Gesehen
Ich habe dich im Fernsehen gesehen.
"Ausgerechnet mein Junge - ein Eiskunstläufer?!"
Aber du warst so gut! Ein richtiger Profi-Athlet!
Da war mir klar: Du musst jetzt erwachsen sein.
Ich habe dich auf der Straße gesehen.
Bitter und verhärmt sahst du aus
auf deiner Decke mit dem Pappbecher.
Da ist mir das Herz gebrochen.
Ich habe dich im Urlaub gesehen.
Verträumt liefst du über den Strand,
Arm in Arm mit deiner Vertrauten.
Da suchte ich nach kleinen Fußspuren.
spoiler=Version 1
Wo ich dich gesehen habe
Ich habe dich im Fernsehen gesehen.
"Ausgerechnet mein Junge - ein Eiskunstläufer?!"
Aber du warst so gut! Ein richtiger Profi-Athlet!
Da sahst du plötzlich so erwachsen aus.
Ich habe dich auf der Straße gesehen.
Bitter und verhärmt sahst du aus
auf deiner Decke mit dem Pappbecher.
Da ist mir das Herz gebrochen.
Ich habe dich im Urlaub gesehen.
Verträumt liefst du über den Strand
Arm in Arm mit deiner Vertrauten.
Da habe ich mich gefragt, ob ich wohl Enkelkinder habe.
spoiler=Textarbeit
Liebe WG'ler,
bei diesem Gedicht stecke ich ein wenig fest. Es fühlt sich noch nicht fertig an, aber ich weiß auch nicht, was noch fehlt. Daher jetzt mein Versuch, ein paar frische Augen hinzu zu ziehen. (Nur wer mag, natürlich). Was ich mit diesem Gedicht ausdrücken will, ist die Geschichte einer Frau, die ihr Kind zur Adoption freigegeben hat, und seitdem den Rest ihres Lebens ihr Kind vermisst, unwillkürlich nach ihm Ausschau hält und sich fragt, wer er wohl ist, wie er denn lebt, ob es ihm gut geht. Bei den drei Menschen in dem Gedicht, fragt sie sich, ob dieser Mensch nicht vielleicht ihr Sohn ist. (Ursprünglich sollte das Gedicht um Abtreibung gehen - dazu hätte ich am Ende nur das Wort "habe" durch "hätte" austauschen müssen, aber das schien mir dann doch zu hart) Das ganze soll als Rätsel aufgebaut sein: Der Leser soll beim Lesen Stück für Stück erschließen, worum es bei dem Gedicht geht. In der ersten Strophe denkt er vielleicht noch, das sei eine "normale" Eltern-Kind-Beziehung. Der Umbruch in der zweiten Strophe soll dann erst mal verwirren: Entweder es wird hier die Lebensgeschichte des Lyrischen Du erzählt, wie er vom Profi-Athlet zum Obdachlosen wurde, oder das Lyrische Du sind eben verschiedene Personen, oder jedenfalls nicht eine konkrete, persönliche Person, sondern eher die Idee einer Person. In der dritte Strophe soll dann klar werden, dass es definitiv keine Geschichte ist, sondern die Idee einer Person. Außerdem wird auch klar, dass das Lyrische Ich offenbar nicht ein mal die gröbsten Dinge über das Leben ihres Sohnes weiß (Kinder oder nicht) und das also eigentlich gar kein Kontakt bestehen kann.
Wenn man dann alle Hinweise zusammen nimmt, soll man darauf kommen können, dass der Eiskunstläufer, der Obdachlose und der Strandurlauber eben gar nicht eigentlich gemeint sind, sondern dass das Lyrische Ich das Objekt ihrer Sehnsuch auf sie projeziert.
Natürlich ist außer meinen Fragen zur Textarbeit auch jede andere Art der Rückmeldung willkommen.
Ich habe dich im Fernsehen gesehen.
"Ausgerechnet mein Junge - ein Eiskunstläufer?!"
Aber du warst so gut! Ein richtiger Profi-Athlet!
Da war mir klar: Du musst jetzt erwachsen sein.
