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  1. Ein Mensch und der Gaspreis Ein Mensch geht einsam übers Feld, wobei so manche Träne fällt. Den Gaspreis kann er nicht mehr zahlen, der Mensch, er leidet Höllenqualen. Ein Mensch, der jenes nicht verspürt und seltsam große Reden führt, dem fällt das Zahlen gar nicht schwer denn dieser Mensch ist Millionär. Ein andrer Mensch ist dienstbeflissen, er appelliert an das Gewissen damit wir jetzt am Gase sparen, so könnten wir den Wohlstand wahren. Und dieser Mensch aus der Regierung, er rät uns an die Gashalbierung. Man dusche kurz, nur 3 Minuten, so führe dies am End zum Guten. Ein Mensch, der auf der Straße nächtigt, wird der Verschwendung nicht verdächtigt. Er braucht nicht Strom und auch kein Gas, weil er das Duschen längst vergaß. Ein Mensch, der so am Boden kauert und den so mancher Mensch bedauert, der fühlt sich wohl, so wie er lebt, auch wenn das Pech am Hintern klebt. Ein Mensch, der Pabst ist, betet viel, die Welt zu retten ist sein Ziel. Der Herrgott soll´s zum Guten wenden, die Krisen mögen baldigst enden. Der Herrgott, der auch Mensch zugleich, hört das Gebet im Himmelreich. Er schickt Herrn Putin einen Brief, doch dieser lacht sich krumm und schief. Ein Mensch, der Putin heißt, der lacht, er freut sich über seine Macht. Es wird ihm trotzdem nicht gelingen, die ganze Menschheit zu bezwingen. Und Satan, der nicht Mensch sich nennt, bei dem die Höllenglut schon brennt, der holt sich Putin flugs beizeiten, ihm Höllenqualen zu bereiten. @Copyright Melda-Sabine Fischer – Näheres zu ihrem Autorenleben siehe Profil
  2. Die Erde ist rund (…und was noch?) Die Erde ist ein runder Ball, bewegt sich sorglos durch das All. Um sich dreht sie sich voller Wonne und dreht sich auch um unsre Sonne. Ganz früher dachte man beileibe, die Erde wäre eine Scheibe. Doch Marco Polo ließ uns wissen, die These sei doch recht beschissen. Er hat die Erde oft umrundet, sodass er schließlich auch bekundet, die Erde sei sehr rund beleibt, es geht nicht, dass man sie „umscheibt“. Drum kann man sie als Kugel feiern, wär´ sie nicht rund, dann tät sie eiern. Mit Schlingern flög´ sie durch das All, wie ein schlecht aufgepumpter Ball. Nun ja, was rund ist, ist nicht länglich, so denkt man sich ganz unverfänglich. Ein rundes Alphorn, allgemein, kann daher auch kein Alphorn sein. Mein Hintern sei jedoch sehr rund, dies tat mir jüngst mein Nachbar kund, der den Tabubezirk missachtet und mich durchs Fenster nackt betrachtet. Nicht nur ein Hintern sondern auch sehr rundlich ist so mancher Bauch. Zuweilen kann man auch erspähen, er flacht sich ab nach jähem Blähen. Den Rosenkohl (und Weißkohl auch) nimmt man meist rundlich in Gebrauch. Es kann jedoch beim Zubereiten die runde Form abrupt entgleiten. Sehr rund ist manchmal auch ein Schädel, nicht nur beim Knaben, auch beim Mädel. Der Kopf gleicht dann der Apfelform, doch dies ist keineswegs abnorm. Ein Eierkopf, als Gegenstück, erzeugt hingegen wenig Glück. Man muss dem Umstand Rechnung zollen: Beim Köpfen kann er sehr schlecht rollen! Den Apfel, der nicht rundlich ist, mitnichten Du als Apfel isst. Dann wissen sogar Kleingehirne, es handelt sich um eine Birne. Ein Topf ist rund, die Pfanne auch (sonst wär´ es ja ein Bratenschlauch). Sehr rund wirkt auch das Mondgesicht, bei Halbmond stimmt das eher nicht. Mit Murmeln spielt so manches Kind, weil diese ja schön rundlich sind. Das Kleinkind lässt die Kugeln kullern und kann vergnügt ins Hös´chen pullern. Ein Sportschuh ist mitnichten rund, man liefe sich die Zehen wund. Die Form ist deshalb stets nur länglich, sie schützt den Fuß dann sehr umfänglich. Sehr rund ist auch so manche Pille sowie das Glas der Lesebrille. Doch kann man auch schon registrieren, dass sie quadratisch funktionieren. Die Köttbullars vom Möbelhaus, die sehen immer rundlich aus. Sind sie das nicht und haben Dellen, dann sind es schnöde Frikadellen. Sehr rund ist auch ein Riesenrad, selbst wenn man keine Riesen hat. Das Zäpfchen, das im Darm entgleitet, ist meistens länglich aufbereitet. Ein Auto bringt Dich gut ans Ziel, sind runde Reifen mit im Spiel. Drum sollst mit platten Pneus am Wagen Du Dich nicht auf die Straße wagen! Ein Gläschen Wein zur Abendstund´, das macht sehr oft den Abend rund. Doch fünf bis sechs sind eine Qual, man sieht was rund ist nur oval. So kann das Runde Dir im Leben viel Harmonie und Freude geben. Doch wird das Leben hart und eckig, dann geht es Dir zuweilen dreckig. @Copyright Melda-Sabine Fischer – Näheres zu ihrem Autorenleben siehe Profil
