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MythonPonty

#7 Gaukelei | die Feder des Monats | Juli 2020

 ≈ Lesezeit: 38 Minuten

Empfohlene Beiträge

Die Regeln für die Feder des Monats #7

  • Thementreue - Das Werk sollte einen lesbaren Bezug zum vorgegebenen Thema Gaukelei haben

              (weitere Synonyme Blendwerk, Bluff, Halluzination, Irrealität, Spaß, Streich, Täuschung, Trug, Vorspiegelung)

  • Begrenzung - Jeder darf nur 1 Werk (je Wettbewerb) einreichen
  • Frist - Es werden nur Werke die innerhalb der Abgabefrist, zwischen dem 01.07. - 24.07.2020 20:00 Uhr, eingereicht werden berücksichtigt
  • Ordnung - Alle Werke die an dieser Ausschreibung teilnehmen, müssen in diesem Beitrag als Antwort / Kommentar hinterlassen werden. Jedes Werk muss einen klar erkennbaren Titel, am besten fett formatiert, enthalten.
  • Sonstiges - Beiträge werden nach der Einreichung durch den Autor vom Moderatorenteam in das Abstimmungssystem kopiert und freigeschaltet. Damit sind diese dann anonymisiert sichtbar. Im Werk selber dürfen keine Hinweise auf den Autor hinterlassen werden. Sofern Anmerkungen auf den Autoren verweisen, wird das Moderatorenteam diese entfernen, oder den Autoren zur Nachbesserung auffordern. Während der Einreichung- und Abstimmungsphase sind alle Beiträge anonymisiert, durch den Benutzer @dFdM. Somit ist nicht ersichtlich welcher Autor welches Werk verfasst hat. Die Anonymisierung wird nach dem Wettbewerb wieder aufgehoben. Bei Fragen steht euch @MythonPonty gerne zur Verfügung. Durch einen Klick auf den Titel öffnet sich dann ein Pop-Up Fenster und das Werk kann gelesen werden.image.png
  • Stimmenvergabe - Jedes Mitglied darf 3 Stimmen vergeben, aber nicht für sich selber abstimmen. Eigene Stimmen werden gelöscht. Steigt die Anzahl der eingereichten Werke auf über 30,  lasse ich die Anzahl der Stimmen steigen. Hier würde ich in 10er Schritten jeweils eine Stimme mehr erlauben. Wenn also 45 Werke eingereicht werden, hat jeder 5 Stimmen die er/sie vergeben kann, usw.
  • Abstimmungszeitraum - Die Stimmenvergabe erfolgt zwischen dem 24.07.2020 20:30 Uhr - 31.07.2020 20:00 Uhr


Für alle Teilnehmer ist es wichtig dass ihr noch in eurer Kontoeinstellung den Wettbewerb aktiviert, sonst kann ich euch zu der Abstimmungsliste nicht hinzufügen.
Die Auswertung findet direkt im Anschluss automatisch statt. Der Autor mit den meisten Stimmen gewinnt den Monatswettbewerb.

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Im Schein der Gläubigkeit

 

Sie glauben an Gott und kennen ihn nicht,

den Schöpfer des Himmels und der Welt,

sie gaukeln sich vor, aus ihm strahle Licht,

dass ihnen das Leben dann leichter fällt.

 

Woher kam sein Geist? Sie steh‘n im Beruf.

Sie preisen den Herrn und seine Magie,

die Himmel und Erde aus Nichts erschuf,

sie senken die Häupter und beugen die Knie.

 

Sie preisen ihm Lob in ihrem Gesang,

dass er das Heilige demütig ehrt.

Sie schmücken die Lieder mit rührendem Klang,

was sich schon Jahrtausende ewig bewährt.

 

Sie stellen oft Fragen, man weiß nicht warum;

sie sagen: „Wir tun nichts“, das stimmt aber nicht.

man antwortet ehrlich und das ist doch dumm,

zu spät erkennt man die dunkle Absicht. 

 

Sie kaufen sich Freunde und bechern damit,

beschädigen Sachen im fremden Haus,

sie achten auf Pflege und sind sehr beliebt,

sie leben von Beute jahrein und jahraus.

 

Sie wünschen sich Frieden und reichen die Hand,

mit Weihwasser kreuzigen sie ihre Stirn,

für Gott kleiden sie sich im schönsten Gewand.

Am Sonntag verdreht sich ihr ganzes Gehirn.

 

Danach sind sie wieder normal und gemein,

sie plündern und rauben bei Tag und bei Nacht,

entzünden ein Licht im Bildstock daheim

und gaukeln sich vor, „dass niemand was macht“. 

 

Damit kommen sie bei Verhören gut an,

dann wird ihnen Narrenfreiheit gewährt.

Als Opfer von Gauklern fühlt man sich dann,

wenn einem der Nachbar das Leben zerstört.

