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Die laute Stille


Emoceanal

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Jetzt sitz ich hier und drücke die Tasten, die mir so vertraut sind und denen ich gleichzeitig fremde, neue Tönen entlocken will.

Ich spiele hunderte, tausende von Ihnen und trotzdem scheinen nur ein oder 2 neuartig und aufregend zu sein.

Das Gefühl des Erfolgs geht in der Gewohnheit der hunderten Tasten unter und lässt mich tonlos zurück.

Die Stille, die darauf folgt ist jedoch alles andere als tonlos. Sie klingen in mir weiter, auch wenn die Melodie eine traurige ist.

Und so trage ich sie in mir mit einem viel zu hohen Gewicht, welches ich selbst bemessen habe.

Doch auch irgendwann verklingen diese Töne in mir und lassen mich still und leer zurück.

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Hallo Emoceanal,

 

dein kleiner Text transportiert so viel Inhalt.

Es scheint ein bislang unbekanntes Gefühl zu sein, welches den Musiker dazu bringt, seinem vertrauten Instrument Neues entlocken zu wollen.

vor 17 Stunden schrieb Emoceanal:

Das Gefühl des Erfolgs geht in der Gewohnheit der hunderten Tasten unter

Wenn man ein Instrument spielt, entwickelt sich ja ein gewisser Automatismus. Die Noten, die das Auge auf dem Papier liest, werden automatisch von den Händen auf das Instrument übertragen.

Den Zuhören scheint die Musik zu gefallen, der Musiker selbst spürt kaum mehr als den automatischen Ablauf des Notenspielens. Er scheint die Musik nicht zu hören, und bleibt, wie du schreibst, tonlos zurück.

 

vor 17 Stunden schrieb Emoceanal:

Die Stille, die darauf folgt ist jedoch alles andere als tonlos. Sie klingen in mir weiter, auch wenn die Melodie eine traurige ist.

 

.... als klänge die Musik nicht in den Ohren, sondern im Bauch weiter.

vor 17 Stunden schrieb Emoceanal:

Und so trage ich sie in mir mit einem viel zu hohen Gewicht, welches ich selbst bemessen habe.

 

Hat der Musiker zu hohe Erwartungen? Was erwartet er von der Musik, vom Musizieren? Es scheint, sie sollte ein Stück seines Lebens sein und entpuppt sich jetzt als etwas Leeres, Trostloses.

 

Kennst du den Film "Der seltsame Fall es Benjamin Button"?  Eine alte Dame bringt ihm Klavierspielen bei. Sie sagt zu ihm: Es ist nicht wichtig, wie gut Sie spielen, es kommt darauf an, was Sie fühlen, wenn Sie spielen.

 

LG

 

Nina

 

 

 

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Moin, liebe Emoceanal

Wird man zu doll unter Druck gesetzt oder setzt sich, selbst unter Druck geht die Freude am Spiel verloren.

Ein anderer Grund kann sein das man großen Kummer hat, das selbst die Musik nicht trösten kann.

Sondern im Gegenteil noch trauriger macht.Dein Gedicht hat mich berührt!

Gerne gelesen

HG Josina 

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