Liebe Julie
@Darkjuls,
Dein Gedicht erscheint mir wie eine zweite Perspektive auf "Menschenkein". Ich habe in meiner Befangenheit etwas Zeit gebraucht mich darauf einzulassen. Inhaltlich erkenne ich eine gewisse Übereinstimmung.
@Monolith stimme ich zu in der Art wie Du die Grammatik reduzierst und auf Deine Aussage anpasst. Das gefällt mir sehr gut. Ich persönlich würde aber noch einen Schritt weitergehen und auch auf "denn" und "weil" verzichten. Die Ablösung von grammatischen Regeln bewirkt ja auch eine gewisse Unsicherheit, die dann die Situation des LI noch hervorheben kann. Die Folgen für die Integrität des Themas wären dann allerdings nochmal zu prüfen. Da aber die beiden Hauptstrophen schon so angelegt sind, dass die erste den Zustand des LI beschreibt, während die zweite die auf die Folgen verweist, sollte das machbar sein, denke ich.
Liebe Sonne, scheine
nur für mich alleine.
Mit der Schlussstrophe weist Du über meine reine Momentaufnahme in "Menschenkein" hinaus. Sie ist ebenfalls interessant, weil sie zwei Bedeutungsebenen umfasst, wie ich meine. Im ersten Lesen hatte sie mich abgeschreckt, weil der Wunsch des LI, alles für sich zu wollen, weil es nichts hat, so gar nicht zu meiner Vorstellung passt. Dann aber habe ich festgestellt, dass sich das "alleine" durchaus auch auf die "Sonne" beziehen kann, und sich das LI danach sehnt die Schatten loszuwerden. Das passt sehr gut.
Der ursprüngliche Titel "Sonnenkind" war meiner Meinung nach durchaus nicht so verkehrt. Dieses Sonnenkind ist durch unbegreifliche (da nicht näher ausgeführte) Umstände erst zum "Schattenkind" geworden. Und sehnt, von Furcht umfangen, sich wieder zurück ins Licht. Beide Varianten sind gleich berechtigt. "Sonnenkind" verweist auf den Anfang, während "Schattenkind" sich auf den Zustand nach eintreten der Umstände bezieht. Entscheidend ist was Du aussagen möchtest.
Liebe Grüße,
Athmos