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Streit der Füße


Empfohlene Beiträge

„Ich schenk den Versen mehr Gewicht,

ich mache sie vollkommen.

Das ist des Jambus höchste Pflicht,

ich bin hier sehr willkommen.“

 

„Du Versfuß machst es dir zu leicht“,

ermahnt Trochäus leise,

„sobald man dich mit mir vergleicht,

stehst du auf dünnem Eise.

 

Durch mich gelingt der feinste Schliff,

doch will ich nicht verhehlen,

mit dir umgeh ich manches Riff,

da kann ich auf dich zählen.“

 

Der Anapäst ruft: „Welch ein Stuss,

ihr habt uns wohl vergessen!

Spondäus und der Dactylus

sind auch voll Raffinessen.“

 

So stritten sie und blieben stur,

ein Hauen und ein Treten,

dabei formt sie zum Kunstwerk nur

die Feder des Poeten.

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Hallo Sid,

 

schön, dass Du selbst in diesem Forum mit dieser Problematik punkten kannst; freut mich...

 

Zum Reim vollkommen/willkommen kann ich indes nichts anderes sagen als das, was ich bereits zu Anaximandalas Reim Verletzlichkeit/Einsamkeit sagte, nämlich, dass es sich nicht um einen Gleichklang, sondern um phonetisch identische Silben handelt.

 

Darüber hinaus hatte ich im selben Beitrag (Streit) auch noch mal die E-auf-ä-Reime angesprochen, kurz: Hätte, hätte/Fahrradkette geht, Jonathan Meese auf Käse zu reimen, geht (leider) nicht...

 

Allerdings gibt es in dieser Sache ja auch noch die schon erwähnte Weißwurstäquator-Theorie.

 

Gruß

 

E.

 

 

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Hei Pegasus,

 

vor 13 Stunden schrieb Pegasus:

nun das ist doch einmal ein Loblied an den Poeten.

sie haben es verdient. Fußpflege ist wichtig, wer mag schon hinkende Verse.

 

Danke und einen schönen Tag

Sid

 

 

Lieber Georg,

 

du machst offensichtlich Gebrauch von deiner dichterischen Freiheit. Danke für deine wohlwollende Breitseite. 😉

 

Lieben Gruß

Sid

 

 

Hei Endeavour,

 

was ist denn genau der Unterschied zwischen Gleichklang und phonetisch identischen Silben? Bevor ich anfange zu guggeln frage ich doch lieber dich.

 

In meinem Gedicht kommt es mir in erster Linie darauf an, die Idee dichterisch umzusetzen, was nun mal zu Lasten der "E - und -Ä- Reime" geht. Immerhin befinden wir uns in der Rubrik "Experimentelles". Da spielt die Weißwurstäquator-Theorie keine Rolle.

 

Lieben Gruß

Sid

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Hallo Sid,

 

Reime sind Gleichklänge, sie korrespondieren in erster Linie auf phonetischer Ebene; die semantische oder morphologische Ebene spielt eigentlich keine Rolle. Bei vorbildlichen Gleichklängen wie Herz/Schmerz oder Liebe/Triebe tritt das Eigentliche indes in den Hintergrund, kurz: Du siehst die Freiheit Georgs, sich auf sich zu reimen und reimst, die eigene übersehend, leichthin kommen auf kommen (die Präfixe haben hier phonetisch nichts zu melden)...

 

Ansonsten bin ich durchaus kein Freund dieser wunderlichen Form-Inhalt-Dissoziation; Leute, die (lediglich) was transportieren wollen, sollten, denke ich, eine Spedition beauftragen. Bei Meinungen und Ansichten empfiehlt sich überdies, sie auf eine Pappe zu schreiben, sich diese um den Hals zu hängen und damit in der Fußgängerzone auf und ab zu wandern...

 

Gruß

 

E.

 

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Hallo Sid,

 

vor 2 Stunden schrieb Sidgrani:

Hei @Endeavour,

 

sich zu drücken, klingt mir zu negativ, ich würde lieber positiv sagen: Neues ausprobieren.

 

Wie gefällt dir diese Variante?

 

 

habe immer irgendwie das Gefühl, nicht richtig verstanden zu werden. Interessanterweise sind wir da mitten im Thema: Form. Ich kann etwas nur so zum Ausdruck bringen, wie ich es (in den Grenzen meiner Möglichkeiten selbstverständlich) zum Ausdruck bringen will.

 

Nun gut, zur Variante: An den Reimen gibt es nichts auszusetzen. Wie mir die Variante gefällt, ist eine gänzlich andere Frage. Eine Frage des Geschmacks, über den (De gustibus non est disputandum) sich bekanntlich nicht streiten lässt: „Ich finds toll.“ „Ich finds scheiße.“ Ende der Diskussion.

 

Glaube indes, dass man sich bemühen sollte, den Geschmack bestmöglich auszustatten; Wissen und Können wären da in erster Linie zu nennen – Sensibilität, Einfühlungsvermögen usw. usw.. Eigentlich nichts Neues...

 

Zurück zur Variante: Wichtig ist, dass Du damit zufrieden bist; Dir muss es (aus guten Gründen natürlich) gefallen; die Sprache, die Perioden, die Zeichensetzung, der Stil, die Bilder, die Komposition, kurz: Alles, die Form. Sie sollte sich in Richtung Perfektion bewegen, so weit es eben geht...

 

Glaube, Du hattest diesen Anspruch selbst erst kürzlich formuliert.

 

Gruß

 

E.

 

 

PS: Mir gefällts - besser - so.

 

 

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Hei Endeavour,

 

vor 12 Stunden schrieb Endeavour:

habe immer irgendwie das Gefühl, nicht richtig verstanden zu werden.

stimmt, mir ist nicht immer klar, was du mir sagen willst.

 

vor 12 Stunden schrieb Endeavour:

Wichtig ist, dass Du damit zufrieden bist; Dir muss es (aus guten Gründen natürlich) gefallen

Nun, da du ja den Finger in die Wunde gelegt hast, war ich bemüht, nach einer Lösung zu suchen und sie dir vorzustellen, da kannst du dir auf die Schulter klopfen.

 

Lieben Gruß

Sid

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