Aktuelles
Gedichte lesen und kostenlos veröffentlichen auf Poeten.de

Poeten.de ist ein kreatives Forum und ein Treffpunkt für alle, die gerne schreiben – ob Gedichte, Geschichten oder andere literarische Werke. Hier kannst du deine Texte mit anderen teilen, Feedback erhalten und dich inspirieren lassen. Um eigene Beiträge zu veröffentlichen und aktiv mitzudiskutieren, ist eine Registrierung erforderlich. Doch auch als Gast kannst du bereits viele Werke entdecken. Tauche ein in die Welt der Poesie und des Schreibens – wir freuen uns auf dich! 🚀

Stadtgespräche

  • V
    letzte Antwort
  • 3
    Antworten
  • 2K
    Aufrufe
  • Teilnehmer
1.
 
Die Sonne pulsiert.
Die Willkür der Götter blitzt den Ameisen.
Eine Lupe ist ein Frühstadium der Brille:
murmelt der Eisverkäufer und verschanzt sich hinter’s Glas
auf seinem Nasenhügel; einer Rutsche für Zigarettenqualm,
einem Hügel, oder Rüssel für Rauchzeichen.
Denn mit dem Mund hält er die blasse Kreide
für den knappen Asphalt.
Denn neben Blumen, Strichfiguren, oder Sprungspielen,
gehören Preise und Rabatte, wenn er das Lautankreiden
seines terminknappen Kundenkreises satt hat.
Dass immer blöde Kinderrauferein
seinen Ärger wie an einer Schaschlikgabel anpicken,
weis die pulsierende Sonne.
Nie wendet sie sich im Schlaf,
quillt den Asphalt auf, weilt unbiegsamer Macht der Stunde,
hart borstet sie die Regale voller Relative; -
morgens, mittags, abends.
Nie darf mir das Eis ausgehen, murmelt der Eisverkäufer,
nicht bevor alle Eissorten aus sind für heute.
 
 
2.
 
Die blutlose Mattigkeit, die verschwitzen Laken
und Kettenbriefe fliegen hoch über dem Meer,
die Liebensbriefe platschen dafür auf dem Rücken.
Ein Wunder dies Schauspiel, - Ophelia.
Die Gardinen von Raum durchtränkt, dem Raum der Geheimnisse.
Irgendwer bringt auf einem Service asiatischer Schmiedekunst,
ein paar Käsebrote, ein paar Tassen Kaffe.
Eine Brise läuft über den Strand, nackt und schön,
ohne Startschuss.
Die Einfachheit berührt.
Wie ein Pantomime, die Stadt,
durch reinigendes Feuer, durch Stahl und Beton hindurch,
die Wiedergeburt von irgendwas,
jede Geste geziehlt, und doch voller Unfälle wie das Glück.
Alles muss Wunder sein am Schauspiel.
Und dann kommt der Schlaf, - letzte Trotzigkeit,
gleich nach den Käsebroten, gleich nach dem Strand.
 
  • V
    letzte Antwort
  • 3
    Antworten
  • 2K
    Aufrufe
  • Teilnehmer
Zurück
Oben