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Trophäenjagd


Berthold

Empfohlene Beiträge

Trophäenjagd

 

Der alte Jäger auf der Pirsch

verfolgt den kapitalen Hirsch.

Ein Hirsch! Ein Blitz! Ein Knall: Pängbumm!

Der Jäger fällt, getroffen, um.

 

Der Hirsch betrachtet aus der Nähe,

ob denn sein Fang ihm zur Trophäe

taugt: Glatze, Runzeln, Nasenhaar.

„Oje! Ein Mangel-Exemplar.“

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  • 2 Monate später...

Hallo Berthold,

ja es macht Spaß die Tatsachen mal umzudrehen.

Trotz des im Vordergrund stehenden Humors, solltest Du aber auch auf eine gewisse nachvollziehbare Handlung nicht verzichten, denn sonst gerät auch eine Humoreske schnell ins Abseits der Beliebigkeit.

Mein Vorschlag wäre z.B. , den Schuss querschlagen oder einen Ast brechen zu lassen, was dann zum Tod des Jägers führt.

 

Kurzer Entwurf dazu:

 

Der alte Jäger auf der Pirsch

verfolgt den kapitalen Hirsch.

Ein Blitz! Ein Knall: Querschlagbumm!

Der Jäger fällt, getroffen, um.

 

LG

Perry

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Hallo Perry,

 

danke für deine konstruktiven Gedanken zu meinem kleinen Gedicht, ich weiß das zu schätzen. Gedacht war die Geschichte so:

Der Jäger befindet sich (bekanntermaßen) auf Hirschjagd, der Hirsch jedoch gleichzeitig (und damit verlasse ich das Land des Faktischen) auf Menschen- bzw. Trophäenjagd. Im Grunde genommen ein kleines Planspiel: Was wäre wenn …

Aber nachvollziehbar sollte es natürlich schon sein. Ich könnte eine Strophe voranstellen, in der der Hirsch mit der Flinte über der muskulösen Schulter durchs Gebüsch schleicht und mit scharfem Blick die Umgebung absucht.

Der stolze Hirsch schleicht durch den Tann

und äugt nach einem Jägersmann, …

Aber dann ist die Pointe futsch? Hm.

 

Perry, ich weiß noch nicht, ob und wie ich den Aspekt der Nachvollziehbarkeit hier angehe, bin aber sehr froh, dass du mich darauf gestoßen hast. So kann ich Fehler ausmerzen und meine Gedichte verbessern. Danke dir.

 

LG

Berthold

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  • 3 Jahre später...

Hallo Berthold,

ich habe auch ein wenig gestutz (? Sagt man das so?) über den Tod des Jägers, dachte aber gleich, der Schuss sei nach hinten gegangen, quasi ein Unfall also. Der Schluss aber finde ich so originell und amüsant, dass die Logik mich nicht weiter stört.

Liebe Grüße

Carlos

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Hallo Carlos,

schön, dass du vorbeigeschaut hast.
 

vor 23 Stunden schrieb Carlos:

ich habe auch ein wenig gestutz (? Sagt man das so?)

:thumbup:

So manch menschliche Verhaltensweise ist für mich nur schwer nachvollziehbar: Zum Beispiel das Töten eines Tieres, nur um dessen Schädelplatte nebst Geweih an die Wand zu nageln ... Um dieses mE absurde Verhalten augenfälliger aufzuzeigen, habe ich die Rollen von Jäger und Gejagtem ein Stück weit verändert.

Gleichwohl hat das Gedicht natürlich auch eine heitere Note. :wink:

Danke für deinen Kommentar und
LG, Berthold 



**********************************************************
:attention:
@Carlos, @Freiform und @Joshua Coan: Danke fürs Mögen.
@anais: Danke fürs Empfehlen.


 

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Faszinierend lieber @Berthold, was du in so wenige Zeilen so treffend zu verpacken verstehst. Es ist die Wortwahl, welche mich in den Bann zieht. So exakt den Takt treffend, während jede Zeile einer Geschichte ihr Ganzes verleiht - mit einer Perfektion, die du auf jeden Fall getroffen hast. Und wie der Hirsch zur Ehre kommt, ein Mangelexemplar (tolle Wortwahl) in seine nähere Trophäenwahl zu ziehen, leitet sich in gedanklicher Hinsicht, das dem Tierwohl gespendet ist, vom Umstand ab, einfach mal die Seiten zu wechseln. Dieses dichterische Privileg ist der wahre Genuss der absoluten Freiheit des Denkens. Einfach schön.

Mit liebem Gruß

Sonja

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Sehr schöne Umkehrung von Aktion und Bewertung, lieber Berthold.

 

Mit Freude gelesen.

Grüße von gummibaum

 

 

Jägerlatein

 

Ein Rehbock ging im Jägerhaus

bei Jägers Gattin ein und aus.

Gehörnt gefiel der Frau ihr Gatte,

weil er nun tollen Kopfschmuck hatte,    

und überm Bett als Jagdtrophäe

bewahrt sie ihn in ihrer Nähe…

 

 

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