  3. Bitte mit Sahne! Sehr füllig ist Agathe Klops, sie ähnelt fast schon ihrem Mops, der meist auf ihrem Sofa ruht und auch wie sie fast gar nichts tut. Frau Klops ist 80 schon an Jahren, auch sehr ergraut in ihren Haaren. Sie weiß, was ihr am besten mundet, auch wenn es ihre Hüften rundet. Sie schwärmt für Nussbaiser und Torte (…der Leser findet keine Worte!). Zum Überfluss -was man schon ahnt- wird dann das Ganze noch besahnt. Es fühlt sich auch ihr Blumenkohl nur in der Sahnesoße wohl, und aufgehübscht wird akkurat mit saurer Sahne der Salat. Es kann bei ihr der Sonntagsbraten nur mit viel Sahne gut geraten. Die Soße, die wird angedickt, auch wenn die Miederhose zwickt. Zum Kaffeekränzchen geht Frau Klops einmal pro Woche mit dem Mops, denn im Café von Arthur Glanz gibt es den besten Hefekranz. Mit Irmtraud, Olga und Juliane verzehrt sie diesen gern mit Sahne. Auch der Kaffee wird ungeniert stets mit viel Sahne aufdrapiert. Danach gibt es noch Rentnertanz mit Kirschlikör und Firlefanz. Frau Klops tanzt Mambo sehr versiert, wobei ihr Busen stark vibriert. Die Sahne gärt in ihrem Magen, doch das Gefühl will sie vertagen. Weil eine Blähung ihr entfleucht, hat sie das Tanzlokal verseucht. Ob aller Folgeflatulenzen, versucht man sie jetzt auszugrenzen. Man will sich das nicht bieten lassen, sie möge das Lokal verlassen. Als jüngst der Pfarrer, Gottfried Schon, dem Kirchenvolk zur Kommunion den heil’gen Leib herüber reichte, Agathe „Nur mit Sahne!“ kreischte. Der Pfarrer fand das gar nicht schicklich, verwies Frau Klops dann augenblicklich aus seiner Kirche ohne Segen, dem Mops kam das nicht ungelegen. Und morgen hat sie ´nen Termin, sie will zu ihrem Hausarzt hin. Statt gegen Grippe sie zu impfen, wird der wohl wieder mit ihr schimpfen. Der Doktor fragt stets: „Na, wie geht es, was macht denn Ihre Diabetes? Ne Null-Diät, die würde passen, die Sahne ist dann weg zu lassen!“ Frau Klops, die meistens guten Mutes, fragt sich am Ende des Disputes: Was soll ich denn mit ´ner Diät? Dafür ist es für mich zu spät! Mit 80 ess‘ ich, was mir schmeckt, auch wenn’s mit Sahne zugedeckt. Holt mich der Tod mit dreistem Worte, so kriegt der erstmal Sahnetorte. Dann legt die Sense er beiseite, sein Hol-Auftrag wird schnell zur Pleite, wenn er den Kuchen hat probiert und sich fürs zweite Stück nicht ziert. Ich pack‘ ihm ein den Rest der Torte, er dreht sich um und spricht die Worte: „Dann geh‘ ich mal zu Hedwig Krause, die ist ja hoffentlich zu Hause!?“ Agathe Klops, sie wurde hundert, was niemanden so recht verwundert, denn jedes Jahr hat sie versiert den Tod mit Sahne angeschmiert. @Copyright Melda-Sabine Fischer – Näheres zu ihrem Autorenleben siehe Profil
  4. Melda-Sabine Fischer

    Hundekot

    Hundekot Von der Oder bis zur Neiße, überall liegt Hundescheiße. Sogar am Rhein, beim Rollschuh-Laufen, da türmen sich die Hundehaufen. Mein Schäferhund, Karl-Eberhard, der kackt mal weich und manchmal hart. Das Harte sammelt man flugs ein und steckt es in ´ne Tüte rein. Das Weiche ist oft problematisch und mancher Halter wirkt apathisch, wenn er zu allem Überfluss den Brei vom Gehweg lösen muss. Die Tüten, die sind obligat, wenn man zu Hause Hunde hat. Sie schützen just vor Peinlichkeit und projizieren Reinlichkeit. Karl-Eberhard, dem ist das schnurz, er startet erst mit einem Furz. Dann folgt ein sehr gesundes Koten, auch oftmals dort, wo es verboten. Mein Schäferhund scheißt ungeniert, was mich als Halter sehr pikiert. Das Exkrement stinkt bestialisch, doch freut das Tier sich animalisch. Gehst ins Theater Du im Frack und trägst Du Schuhe, die aus Lack, dann kann ein Rat Dir sicher dienen: „Spar Dir den Tritt in Tellerminen!“ Hast Du das Zeug erstmal am Treter, gibt´s im Theater ein Gezeter. Denn weil es stinkt, infolgedessen hat Goethes Faust den Text vergessen. Im Auto auch ist´s nicht erfreulich, denn Hundekot riecht einfach gräulich. Man kann den Mief nur schwer ertragen, drum kauft man sich ´nen neuen Wagen. Zurück zu meinem Schäferhund, sein Gassi-Trieb scheint ungesund. Schon wieder will er aus dem Haus und drängt mit Macht zur Tür hinaus. Er strebt in Richtung Innenstadt, wo er schon eine Freundin hat. Dort freut sich auf die Gassi-Runde die Boxerdame Kunigunde. Damit das Bummeln sich auch lohne, strebt man in Richtung Einkaufszone. Am Kaufhof denkt die Hundebrut: „Sich zu entleeren tut jetzt gut!“ Man sucht Entspannung für den Darm und dort im Eingang ist es warm. Dann lässt man fallen, was bedrückt, das Eingangsgitter wird bestückt. Der Chef vom Kaufhof ist entsetzt, weil dies das Image sehr verletzt. Mit Wut und einer Wasserspritze entfernt er das, was wenig nütze. Er hasst der Hunde Morgenkot und faselt was von Hausverbot. Ich finde, dass er übertrieb, weil nichts am Gitter kleben blieb. Hast Du ´nen Hund, so denke dran, dass man stets alles säubern kann, was so ein Tier recht unbedacht aus Lebensfreude hingemacht. Man kann sich noch so sehr bemühen, den treuen Haushund zu erziehen. Doch irgendwann ist damit Schluss, besonders, wenn er kacken muss. @Copyright Melda-Sabine Fischer – Näheres zu ihrem Autorenleben siehe Profil
  5. Melda-Sabine Fischer

    Beinahe...

