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Feedback jeder Art Sortierkasten

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  • Joshua Coan
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Sortierkasten
 
Es war einmal ein Viereck
das wollte keines sein
denn es gab eine Ecke
die blieb zurück allein
 
sie war einst abgebrochen
als kleines Dreiecks-Stück
der Viereck-Rest als solcher
er wollte gern zurück
 
sie wieder anzukleben
das wäre nicht sehr schwer
um es neu zu beleben
durch seine Wiederkehr
 
mit einer glatten Narbe
es trüge sie fortan
in einer blassen Farbe
die jeder sehen kann
 
es sind viele Geschichten
die diese dann erzählt
von Grenzen, die sie richten
und die man sich nicht wählt
 
wenn einmal dieser Kasten
nur überwunden ist
und niemand mehr die Lasten
an ihren Ecken mißt
 
 
(aus der Reihe „die mathematische Gesellschaft“)
 
Hi Peter! 
 
Wow, richtig tiefsinnig und verschachtelt in mehrere Bedeutungsebenen. Ich lese hier die Beschränkungen gezogener Grenzen und Entvölkerung durch feindliche Übernahme wie derzeit aktuell es in der Ukraine geschieht. 
Genial gut verpackt und auch noch im Takt. 
 
LG JC
 
Sortierkasten


 


Es war einmal ein Viereck


das wollte keines sein


denn es gab eine Ecke


die blieb zurück allein


 


sie war einst abgebrochen


als kleines Dreiecks-Stück


der Viereck-Rest als solcher


er wollte gern zurück


 


sie wieder anzukleben


das wäre nicht sehr schwer


um es neu zu beleben


durch seine Wiederkehr


 


mit einer glatten Narbe


es trüge sie fortan


in einer blassen Farbe


die jeder sehen kann


 


es sind viele Geschichten


die diese dann erzählt


von Grenzen, die sie richten


und die man sich nicht wählt


 


wenn einmal dieser Kasten


nur überwunden ist


und niemand mehr die Lasten


an ihren Ecken mißt
 
Hi Peter,
ab geht er,
der Kasten
mit den Lasten
der Erinnerungen
die wohl sein Dasein
stets aufs Neue bekunden,
da hilft kein flicken oder kleben,
die Erinnerungen immer aufleben,
all die guten, wie die schlechten
in Narben Resultate ächten
die dieser Kasten so mit
sich führt und Stück
für Stück davon
berührt,
in einem 
neuen Leben,
fast wie im Traum,
man glaubt es kaum,
gern sinniert, wie gelesen.
 
LG Ralf 
 
Vielen Dank für Eure Kommentare @JoVo @Joshua Coan und @Ralf T...
 
Ich mag gerne in Bildern denken, das ist wie rechnen mit Variablen. Man kann alles einsetzen, wodurch es vielseitig anwendbar wird, deswegen passt das Gedicht so gut in die Reihe der mathematischen Gesellschaftstexte. Das Bild in geographischen Grenzen auszumalen ist eine Möglichkeit, an die ich auch beim spontanen Schreiben gedacht habe, aber dann wurde mir klar, dass es noch viel mehr Abstraktionsstufen gibt. Wie wäre es mit Kathegoriendenken im eigenen Kopf? Wir alle betrachten Dinge und Wesen und sortieren diese irgendwo ein. Im Grunde ist das die Urform aller Bewertungen, dabei ist sie in vieler Hinsicht eigentlich falsch. Eine Grenze fürt dazu, dass zwei Dinge, die eigentlich nahe bei einander stehen, nicht in Zusammenhang gebracht werden, während ein Bezug zu etwas weit entferntem künstlich hergestellt wird. Nehmen wir als scheinbar wertungsfreies Beispiel Gefäß und Inhalt: in einem Cocktailglas ist ein Drink auf Basis von Tomatensaft, auf einem Teller eine kalte Tomatensuppe. Obwohl der Inhalt fast identisch ist, steht der Drink einer Limonade in der Kathegorie näher und die Suppe einem Schälchen Salat, denn die einen sind Getränke, die anderen Vorspeisen. Die Geschichte wird dann interessant, wenn man die Inhalte vertauscht und es niemand merkt.
Was glaubt Ihr? Gibt es Grenzen, die niemals erreicht werden können oder ist eine grenzfreie Phantasiewelt überhaupt vorstellbar?
Bis bald und VLG
Euer Peter
 
Guten Morgen @Ponorist,
genau durch die Abstraktion deines Textes, gelingt es viele Interpretationen zuzulasssen. 
Jeder bezieht sich auf seine subjektive Wahrnehmung und die Situationen welche er gerade erlebt. Da ist bei dem einen was anderes im Vordergrund als bei der anderen. Dies beeinflusst die Reaktion. Insofern sind meiner Meinung nach, immer, auch in der Phantasie, Grenzen gesetzt. Spätestens beim Geist des Individuums. 
Der Austausch mit anderen kann ein Überschreiten der persönlichen Grenzen ermöglichen, oder manch anderes 😉. 
 
