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kein Titel - jedenfalls bislang


KumboYa

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Man kann sicherlich drüber streiten ob das Prosa oder Lyrik ist. Jemand bezeichnete das mal als 'episches Gedicht' was ich eigentlich einen schönen ausdruck dafür fand. nunja urteilt selbst

 

 

 

Obwohl du weißt, dass ich nicht rauche, bist du erleichtert, als ich dich endlich frage, ob ich mal ziehen darf und hältst mir die Zigarette hin. Wenn ich noch wüsste wer (außer mir selbst..) noch neben uns stand, könnte ich jetzt vielleicht sagen, dass wir eigentlich überhaupt nicht alleine waren.

Während der Sternenhimmel in deinen Augen vor mir verschwimmt – der Gürtel des Orion, der irgendwo kurz hinter deinen Pupillen liegt, ist ein letztes Band, das mich hier in dieser Welt festhält – , vermengen sich Rauch und Sehnsucht in meinen Lungen zu einem schweren Gemisch, in dem sich bald die Wünsche tummeln, die endlich aus meinem Brustgefängnis freigelassen werden wollen.

 

Plötzlich ist alles einfach,

weil mich dein blauer Flügel führt.

Von Anfang an existieren

nur wir beide.

Inmitten von ungeformten Räumen

tanzen wir barfuß durch das Universum.

Die leisen Bewegungen deiner Lippen buchstabieren immer wieder Kuss.

...aber irgendwann wird mir schwindlig und ich atme aus.

 

„Schade, dass wir uns gestern nicht gesehen haben“, sage ich, als wir uns am nächsten Tag über den Weg laufen.

„Ja,...schade.“, erwiderst du.

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Hallo Kumbo!

 

Das hat tatsächlich was. In der freien Bewegung entfaltest Du Dich, für meinen Geschmack, wesentlich besser. Spontan meine ich, dass allein der Aufbau nicht ganz eingängig ist - also, das Nutzen von Fließtext und dann der Übergang zu umgebrochenen Zeilen. Mir geht hier noch nicht die Notwendigkeit dieser Umbruchzeilen ein, selbst wenn sie dazu da sind, etwas darzustellen. Rein vom jetzigen Gefühl her würde es meiner Meinung nach genügen, den kompletten Text zu Fließtext zu machen oder konsequent alles mit Umbrüchen darzustellen, die dann natürlich entsprechend kunstvoll umgesetzt werden müssten. Wenn es so bleibt, müsste zumindest der jetzt umgebrochene Teil mehr Berechtigung erfahren, sowohl was seine Andersartigkeit der Forumulierung betrifft, als das Spiel der Umbrüche selbst.

 

Von diesen handwerklichen spontanen Gefühlen abgesehen, ist der Text wirklich sehr gut in Atmosphäre, Geheimnis und Wortwendungen.

 

Frage:

Das Präsens ist stilistische Absicht, nehme ich an, selbst wenn es eigentlich Vergangenheit ist. Aber passt dann

Wenn ich noch wüsste wer (außer mir selbst..) noch neben uns stand, könnte ich jetzt vielleicht sagen, dass wir eigentlich überhaupt nicht alleine waren.
dies eigentlich wirklich so?

 

LG

 

Beteigeuze

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Hallo ferne Sonne (ich hoffe du hast gemerkt, dass du indirekt im Gedicht erwähnt wirst, ist mir gerade so aufgefallen)

 

Danke zunächst für das Lob und deine Gedanken die du dir über den Text gemacht hast. Das Präsens ist tatsächlich gewollt und soll verdeutlichen wie gefühlsbetont der

Moment war - mit dem Imperfektsatz habe ich lange gehadert, weil es ja die einzige Stelle mit Vergangenheit darstellt, obwohl sie zeitlich im gleichen Rahmen steht. Wenn man das auf Verderb und Gedeih verteidigen wollte, könnte man wohl sagen, dass die Vergangenheitsform hier nochmal den Abstand betonen soll...ich konnt mich schon vorher schlecht entscheiden, aber da du's ansprichst, ist es wohl auf jeden noch ein Punkt, über den ich noch n bisschen nachdenken sollte.

 

Meine Idee war, dass der Textabschnitt in Versen vor allem den Rauschzustand darstellen soll; die Prosa dann eher den nüchternen, wobei beides ineinander übergreift. Man könnte es so sehen, dass sich der Versteil direkt aus dem Konsumieren der Zigarette ableiten lässt, der Rest ist eher ein Berauschtsein auf Grund des Gegenübers. Wobei auch hier wieder beides nicht ganz trennscharf ist, was ich so ja auch irgendwie ausdrücken wollte.

 

Wie immer hab ich deinen Kommentar gern gesehen, auch wenn ich zur Zeit weniger oft hier vorbeischau, ich hoffe, ich finde mal spätestens zur freien Zeit mal wieder genügend Muse um dir einen gebührenden Kommentar zu hinterlassen

 

Liebe Grüße

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Klar hab ich's gemerkt und dehnte mich auch gleich weiter aus ;-)

 

Den Grund Deines Wechsels zu den umgebrochenen Zeilen dachte ich mir schon so. Meine Eingebung war auch eher spontan. Musst Du letztlich für Dich selbst erfühlen. Ich dachte mir halt, da der Wechsel von Dir (wie Du ja selbst jetzt sagst) eher fließend sein sollte, kein drastischer Unterschied, fällt der Formwechsel vielleicht stärker aus als er sollte. Diesen Übergang hätte man auch über Wortstellung, Satzbau und die gebrauchten Worte selbst erreichen können. Das nur so als Gedanken hingeworfen, ohne Anspruch auf Gültigkeit.

 

Deine eingebrachte Vergangenheitsform fand ich, so wie Du sie Dir dachtest, schon passender. Deshalb habe ich da auch nur eine Frage gestellt, weil ich abklopfen wollte, ob das die Absicht war, die ich dachte, oder Du es bloß übersehen hattest.

 

LG

 

Beteigeuze

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Ich möchte nicht auf eure Diskussion einsteigen, die Form interessiert mich im Moment nicht wirklich. Außer, dass ich ihn nicht episch nennen würde - dazu ist er zu emotional aufgeladen.

 

Ich finde den Text sehr schön, vor allem sehr gefühlvoll geschrieben. Die Pointe am Ende ist sehr präzise, geht direkt ins Herz.

Großartig!

 

Gruß

DerSeelendichter

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