    Beinahe... Beinahe: Das ist meistens nichtig! Nur ganz vollendet scheint es richtig. Was nicht passiert, ist einerlei. „Ein Nichts“, das gibt es kostenfrei. Beinahe wär´ er abgebogen, jetzt hat das Steuer er verzogen. Den Traktor hat er links touchiert und so sein Auto demoliert. Beinahe wurde Lilly schwanger nach wildem Sex auf einem Anger. Nur ließ sie sich von ein, zwei Zecken kurz vor dem Höhepunkt verschrecken. Beinahe hätt´ er mitgedacht in seiner Schule gegen Acht. Doch macht der Deutsch-Test ihn perplex, so gab der Lehrer ihm ´ne sechs. Beinahe wurde ich getraut mit einer Braut, die um sich haut. Doch zeitig habe ich entdeckt, dass wilder Jähzorn in ihr steckt. Beinahe hätt´ ich mich erhoben, um diesen neuen Tag zu loben. Doch war es grad erst fünf vor sieben, drum bin ich noch im Bett geblieben. Beinahe machte ich Karriere, doch kam mir jemand in die Quere. Der zeigte dann am Ballermann, dass er viel besser singen kann. Beinahe hätte ich gewonnen, schnell ist mein Glück jedoch zerronnen. Denn ich vergaß ein Los zu kaufen, ich könnte mir die Haare raufen. Beinahe fiel ich vom Gerüst, man ahnt, wie schmerzhaft dieses ist. Doch hab die Arbeit ich geschwänzt, mein Drang nach Klettern ist begrenzt. Beinahe hätte ich geerbt, die Oma war schon leicht verfärbt. Doch konnte sie sich schnell erholen, jetzt wird es nichts mit ihren Kohlen. Beinahe wär´ ich explodiert, denn man erklärt mir dezidiert, mein Geld, das ich jüngst angelegt, das wäre wie hinweg gefegt. Beinahe hätt´ ich abgenommen, doch kam ein Burger angeschwommen. Der hatte Fritten mit dabei und Weißbierflaschen, zwei bis drei. Beinahe schrieb ich dies Gedicht, doch meine Muse hat die Gicht. Das Blatt Papier hier ich zerknüll und geb´ es nachher in den Müll. @Copyright Melda-Sabine Fischer – Näheres zu ihrem Autorenleben siehe Profil
  6. Melda-Sabine Fischer

    Diese Hitze...

    Diese Hitze... Die Sonne brennt und glüht unsäglich, die Hitze ist uns unerträglich. Ich schwitze nur in einer Tour und stehe neben meiner Spur. Kein Speiseeis ist mehr im Döschen, dafür läuft Schweiß hinein ins Höschen. Kein Regen rinnt, die Saat verglüht, kein Wölkchen mehr am Himmel zieht. Kartoffel-Ernten auf dem Feld, sie bringen nur noch kleines Geld, weil diese Knollen stark verschrumpelt, hat das die Bauern überrumpelt. Gemüse, Mais und alle Früchte, die macht die Hitze jetzt zunichte. Gut, wenn man vorher mit Bedacht sich einen Vorrat angelacht. Die Brauereien lassen wissen, dass sie abrupt jetzt drosseln müssen die Produktion des Bieres (leider), drum fährt ein Schock in unsre Kleider. Der Milchertrag, er sinkt bombastisch, die Kühe wirken etwas spastisch, und auch im Hof den vielen Ziegen scheint diese Hitze nicht zu liegen. Das Vieh hat Durst und schaut bekümmert, weil sich das Chaos noch verschlimmert. Die schönen Wiesen sind jetzt braun, umsonst sie nach was Grünem schau´n. Es gammeln vor sich hin die Blumen, es sind steinhart die Bodenkrumen, der Baum wirft seine Rinde ab, die Vögel wirken seltsam schlapp. Die Hunde hecheln in den Ecken, die Katzen, die sind voller Zecken, das Nilpferd, es kann kaum noch stehen, es kann im Nil kein Wasser sehen. Im Überfluss gibt es nun Wespen, sie stechen jeden, auch die Lesben! Die Bienen, die der Mensch sehr braucht, sie scheinen alle abgetaucht. Die Wassertiefe fehlt im Fluss, man geht jetzt nicht mehr gern zu Fuß, denn diese Hitze ist entbehrlich und für den Kreislauf sehr gefährlich. Es trocknet aus der Baggersee, den ich vom Haus aus sonst erspäh‘. Die Stadt lässt schriftlich offenbaren: „Wir müssen alle Wasser sparen!“ So wird für lange Zeit geschlossen das Freibad, das wir gern genossen. Man will, dass wir das Duschen meiden und will das Baden uns verleiden. Wenn man bisher an der Toilette die Spülung flugs betätigt hätte, dass Exkremente schnell enteilen, so sollen sie jetzt dort verweilen,… …wenn möglich bis zu 3, 4 Tagen, man könne (heißt es) es nicht wagen, das knappe Wasser zu vergeuden, man brauche es für andre Freuden. Derweil die Kühe nicht mehr muhen, muss jetzt auch unsre Schifffahrt ruhen. Es wird bestimmt die Reeder schocken, wenn Schiffe auf der Sandbank hocken. Wie lange soll die Hitze währen, wo können wir uns jetzt beschweren? Ist unser Herrgott eingeschlafen? Träumt er von seinen Himmelsschafen? Naht jetzt bereits „Der jüngste Tag“ (woran ich gar nicht denken mag)? Ist Armageddon nicht mehr fern? Ich hoffe nicht, ich lebe gern! Ist dies die Strafe für die Cliquen, die andre Menschen unterdrücken, wie Kim Jong-un und Erdogan und Putin mittels Größenwahn? Ich hoffe, dass es sehr bald regnet, und unser Gott die Erde segnet! Den Herrschern, die aus Dummheit zicken, mag er dann eine Sintflut schicken. Er kann mit ihnen rechte Schergen auf einer Arche dann verbergen, er schließt sie ein, ganz ungeniert, dann wär‘ auch Frieden garantiert. @Copyright Melda-Sabine Fischer – Näheres zu ihrem Autorenleben siehe Profil
  7. Melda-Sabine Fischer

    Die Bade-Ente

