Jeden Vormittag haben wir bei unserem Pater Magister Unterricht in Ordensgeschichte. Wir lernen den Ursprung unseres Ordens kennen. Sieben Kaufmänner, die Heiligen Väter, haben sich im Jahr 1233 in Florenz zur Gründung des Ordens der Servi di Maria zusammengeschlossen. Dabei erinnere ich mich an unseren Besuch am Monte Senario, wohin sich die Sieben damals in ihren jungen Jahren zurückgezogen hatten.
Wir erfahren auch viel über den Zweck des Ordens, seinen Ausbau und seine stete Verbreitung, zunächst auf viele italienische Städte, später über die ganze Welt. Wir werden in die 25 Kapitel der Ordenskonstitutionen, die aus den Regeln des Kirchenvaters Augustinus, aufgestellt im Jahr 389 n. Chr. stammen, eingeweiht. Diese enthielten ursprünglich als Bedingung für die Aufnahme in den Orden auch, dass man mindestens 15 Jahre alt und partout kein illegitimes Kind sein durfte. Dass es nicht erlaubt war, eines zu produzieren, war (und ist heute noch) selbstverständlich.
Besonders spannend sind für uns Details der strengen Vorschriften von damals: Neben dem absoluten Stillschweigen während der Nacht, Mahlzeiten ohne Fleischgenuss und Fasten mit Wasser und Brot am Karfreitag gab es noch weitere Anweisungen:
Gefordert wurde das Schlafen im Ordensgewand, wohl als Schutzschild gegen komplett verpönte sinnliche Erregungen, sowie eine Tonsur, bestehend aus einem Haarkranz von höchstens drei Zentimetern Breite, um für die Leistung der Gelübde von Armut, Keuschheit und Gehorsam eher gebrandmarkt als gerüstet zu sein. So wusste jeder, dass man von diesen Mönchen die Einhaltung aller dieser Tugenden erwarten konnte. Bei Reisen durften keine Silberstücke (im derzeitigen Wert von zirka 3.000 Euro) mitgeführt werden, sondern nur maximal 10 Soldi, was heute einem Wert von zirka ebenso vielen Euro gleichkommt, sofern sich so etwas überhaupt vergleichen lässt. Die Mönche waren weder dazu berechtigt, mit Frauenspersonen zu sprechen, noch irgendwelche Briefe ohne Zensur des Pater Prior, des Vorstands eines einzelnen Klosters, zu versenden. Die Begründer des Ordens nahmen damals ihr einsiedlerisches und karges Leben so tiefernst, dass der Gesandte des Papstes Gregor IX. ihren Leidensdurst mäßigen musste.
Bei unserem Eintritt ins Kloster, 730 Jahre nach der Ordensgründung, mussten auch wir die Gelübde der Armut, Keuschheit und des Gehorsams, befristet auf ein Jahr, ablegen und im Geiste der Buße, der Übernahme eigener und auch fremder Schuld, leben. Neben dem Grundsatz, nicht sinnlos vorzugeben, man halte dieses Leben nicht aus, wird uns allerdings auch vermittelt, dass wir beim Fasten darauf achten sollen, einen Überschuss an Kräften zu bewahren, um unseren apostolischen Aufgaben in der Seelsorge nachkommen zu können. Einige Bräuche von damals sind – in abgeschwächter Form – auch heute noch übrig geblieben: Beichten möglichst unmittelbar nach dem Vergehen, Stillschweigen bei der Tischlesung, Fisch am Freitag, Ausschneiden eines kleinen Büschels Haare (anschließend für niemanden sichtbar), anläßlich der Einkleidung mit dem Ordensgewand und Zuteilung einer abgezählten Summe Geldes für Reise- oder andere gerechtfertigte Ausgaben.
Anhang anzeigen Ordensregeln.mp4
Wir erfahren auch viel über den Zweck des Ordens, seinen Ausbau und seine stete Verbreitung, zunächst auf viele italienische Städte, später über die ganze Welt. Wir werden in die 25 Kapitel der Ordenskonstitutionen, die aus den Regeln des Kirchenvaters Augustinus, aufgestellt im Jahr 389 n. Chr. stammen, eingeweiht. Diese enthielten ursprünglich als Bedingung für die Aufnahme in den Orden auch, dass man mindestens 15 Jahre alt und partout kein illegitimes Kind sein durfte. Dass es nicht erlaubt war, eines zu produzieren, war (und ist heute noch) selbstverständlich.
Besonders spannend sind für uns Details der strengen Vorschriften von damals: Neben dem absoluten Stillschweigen während der Nacht, Mahlzeiten ohne Fleischgenuss und Fasten mit Wasser und Brot am Karfreitag gab es noch weitere Anweisungen:
Gefordert wurde das Schlafen im Ordensgewand, wohl als Schutzschild gegen komplett verpönte sinnliche Erregungen, sowie eine Tonsur, bestehend aus einem Haarkranz von höchstens drei Zentimetern Breite, um für die Leistung der Gelübde von Armut, Keuschheit und Gehorsam eher gebrandmarkt als gerüstet zu sein. So wusste jeder, dass man von diesen Mönchen die Einhaltung aller dieser Tugenden erwarten konnte. Bei Reisen durften keine Silberstücke (im derzeitigen Wert von zirka 3.000 Euro) mitgeführt werden, sondern nur maximal 10 Soldi, was heute einem Wert von zirka ebenso vielen Euro gleichkommt, sofern sich so etwas überhaupt vergleichen lässt. Die Mönche waren weder dazu berechtigt, mit Frauenspersonen zu sprechen, noch irgendwelche Briefe ohne Zensur des Pater Prior, des Vorstands eines einzelnen Klosters, zu versenden. Die Begründer des Ordens nahmen damals ihr einsiedlerisches und karges Leben so tiefernst, dass der Gesandte des Papstes Gregor IX. ihren Leidensdurst mäßigen musste.
Bei unserem Eintritt ins Kloster, 730 Jahre nach der Ordensgründung, mussten auch wir die Gelübde der Armut, Keuschheit und des Gehorsams, befristet auf ein Jahr, ablegen und im Geiste der Buße, der Übernahme eigener und auch fremder Schuld, leben. Neben dem Grundsatz, nicht sinnlos vorzugeben, man halte dieses Leben nicht aus, wird uns allerdings auch vermittelt, dass wir beim Fasten darauf achten sollen, einen Überschuss an Kräften zu bewahren, um unseren apostolischen Aufgaben in der Seelsorge nachkommen zu können. Einige Bräuche von damals sind – in abgeschwächter Form – auch heute noch übrig geblieben: Beichten möglichst unmittelbar nach dem Vergehen, Stillschweigen bei der Tischlesung, Fisch am Freitag, Ausschneiden eines kleinen Büschels Haare (anschließend für niemanden sichtbar), anläßlich der Einkleidung mit dem Ordensgewand und Zuteilung einer abgezählten Summe Geldes für Reise- oder andere gerechtfertigte Ausgaben.
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