Dir einen angenehmen Tag
JoVo
 
Was glaubt Ihr? Gibt es Grenzen, die niemals erreicht werden können oder ist eine grenzfreie Phantasiewelt überhaupt vorstellbar?
Versuch dir mal vorzustellen was außerhalb des Universums liegt, wenn es denn alles sein soll. Oder wenn es nur eines von vielen ist... sich einen Anfang vorzustellen... und was vor dem diesem Anfang war und eine Ewigkeit lang vielleicht. 
Heißt nicht man solle es nicht versuchen... denn unsere Gedanken reisen sogar schneller als das Licht bis über alle Grenzen hinaus und weiter!
 
LG JC
 
Gibt es Grenzen, die niemals erreicht werden können oder ist eine grenzfreie Phantasiewelt überhaupt vorstellbar?
 
Grenzen sind immer erreichbar,
weil sie etwas abgrenzen,
wo es für uns nicht weitergeht,
das sagt ja der Name 
schon mal ganz klar,
doch es wäre anzudenken,
das in der Phantasie alles geht
was es in der Realität
eigentlich nicht gibt,
das selbst eine Vorstellung
zu einer grenzfreien Welt anliegt.
 
Die Frage ist, wie viele Bezeichnungen gibt es, die uns Phantasiewelten ansagen?
Und ist, wenn's keine mehr gibt, nicht die Grenze erreicht, wo Phantasien anlagen?
 
LG Ralf
 
 
 
Ja, das mit den Grenzen ist so eine Sache, @Ralf T.. Phantasie entspringt, kurz betrachtet, einer Neukombination von bereits Bekanntem. Es kann aber passieren, dass daraus etwas völlig Neues erwächst, das vorher in seiner Komplexität völlig unvorstellbar war. Moderne Betrachtungen der Welt, z.B. in der Physik, beruhen auf solchen weitergedachten Gedankenspielen. Fast immer geschieht sowas, wenn die richtigen Individuen aufeinander treffen, wie du treffend angemerkt hast, @JoVo.
Unterdessen ist es auch nicht verkehrt, lieber @Joshua Coan, sich zu fragen, ob man sichnoch innerhalb oder schon außerhalb bestimmter Grenzen befindet. Gerade die Grenzbereiche finde ich in dieser Hinsicht sehr spannend. Wo ist die Grenze zwischen irdisch und außerirdisch? Was gibt es alles in unserem Universum und wo hört es auf, einen Sinn zu ergeben?
 
VLG
Euer Peter
 
 
Was gibt es alles in unserem Universum und wo hört es auf, einen Sinn zu ergeben?
Ich glaube auf eine "Sinn-Frage" werden die Wissenschaftler auch weiterhin verzichten wollen und müssen. Ebenso die Philosophen. Dort wo das Wissen endet, an den Grenzen des Kosmos, bei den Dingen die wir niemals herausfinden können -weder jetzt noch in einer Million Jahren- dort treffen sie sich dann alle zum fantasieren. 
 
LG JC
 
Ich glaube auf eine "Sinn-Frage" werden die Wissenschaftler auch weiterhin verzichten wollen und müssen. Ebenso die Philosophen. Dort wo das Wissen endet, an den Grenzen des Kosmos, bei den Dingen die wir niemals herausfinden können -weder jetzt noch in einer Million Jahren- dort treffen sie sich dann alle zum fantasieren. 
 
 
Ja, wenn man Sinn als Bedeutung ansieht, oder gar als Zweck. Nein, es gibt so vieles, das in sich selbst schlüssig und genug ist, doch auch das hat seine Grenzen. Naturgesetze gehen nur bis zum Rand der Singularität, formale Logik nur bis zum Unvollständigkeitssatz (nach Gödel), Musik geht nur leicht über das menschliche Hörvermögen hinaus, und Phantasie... naja, vielleicht reicht die bis zu Dir, also zu dem von dir, das unabhängig von allem anderen ist. Wenn es da keine Grenze mehr gibt, sind wir wieder beim Sortierkasten, nicht wahr?
 
Der Austauch hat mich sehr gefreut. Herzlichen Dank nochmal an alle Beteiligten und Leser -
@Joshua Coan, @JoVo, @Ralf T., @Alexander, @Josina, @Guenk, @Wannovius, @Stavanger, @J.W.Waldeck
 
Bis bald und VLG
Euer Peter
 
Hi Peter, 
mir gefällt deine verschachtelte Erzählung sehr gut. Sie lässt einige Interpretationsfreiräume offen. Deswegen will ich zum Inhalt gar nicht viel schreiben, da er ja, je nach Lebenslage, sehr unterschiedlich ausfallen kann. Ich bin immer wieder über deinen Ideenreichtum erstaunt. Du siehst die Welt in einer völlig anderen, unglaublich wundervollen Sicht. Dafür bewundere ich dich. Gerne mehr davon! 
Metrik hin oder her! 
 
LG Alex 
 
Du siehst die Welt in einer völlig anderen, unglaublich wundervollen Sicht. Dafür bewundere ich dich. Gerne mehr davon! 
Ja! Ganz meine Rede! Genauso sehe ich das auch!
 
Und das Wort verschachtelt kommt bei seinen Themen irgendwie häufig vor! 
 
200.gif

 
  • Joshua Coan
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