    Die Bade-Ente Ich ging recht frohgelaunt in Rente und kaufte mir ´ne Bade-Ente. Sie ist aus Plastik und possierlich und ihr Verhalten ist manierlich. Ich taufte sie „Isolde Schmidt“ und nahm sie gleich ins Freibad mit. Der Bademeister rief empört, dass dieses Dings im Becken stört. Die Ente dürfe nicht ins Wasser! Man glaubt es kaum, es kommt noch krasser. Er sperrte meine Wenigkeit und auch „Frau Schmidt“ auf Lebenszeit. Noch neulich saß ich unverfänglich im Seminar für Wirtschaftsenglisch. Im VHS-Kurs neben mir saß auch das Plastik-Ententier. „The duck is nice“, meint der Dozent, „doch hat sie wohl den Fakt verpennt, dass sie your concentration stört.“ Das hat „Frau Schmidt“ doch sehr empört. Jetzt sitzt „Frau Schmidt“ in meiner Wanne, erweckt in mir das Kind im Manne. Wenn sie recht froh im Schaumbad quiekt, sie schnell den Alltagsfrust besiegt. Gleichwohl „nur Wanne“, das ist öde und scheint mir doch auch reichlich blöde. Drum fährt sie jetzt mit mir im Bus, auch dieses führte zum Verdruss. Der Schaffner meinte recht entsetzt: „Der Bus ist heute voll besetzt, das geht doch nicht“, rief er erregt, „dass sie ´nen eignen Platz belegt!“ „Frau Schmidt“ und mich, als schlechten Schluss, warf man aus jenem Linien-Bus. Doch im Café von Oskar Braune, verbesserte sich unsre Laune. Die Jukebox spielte auf zum Tanz, bei Mokka und bei Hefekranz. Ich griff die Ente wie ein Rambo und tanzte mit ihr einen Mambo. Als uns der Ober so erblickte, er gleich nach einem Notarzt schickte. Wir wurden beide einkassiert und in die Psychiatrie bugsiert. In weißer Jacke jetzt gekleidet, sieht nun „Frau Schmidt“ was man erleidet, kauft man sich froh gelaunt zur Rente statt eines Hunds ´ne Bade-Ente. Von der Geschichte die Moral, es gibt wohl Enten reich an Zahl. Doch schaffst Du die aus Plastik an, man Dich für irre halten kann. @Copyright Melda-Sabine Fischer – Näheres zu ihrem Autorenleben siehe Profil
  8. Melda-Sabine Fischer

    Der Mann am Klavier

    Der Mann am Klavier Der Pianist Johannes Kurz, spielt für gewöhnlich jeden Furz. Doch wird ihm Bier zum Spiel verwehrt, dann spielt er jedes Lied verkehrt. Es ist bekannt, er braucht sein Bier, er stellt es immer aufs Klavier, denn nüchtern will er über Tasten nur widerwillig drüber hasten. Johannes Kurz ist Psychopath und auch bekannt als Unsympath. Wer sie missachtet, die Allüren, den lässt er es durch Klimpern spüren. Hat er das erste Stück gespielt, dann fordert er meist ganz gezielt, dass jemand ihm ein Bier ausgibt, dadurch ist Kurz sehr unbeliebt. Zum Beispiel bei der Kaffeetafel der Freifrau Kunigunde Schwafel bewarf er plötzlich -ohne Worte- die Freifrau mit der Erdbeertorte. Nur weil die Gute ihn pikierte und ihm zum Spiel kein Bier servierte. Die Freifrau hat dann ungeniert ihn aus dem Boudoir bugsiert. Ich weiß es noch, es war Silvester, da spielte er in dem Orchester, das an der Oper angestellt, zu "Orpheus in der Unterwelt". Dem Werk -es ist von Offenbach-, dem drohte plötzlich Ungemach, weil Kurz -noch nüchtern- mittendrein, urplötzlich spielte: „Hänschen klein“. Der Dirigent erlitt ´nen Schock und fiel herunter von dem Bock, auf dem den Taktstock er geschwungen. Das Publikum hat mitgesungen! Herr Kurz, er wurde kurzerhand jäh aus dem Opernhaus verbannt. Er spielt nie wieder im Orchester, noch nicht einmal mehr zu Silvester. Jetzt schlägt er sich mit seinem Spiel nur solo durch, verdient nicht viel. Der Gast, der ihm ein Bier ausgibt, ist drum bei Kurz auch sehr beliebt. Noch neulich, im Lokal "Zur Tonne", da spielte er mit Herzenswonne die alten Schinken der Leander, danach gab es ein Durcheinander. Ein Gast, es war Herr Otto Krause, bestellte Kurz in einer Pause ein Glas Holunderblütensaft, Herr Kurz, der hat ihn angeblafft: „Was soll ich denn mit dieser Brühe? Ich gebe mir hier alle Mühe, Sie zu erheitern am Klavier, wenn schon Gesöff, dann bitte Bier!“ Schnell hat man ihm ein Bier bestellt und ihm auf das Klavier gestellt, Johannes Kurz hat sich bedankt und neue Kraft für’s Spiel getankt. Nach rund vier Stunden, 15 Bier, hängt Kurz fast liegend am Klavier. Sein Spiel klingt reichlich atonal, das ist dem Pianist egal. Jüngst fiel in einem Gotteshaus der Organist zum Hochamt aus. Drum hat Herr Kurz zu den Gebeten den Organisten kurz vertreten. Das Halleluja in D-Moll, das spielte Kurz noch würdevoll, doch als der Durst ihn überkam, er sich nicht wie ein Christ benahm. Er pöbelt: „Herr erbarme Dich, spendier´ mir Bier, ich bitte Dich!“ Der Pastor zürnt ob solcher Handlung: „Ich will hier Ruhe, jetzt ist Wandlung!“ Der Küster -lautlos wie ein Elch- serviert Herrn Kurz das Bier im Kelch. Dem Pianist kam das gelegen, er orgelt weiter bis zum Segen. Wenn Musen nur den Künstler küssen, weil sie mit ihm was trinken müssen, verliert das Ganze meine Gunst, dann ist die Kunst im Suff verhunzt. @Copyright Melda-Sabine Fischer – Näheres zu ihrem Autorenleben siehe Profil