 

Sie heben die Hüte und winken: „Grüß Gott“,

dann stehlen sie Schlüssel und steigen rücks ein

und mischen dem Opfer ein Gift ins Kompott,

im heiligen Schein „wird es Einbildung sein“.

 

Um eins in der Nacht und später um drei,

steigt einer der Räuber beim Dachfenster zu,

man wird überwältigt, man merkt nichts dabei,

erwacht schwer verletzt und betäubt aus der Ruh.

 

Kein Mensch schenkt dem Glauben: „Du hast nur geträumt!“

Bedroht vom Nachbarn mit Waffe und Wort,

die Spur zu verwischen, hat er nicht versäumt,

dann setzt er erfolgreich die Gläubigkeit fort,

 

gestützt von Komplizen, mit Beute bezahlt.

Maria im Bildstock, mit Blumen verklärt,

im Licht einer Kerze, schützt Raub und Gewalt.

Ein Gaukler erlangt, je mehr er begehrt.

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Gaukelei
 

Der Blick bleibt an der Oberfläche;
es reflektiert die Form das Licht.
Wohl liegt es an des Auges Schwäche;
das Wesentliche sieht man nicht.

 

Gestalt wird nur die Form erkennen,
sie fällt ihr Urteil nach dem Schein,
doch soll sie den Gestalter nennen,
wird solche Sicht ein Trugbild sein.

 

Das Wesen liegt indes verborgen,
entzogen äusserer Natur,
es ist dasselbe heut und morgen,
allgültig - zeitlos seine Spur.

 

Doch diese Spur gilt es zu finden,
das Auge ist hier einerlei,
denn nur Erkenntnis kann ergründen,
was wahr ist und was Gaukelei.

 

Erkenntnis ist das dritte Auge,
Es reicht bis an der Dinge Grund,
Darin ich sehe, was da tauge,
Wo Geist, wo Sinn wohnt tu mir kund.

 

bearbeitet von Elmar

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Die Gaukelei und ihre Facetten
 

Die Gaukelei kennt man von Vögeln,
wenn schwankend durch die Luft sie segeln;
ihr Schwanken kennt als Wortbezug
den sogenannten Gaukelflug.

 

Der Gaukler ist als Vogelart
meist in „Namibia“ am Start.
Sehr farbenfroh er sich gebärdet,
doch sein Bestand ist stark gefährdet. 

 

Es gaukelt nie der Engerling,
doch gaukelt meist ein Schmetterling,
wenn er die Blüten Zug um Zug
bestäubt nach seinem Gaukelflug.

 

Es gaukelt nicht nur solch ein Falter,
es gaukelte im Mittelalter
ein Hofnarr, der meist Späße trieb
und gern am Königshofe blieb.

 

Ein Gaukler war der „Rattenfänger“,
als Gaukler zählt ein Minnesänger.
Auch „Till“ mit seiner Schellenmütze,
war als ein Schalk immens von nütze.

 

Denn „Eulenspiegel“ -wer ihn kennt-
trug Gaukler-Hut; sei’s ihm gegönnt.
Wenn er dich auf die Schippe nahm,
dann fing sein Hut zu bimmeln an.

 

Es ist ein Mensch, der dich verschaukelt,
ein Blender, der sehr gerne gaukelt.
Er haut zu gern dich übers Ohr
und gaukelt mies dir etwas vor.

 

Wenn jemand Liebe dir vorgaukelt,
dann hat auch dieser dich verschaukelt.
Doch solch ein Mensch, der ist nichts wert,
ihm nach zu trauern ist verkehrt.

 

Ein Taschenspieler will zumeist
mit Tricks verwirren deinen Geist,
wobei er gaukelnd vor dir steht
und keck nach deinen Euros späht.

 

Sei nur deswegen nicht nervös,
nicht jeder Gaukler der ist bös‘.
Denn viele haben Spaß als Ziel
und sehn die Gaukelei als Spiel.

 

Ein Magier -laut dieser Dichtung-
geht sicher in die gute Richtung,
wenn er zum Spaß für alle Kinder
Kaninchen holt aus dem Zylinder.

 

Oft ist als Gaukler auch bekannt
ein Volk, das „fahrend“ wird benannt.
Sie ziehen stets von Ort zu Ort,
kaum sind sie da, schon sind sie fort.

 

Das Gaukeln ist für solche Sport,
sie ziehen gern von Ort zu Ort
mit ihren bunten Zirkuswagen,
die ihre Requisiten tragen.

 

Man kann sie auch Artisten nennen,
sie zeigen allzu gern ihr Können.
Sie turnen hoch im Zirkuszelt
und bieten Spaß fürs Eintrittsgeld.

 

Der Jahrmarkt ist ein Ort zum gaukeln,
man kann mit Lust in Schiffen schaukeln.
Du kannst auf Wasserbahnen rutschen
und gaukelnd dann talabwärts flutschen.

 

Auch sitzt in einem Zelt am Rand
-aus Glas ´ne Kugel in der Hand-
ne „Seherin“ in leichtem Flor,
die gaukelt dir die Zukunft vor. 