Ich habe dich auf der Straße gesehen.
Bitter und verhärmt sahst du aus
auf deiner Decke mit dem Pappbecher.
Da ist mir das Herz gebrochen.
Ich habe dich im Urlaub gesehen.
Verträumt liefst du über den Strand,
Arm in Arm mit deiner Vertrauten.
Da suchte ich nach kleinen Fußspuren.
spoiler=Version 1
Wo ich dich gesehen habe
Ich habe dich im Fernsehen gesehen.
"Ausgerechnet mein Junge - ein Eiskunstläufer?!"
Aber du warst so gut! Ein richtiger Profi-Athlet!
Da sahst du plötzlich so erwachsen aus.
Ich habe dich auf der Straße gesehen.
Bitter und verhärmt sahst du aus
auf deiner Decke mit dem Pappbecher.
Da ist mir das Herz gebrochen.
Ich habe dich im Urlaub gesehen.
Verträumt liefst du über den Strand
Arm in Arm mit deiner Vertrauten.
Da habe ich mich gefragt, ob ich wohl Enkelkinder habe.
spoiler=Textarbeit
Liebe WG'ler,
bei diesem Gedicht stecke ich ein wenig fest. Es fühlt sich noch nicht fertig an, aber ich weiß auch nicht, was noch fehlt. Daher jetzt mein Versuch, ein paar frische Augen hinzu zu ziehen. (Nur wer mag, natürlich). Was ich mit diesem Gedicht ausdrücken will, ist die Geschichte einer Frau, die ihr Kind zur Adoption freigegeben hat, und seitdem den Rest ihres Lebens ihr Kind vermisst, unwillkürlich nach ihm Ausschau hält und sich fragt, wer er wohl ist, wie er denn lebt, ob es ihm gut geht. Bei den drei Menschen in dem Gedicht, fragt sie sich, ob dieser Mensch nicht vielleicht ihr Sohn ist. (Ursprünglich sollte das Gedicht um Abtreibung gehen - dazu hätte ich am Ende nur das Wort "habe" durch "hätte" austauschen müssen, aber das schien mir dann doch zu hart) Das ganze soll als Rätsel aufgebaut sein: Der Leser soll beim Lesen Stück für Stück erschließen, worum es bei dem Gedicht geht. In der ersten Strophe denkt er vielleicht noch, das sei eine "normale" Eltern-Kind-Beziehung. Der Umbruch in der zweiten Strophe soll dann erst mal verwirren: Entweder es wird hier die Lebensgeschichte des Lyrischen Du erzählt, wie er vom Profi-Athlet zum Obdachlosen wurde, oder das Lyrische Du sind eben verschiedene Personen, oder jedenfalls nicht eine konkrete, persönliche Person, sondern eher die Idee einer Person. In der dritte Strophe soll dann klar werden, dass es definitiv keine Geschichte ist, sondern die Idee einer Person. Außerdem wird auch klar, dass das Lyrische Ich offenbar nicht ein mal die gröbsten Dinge über das Leben ihres Sohnes weiß (Kinder oder nicht) und das also eigentlich gar kein Kontakt bestehen kann.
Wenn man dann alle Hinweise zusammen nimmt, soll man darauf kommen können, dass der Eiskunstläufer, der Obdachlose und der Strandurlauber eben gar nicht eigentlich gemeint sind, sondern dass das Lyrische Ich das Objekt ihrer Sehnsuch auf sie projeziert.
- Ist das Rätsel zu lösen?
- Ich bin mir beim Titel nicht sicher, aber eigentlich kann ich da nichts verwenden, was etwas über den Inhalt verrät. Sonst funktioniert das Rätsel nicht mehr.
- Das Gedicht soll aber nicht nur ein verkopftes Rätsel sein, sondern auch emotional ansprechen: (Ersehnter) Stolz, (befürchtetes) Mitleid, Verlassenheit. Wie fühlt es sich an, das Gedicht zu lesen?
Natürlich ist außer meinen Fragen zur Textarbeit auch jede andere Art der Rückmeldung willkommen.