  9. Dumm wie Bohnenstroh Mein Neffe Sven ist vierundzwanzig, sein Intellekt ist etwas ranzig. Die Schule hat er eingestellt, weil er nicht viel vom Büffeln hält. Auch hält er nichts von einer Lehre, weil sie das Chillen ihm erschwere. Er liebt´s in Ruhe auszuharren und will entspannt aufs Handy starren. Beim Chatten lässt er sich nicht stören und will auch nichts von Arbeit hören. Trotz Dummheit hat er schnell gecheckt, wie herrlich doch das Nichtstun schmeckt. Stets gut gemeint, mit ernstem Ton spricht die Erzeugerfraktion: „Was wird nur aus Dir Junge bloß, ganz ohne Abschluss, ohne Moos?“ Vom Auszieh´n scheint er nichts zu halten, er wohnt noch heute bei „den Alten“. Der Euro macht ihm keine Qualen, solang die Eltern alles zahlen. Den Minijob, den schmiss er hin, der machte für ihn keinen Sinn. Der Pizzabringdienst tat ihn stressen, drum hat die Fracht er selbst gefressen. Man sieht die Dummheit ihm nicht an, weil Seven sich gut verstellen kann. Doch wenn er dann das Maul aufreißt, er schnell sich als ein Depp erweist. Ihm ist die Frage einerlei, wer unser Bundeskanzler sei. So sprach er jüngst auf einer Feier: „Das ist der Herbert Grönemeyer.“ Auch wenn er dumm wie Bohnenstroh, hält sich der Knabe für ´nen Beau. Er könne jedes Mädel kriegen! Wie kann nur so viel Blödheit siegen? Gleichwohl, er hat jetzt eine „Ische“, die saß im Tanzlokal „Zur Nische“. Sehr knappe Kleidung war ihr Stil, sie grinste dümmlich und debil. Sie hofft, dass Sven die Zeche blecht. Da kennt sie meinen Neffen schlecht! Ganz ohne Job kann er nur stammeln: „Ich geh mal eben Leergut sammeln.“ Nach einer Stunde fünfunddreißig kehrt er zurück, denn Sven war fleißig. Er zahlt mit Pfandgeld für die „Ische“, die saß noch immer in der „Nische“. Dass beide dumm sind - halb so wild! Sie wissen, wie man Wollust stillt. Man kann so blöd sein wie ´ne Qualle, doch kopulieren können alle. Der, dem man Dummheit hat bescheinigt, wird nicht für Bohnenstroh gesteinigt, das ihm aus seinen Ohren schaut, weil niemand es vor Deppen graut. Man sieht, es ist wie oft im Leben, nicht jedem Mensch ist Hirn gegeben. Es sind verkümmert die Talente, doch gibt´s zum Trost die Mindestrente. @Copyright Melda-Sabine Fischer – Näheres zu ihrem Autorenleben siehe Profil
  10. Urlaub ist Stress Willst du dem Alltagstrott entgleiten, soll Urlaub Freude Dir bereiten. Doch, je nach Reise-Angebot, wird schnell Dein Kontosaldo rot. So liegt es am Budget zumeist, wohin Du dann im Urlaub reist. Denn wenn Du knapp bist, ohne Geld, dann siehst Du nix von dieser Welt. Man kann auch preiswert Urlaub machen, da gibt es ganz verschied’ne Sachen. Selbst wenn Du mal zuhause bleibst und Dir vor Ort die Zeit vertreibst. Doch denke d‘ran, sei nicht so dumm, schalt‘ flugs Dein Telefon auf stumm, und zum Gefrieren in die Truhe legst Du das Handy, dann ist Ruhe! Versuch‘ auch Menschen, die Dich nerven, mit Nachdruck ernsthaft einzuschärfen: „Ich bin jetzt weg für 14 Tage“, dann bist Du los auch diese Plage. Jetzt willst Du Deinem Alltag trotzen, nimmst Dir ´ne Liege, doch beglotzen Dich Nachbarn, die beseelt vom Grillen, mit Bier und Schnaps den Durst sich stillen. Dann lässt Dein Hund auch noch ´nen Furz; kurzum, die Ruhe, sie war kurz! Du nimmst Dein Zelt und auch Gepäck sowie Dein Fahrrad und fährst weg,… …um Dich am Hof beim nächsten Bauern, auf seine Weide hinzukauern. Doch hast Du leider nicht bedacht, dass auf dem Grün ein Bulle wacht. Der schaut Dich an mit blödem Blick, Du ahnst ein großes Missgeschick und rennst wie Usain Bolt vom Acker, doch auch der Bulle hält sich wacker,… …zerstört das Fahrrad mit Gepäck, fegt auch Dein Zelt mit Wut hinweg, jetzt rettet Dich ´ne große Mauer, der Bulle tobt, das Vieh ist sauer! Bei diesem Stress hast Du erkannt: „Nie wieder Urlaub auf dem Land!“ Für den Etat mit kleinen Preisen, da denkst Du jetzt an Städtereisen. Der Flix-Bus-Fahrer, Hubert Katz, der hat in seinem Bus noch Platz. Du machst ´ne kleine Schwabentour für 60,00 Euro mit Retour. So lässt Du Dich nach Sindelfingen durch Hubert Katzens Fernbus bringen. Mit frohem Mut und mit Vernunft, da suchst Du Dir ´ne Unterkunft. Am Stadtrand wirst Du dann auch fündig, der Altbau scheint Dir hintergründig. Die Wände krumm, das Dach ist schief, der Hausflur dunkel, innen Mief. Die Exkremente, das ist doof, lässt man im Plumpsklo auf dem Hof. Dort kann man sich auch morgens waschen und dabei frische Landluft naschen. Der Schlafplatz liegt in einer Scheune und drum herum sind Weidezäune. Dort wohnen etwa 30 Ziegen, die meckernd in den Schlaf Dich wiegen. Früh morgens lässt Du Dich dann wecken von Zecken, die im Heu drin stecken. Zerbissen hast Du schnell erkannt: „Nie wieder Urlaub auf dem Land!“ Zuhause wieder angekommen, wird schnell ein Kleinkredit genommen. Nach der Erfahrung mit den Ziegen, da willst Du jetzt nach Malle fliegen. Du nimmst ein Flugzeug mit Pilot von Eurowings, als Angebot. Für Euro siebenhundertacht fliegst Du begeistert durch die Nacht. Ein Kegelklub aus Ibbenbüren, der wollte keine Zeit verlieren, mit Bier und Sekt Dich unverhohlen im Flieger schon mal voll zu johlen. Am Zielort dann die Gäste motzen, weil jene Kegler dann noch kotzen aufs Band, wo schon die Koffer laufen. „Wie kann man sich nur so besaufen!?