Das erinnert mich an folgendes Gedankenspiel, das auf eine Meditationsanleitung (ich glaube ursprünglich bei Robert Betz gehört) zurück geht: stell dir all die Menschen vor, die du kennst. Deine Freunde, Bekannten, Verwandten, Eltern, Geschwister usw. und frühere Lehrer, Arbeitskollegen - muss nicht vollständig sein... Zu allen hast du eine Bindung. Diese kann symbolisiert sein durch einen Faden einer bestimmten Farbe. Zu manchen hast du mehrere Bindungen, manche sind durch Dritte an dich gebunden, andere über komplizierte Schleifen und Knoten. Manche fesseln oder knebeln dich, andere halten dich schützend zurück durch die Verbindung. Manchmal bewegen sich einige dieser verbunden Figuren und ziehen an diesen Strängen, verknoten und verkomplizieren, verheddern alles, lassen dich stolpern, fallen, fangen dich in einem Netz auf oder schnüren dir die Luft zum atmen ab oder du schlüpfst durch die Maschen, um in anderen Seilen zu hängen.
Nun aber kommt ein Wunder: stelle dir vor, du hättest eine zauberfafte, große goldene Schere, und würdest all diese Verstrickungen, Knoten, Schleifen und alles zerschneiden. Du machst immer weiter, bis du einen riesigen Haufen bunter Schnurschnipsel vor dir hast. Alle Verbindungen sind aufgelöst, und du kannst alle Menschen und Wesen, die dich seit je her umgeben haben, so sehen, wie sie wirklich sind, ohne all die Anhaftungen, die du vorher für das Wesentliche gehalten hast. Vielleicht siehst du so dein eigenes wahres Wesen und bist dem inneren Frieden nah.
Gern gelesen und reflektiert, VLG Peter