 

Auch am Theater wird gegaukelt,
dort wirst mitnichten du verschaukelt.
Der „Mime“, der gekonnt brilliert,
perfekt den „Hamlet“ adaptiert.

 

Die Gaukelei hat viele Seiten.
Ich wollte in der Verse Weiten
den Sinn des Wortes leicht entzerren
für alle Damen und auch Herren.

 

 

bearbeitet von Melda-Sabine Fischer
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Das Kuckucksei

 

Ich spiele, ich tanze und ich schrei

und fühle mich dadurch endlos frei

im Denken, im Leben wie auch bei dir

erhasche als Dank deinen Blick dafür.

 

Ich lache, mach Unsinn, bin heiter

und mache voll Inbrunst weiter,

verstecke mein tägliches Leid

auf der Suche nach Aufmerksamkeit.

 

Und habe ich diese endlich gefunden

weil an den Kodex der Gaukler gebunden,

muss ich weiterspielen das Sein vom Wollen,

bevor Tränen mir ihr Wegerecht zollen.

 

Irdische Freuden benebeln mein Tun,

die Realität zieht es vor, inzwischen zu ruh´n,

ich verzaubere, entrücke und will leben

und nicht die Schleier der Wahrheit heben.

 

Gefördert werden falsche Gedanken,

die sich empor an Illusionen ranken,

hinauf bis in luftige magische Höhen,

um im Nichts voller Lust zu bestehen.

 

Denn getäuscht, getarnt und geblendet,

das durch Dummheit das Schicksal wendet,

lebt jedes Gegenüber mehr lose als frei,

darum spiele ich, tanze ich und ich schrei.

 

 

bearbeitet von Sonja Pistracher

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niemand weiß

 

niemand weiß

du kannst nichts hören

sie glauben ich

kann dich beschwören

 

mit der Flöte

Zauberlieder

die ich spiele

immer wieder

 

wenn das Tageslicht

dich blendet

und deinen Schlaf

im Korb beendet

 

niemand weiß

du kannst kaum sehen

wirst immer mit

der Flöte gehen

 

ist sie ein Feind

ist sie die Beute

es ist ein Tanz

für all die Leute

 

die überall hier

um uns stehen

und in mir

den Magier sehen

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Durchblickt

 

Alles ist gut

sagst du

und lächelst

und denkst

ich glaube dir.

 

Gar kein Problem

sag ich

und nicke

und weiß,

es brennt in mir.

 

So wie du lachst

zeigt zwar

der Winkel

am Mund

zum Horizont -

 

aber dein Blick

zeigt klar,

dass diese

Reise

sich nicht mehr lohnt.

 

Du siehst mich an

als ob

du wüsstet,

dass ich

dich lesen kann

 

wie ein Roman,

so oft

gelesen,

dass ich

ihn hören kann.

 

Wo ist sie hin,

die Zeit,

in der wir

beide

glücklich war‘n?

 

Was ist passiert,

dass wir

nicht mehr in

eine

Richtung fahr‘n?

 

Als wir da steh‘n

und uns

schweigend in

feuchte

Augen seh‘n,

 

minutenlang,

so als

würde die

Zeit nicht

weitergeh‘n,

 

wird mir bewusst,

dass ich

den Schein nicht

länger

wahren kann

 

und aus dem Nichts

fängst du

ganz ohne

Grund zu

lachen an.

 

Durchblickt.

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Der Wortgaukler

Er baut aus seinen Wörtern Türme,
hebt sie in die Bewusstseins Sphäre,
erdenkt in sich Gedankenstürme,
und spendiert den Herzen Wärme.

Im Worttanz lässt er Beine wippen,
die Seele im Takt zufrieden baumeln,
zieht an manch unbewussten Strippen,
staunend kann man es kaum glauben.

Nur in seinem eignen Herzen,
dort ist es oft sehr stumm und still,
das Leben ist halt nicht zum Scherzen,
auch wenn er es noch so gern will.


Er baut im Stillen seine Türme,
und stellt sie rastlos in die Welt,
erhält sich so ein Stückchen Würde,
und manchmal einen Groschen Geld.

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Kein bloßer Schein

 

In meiner Zeit als Embryo

fand ich zur Gaukelei.

Drum schlüpfte Mamis Gigolo

ein Täubchen aus dem Ei.

 

Ein Priester, der mich taufte, schien

mir frömmelnd und nicht gut.  

Und als Kaninchen zog ich ihn

aus dem Zylinderhut.

    

Die Lehrerin hielt mich für dumm

und wurde flachgelegt.

Dann schwebte sie im Raum herum,

von meinem Reif umhegt.

 

Und meine Braut, die dazu schwieg,  

ob sie noch Jungfrau sei,

ging, als sie aus der Kiste stieg,

zersägt von mir, entzwei.

 

So war der Trick nicht bloßer Schein

in meiner Gaukelei,

und willst du schlimm verschaukelt sein,

so komm und sei dabei.

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