“ Der Bus in Richtung Ballermann hält zum Entladen 10 mal an, dann ein Hotel, ja es ist Deins, am Ballermann der Nummer 1. Doch dies‘ Hotel ist keine Wonne, im Innenhof steht eine Tonne, aus der tut’s bestialisch riechen, weil dort die Speisereste siechen. Dein Zimmer liegt im 1. Stock, Du trittst hinein - der nächste Schock! Es will im Bad, dort an den Fliesen, der Schimmel Dir den Tag vermiesen. Das Ungeziefer in dem Raum ist wie ein ekeliger Traum. Denn übers Bett, mit seinen Laken, marschieren stolz die Kakerlaken. Du öffnest mies gestimmt die Fenster und glaubst: „Verflixt, ich seh‘ Gespenster“, Du siehst die Herr´n aus Ibbenbüren mit Cocktails um den Pool marschieren. Du denkst, die Sache ist gediegen, die sind wohl auch hier ausgestiegen. Wenn die jetzt auch am Strand noch saufen, dann ist Dein Urlaub schon gelaufen. Sangria trinken die aus Kübeln, die Augen gleichen Purpur-Dübeln, auf jedes Handtuch wird erbrochen, das werden lustige 2 Wochen. Du wolltest Ruhe, Dich entspannen, jetzt grölen hier die Keglermannen am Strand, am Pool und auf den Zimmern, um Deine Lage zu verschlimmern. Nach 14 Tagen ist’s vorbei, Du bist zu Haus und fühlst Dich frei. Du wirst Dein Geld in Zukunft sparen: „Nie wieder auf die Balearen!“ @Copyright Melda-Sabine Fischer – Näheres zu ihrem Autorenleben siehe Profil
  11. Die Schlacht am Buffet In Ruhestand geht Walter Meier, drum gab es eine Abschiedsfeier. Die längste Rede hielt sein Boss, was man nicht wirklich sehr genoss. Er schwafelt etwas von Erfahrung und auch von Meiers Ohrbehaarung, die darauf weise es wird Zeit, denn Meier sei pensionsbereit. Den Gästen knurrt indes der Magen mit wenig Sinn für Altersfragen. Drum ruft der Pensionär in spe: „Eröffnet ist nun das Buffet!“ Derweil der Boss noch weitersabbelt und irgendwas von Rheuma brabbelt, springt schnell ein jeder auf und eilt grad dorthin, wo das Festmahl weilt. Man schnappt sich Teller und Besteck und macht mit Gier den Faktencheck, um wachen Auges auszuloten, was frisch und köstlich angeboten. Frau Schmitz aus Rahnsdorf an der Spree, sie war die erste am Buffet. „Ick mach mir erst den Teller voll, bevor ick mir ´nen zweiten hol!“ Sie nimmt begeistert zwei, drei Rippchen, gleich hinter ihr ein dreistes Grüppchen, das gleichfalls auf die Rippchen stiert und sich des Rempelns nicht geniert. Frau Schmitz aus Rahnsdorf eilt von dannen und widmet sich nun jenen Pfannen, auf denen Bratkartoffeln rasten, sie will erst morgen wieder fasten. Der Pöbel naht mit Schaum vorm Mund und leckt sich seine Lippen wund, man will den Teller ihr entreißen verknüpft mit Kratzen und auch Beißen. Die Gabel fest in ihrer Hand hat Schmitz sich jählings umgewandt und sticht mit Wut und ohne Gnade das Essbesteck in manche Wade. Kollegin Bolt, mit blonden Strähnchen, wirft jetzt erbost mit halben Hähnchen. Die hat sie vom Buffet genommen und hat dafür den Tisch erklommen. Doch sieht sie nicht, wohin sie zielt, weil Karin Bolt ein wenig schielt. So geh´n die Hähnchen auf die Reise und landen in der Götterspeise. Und Jonathan, er ist Azubi und eigentlich ein braver Bubi, der macht sich Platz in dem Gedränge und wirft nun Knödel auf die Menge. Der Boss, er redet immer noch und schwafelt etwas von dem Loch, das jetzt durch Meiers Abgang gähnt, das Festbuffet wird nicht erwähnt. Frau Schmitz aus Rahnsdorf schnappt den Teller, schon wieder ist die Gute schneller. Jetzt flitzt sie hin zur Haxen-Platte, von der sie noch rein gar nichts hatte. Sie macht den zweiten Teller voll, da rempelt Lohnbuchhalter Knoll. Des Tellers Inhalt landet jäh auf Schmitzens drallem Dekolleté. Ob dieses Angriffs schimpft die Schmitz, Herrn Knolls Attacke sei ein Witz, bewirft ihn frech mit Buttercreme, was diesem nicht sehr angenehm. Kollegin Agnes vom Archiv, die ganz begeistert „Bravo“ rief, sie schüttet Knoll auf seine Hose noch ein, zwei Kellen Bratensoße. Das Festbuffet scheint minimiert, die Festgesellschaft wirkt pikiert, an Tisch und Wänden klebt das Fett und Rehragout klebt am Parkett. Der Boss, der fröhlich weiterschwafelt, hat zwar bisher noch nicht getafelt. Doch dankt er Meier für das Essen, man würde ihn niemals vergessen. @05.07.2022 - Copyright Melda-Sabine Fischer – Näheres zu ihrem Autorenleben siehe Profil
  12. maerC

    Dichter-Manie

