe sie gern gelesen. Diese Geschichten bringen schöne Kindheitserinnerungen
zurück - und ein bischen Kind steckt wohl noch in mir.
Es war mir eine Freude, diese Geschichte zu lesen.
 
LG
eiselfe
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Manchmal lese ich beim ehrenamtlichen Vorlesen auch meine eigenen Geschichten vor. Mein bestes Erlebnis, dass ich mit dieser Geschichte hatte:
 
Etwa 4jähriger Junge fragt: "Gehen Hexen vom baden wirklich kaputt?"
Ich: "Du kannst es ja mal ausprobieren."
Junge: "Ok, mach ich, morgen sind wir ja wieder bei Oma."
 
Lautes Lachen vom anwesenden Vater, tödlicher Blick von der Mutter ...
 
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