    Dichter-Manie Er ... dichtet beim Fernseh'n, dichtet beim Lesen, dichtet beim Radeln, dichtet am Tresen. ... dichtet im Bad und morgens im Bette, ist produktiv auch auf der Toilette. ... dichtet beim Frühstück, dichtet beim Essen, hat 's dann am Abend wieder vergessen. ... dichtet im Kino und bei Konzerten, dichtet in Vor- und Hinterhofgärten. ... dichtet beim Kochen, dichtet beim Braten, dichtet sehr oft mit Herz-Schmerz-Zutaten. ... dichtet beim Joggen und beim Saunieren, dichtet beim Flirten und beim Verführen. ... dichtet beim Kuscheln, dichtet beim Schmusen, liegt dabei gern am Busen der Musen. ... dichtet für Geld und für seine Rente, zahlt für acht Kinder schon Alimente. ... dichtet im Sommer, dichtet im Winter, dichtet vorm Haus und manchmal dahinter. ... dichtet im Liegen, dichtet im Sitzen, dichtet zu heftig, kommt schnell ins Schwitzen. ... dichtet mit Händen, dichtet mit Füßen, dichtet im Urlaub und lässt schön grüßen. ... dichtet mit Husten, dichtet mit Schnupfen, muss seine Nase ständig betupfen. ... dichtet bei Kälte, dichtet bei Wärme, dichtet im Iglu und in der Therme. ... dichtet zu Hause und in der Pinte, dichtet im Kopf und schreibt 's auf mit Tinte. ... dichtet bei Sonne, dichtet bei Regen, dichtet in Ruhe und beim Bewegen. ... dichtet mal draußen, dichtet mal drinnen, trotz Dichtblockade will er beginnen. ... dichtet mit Wein und zehn Zigaretten, dichtet in Stiefeln und Sandaletten. ... dichtet mal dicht und dichtet mal locker, trunken von Dichtkunst fällt er vom Hocker. ... dichtet auf Partys und bei der Arbeit, auf dem Begräbnis und bei 'ner Hochzeit. ... dichtet im Dunkeln, dichtet bei Lichte, dichtet im Wald auch hinter der Fichte. ... dichtet in Bussen, dichtet in Zügen, dichtet doch niemals nur zum Vergnügen. ... dichtet in Fliegern, dichtet auf Schiffen, ist vom Ergebnis selber ergriffen. ... dichtet auf Bäumen und in den Träumen, will keine Zeit zum Dichten versäumen. ... dichtet in Tälern, dichtet auf Bergen, dichtet von Helden, niemals von Schergen. ... dichtet bei Freunden und bei Verwandten, dichtet bei Fremden und Unbekannten. ... dichtet im Keller, dichtet im Aufzug, dichtet für andre, was man ihm auftrug. ... dichtet beim Waschen, dichtet beim Bügeln, kann seinen Dichtdrang nie richtig zügeln. ... dichtet in Versen, dichtet mit Reimen, manches ist schwer zusammenzuleimen. ... dichtet in Hütten und in Palästen, gibt, was er dichtet, gerne zum Besten. ... dichtet für Linke, dichtet für Rechte, dichtet für Herren, dichtet für Knechte. ... dichtet beim Schnorcheln, dichtet beim Tauchen, dichtet für Firmen, was die so brauchen. ... dichtet bei Demos auf Barrikaden, dichtet im Kaufhaus und jedem Laden. ... dichtet für alle oder für keinen, ist meist beim Dichten mit sich im Reinen. ... dichtet sogar noch an Petrus' Pforte, 'lasst mich hier dichten' sind seine Worte. ... dichtet für Engel auf Wolke sieben, die ihn genervt nach Hause abschieben. ... dichtet auf Erden geisterhaft weiter, spukt hier herum als Pegasusreiter. [Wenn aber einer ohne diesen Musenwahnsinn zu den Pforten der Dichtkunst kommt, in der Überzeugung, er könne auch wohl durch Kunst ein guter Dichter werden, der wird teils selber als ein Ungeweihter erachtet, teils wird seine Dichtung als die des Besonnenen von der der Wahnsinnigen verdunkelt. Platon, Phaidros]
  13. Italienisch für Anfänger (Sich entsprechende Vokabeln [italienisch-deutsch/deutsch-italienisch] wurden durch gleiche Ziffern in Klammern hinter dem Wort kenntlich gemacht.) Du willst bald nach Italien fahren? Dann musst Du das hier aufbewahren, denn ich schreib Dir hier nichts auf Dänisch, was jetzt hier folgt ist Italienisch. Baciare (1), das bedeutet küssen (1), das wirst Du schließlich wissen müssen, wenn sich ein Mädel an Dich schmiegt und sich mit dir im Rhythmus wiegt. Das Mädel (2), das ist la Ragazza (2), Du denkst schon jetzt an die Matratza. Auch sie will gern mit Dir ins Bett (3), dann wird es im a Letto (3) nett. Dir fehlt‘s Kondom (4)? Das wird Dich stressen, Preservativo (4) zu vergessen! Denn ist das Mädel danach schwanger (5), stehst, weil incinta (5), Du am Pranger. Der Unterhalt (6) erzeugt Dir Qualen, denn Du musst Alimenti (6) zahlen. Du wirst in großer Not (7) jetzt schweben, Du musst mit la Miseria (7) leben. Das Land an sich ist bella (8), schön (8), drum lohnt es sich, es anzuseh´n. Die schönen Brücken (9) heißen Ponte (9), die hohen Berge (10) nennt man Monte (10). Bist Du am Meer (11), so heißt das Mare (11), dort findest Du verliebte (12) Paare, innamorate (12) sitzen diese sehr gern am Ufer (13) auf ´ner Wiese (14). Gern auf la Riva (13) und il Prato (14) saß früher schon der alte Cato. Er trank sehr viel vom roten Wein (15), es musste Vino rosso (15) sein. Willst Du mal nach Italien reisen, genießt Du dort spezielle Speisen. Es isst sehr gerne Berlusconi die Pizza mit viel Peperoni. Willst Du was essen (16), dann bewahre in Deinem Kopf, es heißt mangiare (16), und willst Du trinken (17), sage bere (17), das gilt für alles, auch Liköre. Machst Du Vacanza (18), ruhst Dich aus, dann machst Du Urlaub (18), fährst hinaus, nimmst mit dem Auto die la Strada (19), die Straße (19) lang bis hin nach Garda. Dort gibt’s ´nen See (20), der heißt il Lago (20), ein schöner Landbezirk (21), un Pago (21). Valigia (22) packst Du danach aus, das ist der Koffer (22) von zu Haus. Dann siehst Du la Caffetteria (23), ein Café (23) für die Schickeria, die feist sich in der Sonne rekelt und dreist an den Touristen mäkelt. Besuch doch gleich auch mal den Papst (24), wenn Du zum Vatikan hin trabst. Il Papa (24) ist Dir wohlgesonnen, denn bist Du fromm, hast Du gewonnen. Il Papa (24), der logiert in Rom (25), in Roma (25) wohnt er nah beim Dom (26). Die Cattedrale (26), wie Du weißt, wie Jesu Jünger Petrus heißt. Der Papst, er sitzt auf gold‘nem Throne, isst Eintopfsuppe (27), Minestrone (27). Doch manchmal ruft er: „Ich will Pasta (28), ein Schälchen Nudeln (28) reicht mir, basta!“ Der Italiener isst gern Kuchen (29), la Torta (29) solltest Du versuchen. Il Pane (30) kann ich auch empfehlen, dies Brot (30) schmeckt auch den deutschen Seelen. Dazu vielleicht noch etwas Fisch (31), il Pesce (31) mundet, wenn er frisch. Doch liebst Du Huhn (32), wie einst Apollo, bestell Dir einen Teller Pollo (32). Bestellst Du Carne di Maiale (33), magst Fleisch vom Schwein (33) Du gern zum Mahle. Die Knoblauch (34)-Würze akkurat als l‘Aglio (34) Dir den Kuss erspart. Reist Du mit Freund (35) in ferne Lande, heißt dies Amico (35) -nur am Rande-, doch ist’s ´ne Freundin (36), scheint bezeugt, dass man mehr zur l‘Amica (36) neigt. Hast Du den Bruder (37) mit dabei, vielleicht auch noch mit Papagei (38), so heißt der Bruder il Fratello (37), den Vogel nennt man Papagallo (38). Dagegen nennst Du Deine Schwester (39) (an jedem Tag, auch an Silvester) auf Italienisch la Sorella (39), die singt beim Papst in der Capella (40). In der Kapelle (40) vorn, ein Pater (41), il Frate (41), neben sich sein Kater. La madre (42) sitzt gleich nebendran, da Mutter (42) sehr schlecht hören kann. Il Padre (43) bleibt derweil zu Hause, denn Vater (43) gönnt sich eine Pause. Im Lehnstuhl sitzt die alte Nonna (44), die Oma (44) war einst Primadonna. Il Nonno (45) einen Grappa trinkt, wonach er in den Sessel (46) sinkt. Der Opa (45) träumt im la Poltrona (46) von alten Zeiten in Verona. Und il Cavallo (47) steht im Garten, das Pferd (47) will auf den Gallo (48) warten. Der Hahn (48), er musste jüngst versprechen, zusammen mit ihm auszubrechen. Il Cane (49) und il Gatto (50) schmunzeln, wobei sie ihre Stirne runzeln. Für Katz‘ (50) und Hund (49) lebt’s sich hier herrlich, drum ist die Flucht für sie entbehrlich. Aus einem Stall, gleich hinterm Haus, da schaut ein Schwein (51), il Porco (51), raus. Die Kuh (52), la Mucca (52), schaut recht froh (53), sie ist felice (53), liegt im Stroh. Ob rosso (54) (rot 54), azzuro (55) (blau 55), marrone (56) (braun 56) und furba (57) (schlau 57), Du bist recht offen (58) (francamente 58) und giltst im Ausland als potente (59),… …kannst stark (59) und schnell stets reagieren, musst Dich beim Sprechen nicht genieren. Gewandtes Reden ist normale (60), normal (60) sind dann all die Signale,… …die man Dir gern entgegenbringt, wenn man nicht um die Worte ringt. Zu stottern, das ist recht fatale (61), ne fremde Sprache das Geniale. Giltst Du als multilingual, dann ist dies keineswegs fatal (61). Gleich wirst Du dann im fremden Land sehr gern begrüßt und anerkannt. @Copyright Melda-Sabine Fischer – Näheres zu ihrem Autorenleben siehe Profil
  14. Engel haben niemals frei Der Engel Jonas ist geschafft, er hat es wieder nicht gerafft, den Melker Fritjof zu bewahren vor allgemeinen Melkgefahren. So konnte Berta, seine Kuh, auf jenen Melker ganz in Ruh´ das Kotgedöns -man kann´s nicht fassen- ganz frisch verdaut herniederlassen. Der Chef des Himmels, ein Herr Gott, er rügt des Engels laschen Trott. Auch wenn der Engel ausgelaugt, hat er zu zeigen, was er taugt. Denn Engel haben niemals frei, auch wenn die Füße schwer wie Blei. So schickt Herr Gott, den Engel Jonas, zu einem Mönch am Amazonas. Denn dessen Treiben ist verpönt, da der zu gern dem Branntwein frönt. Drum kann es auch nicht funktionieren, die Heiden dort zu missionieren. Der Engel Jonas macht sich auf, doch viel zu träge ist sein Lauf. So schläft er ein an einer Hecke und hofft, dass man ihn nicht gleich wecke. Der Boss im Himmel, der Herr Gott, macht Engel Jonas wieder flott. Er droht ihm mit der Himmelsrute und fordert, dass er sich jetzt spute. So fliegt mit Turbo Engel Jonas zum Mönchlein an den Amazonas. „Der Branntwein ist fortan verboten, dies hat Herr Gott, der Chef geboten!“ Der Engel Jonas fliegt von dannen und hofft, er könne mal entspannen. Ein Urlaub käme jetzt sehr recht, doch kennt er Gott, den Boss, wohl schlecht. Gleichwohl er fliegt zum Ballermann, wo auch ein Engel ballern kann. Man trifft ihn dort im „Oberbayern“, hier will er ausgelassen feiern. Doch Gott, der Herr, der alles sieht, ihn wütend an den Flügeln zieht. „Du fauler Tropf, Du kleiner Wicht, mach Dich schnell auf, tu Deine Pflicht! Gleich nebenan, ´Das rote Pferd`, das hat sich einfach umgekehrt. Hilf ihm, sich wieder umzudrehen, dann will ich Dich hier wiedersehen! Von hier aus fliegst Du nach Berlin, dort kriegt der Kanzler es nicht hin, die Inflation flugs abzuschwächen, wenn wir nicht helfen, wird sich´s rächen. Und bist Du fertig in Berlin, dann fliegst Du gleich zur alten Queen. Der führst Du ihre Corgis aus, sie kommt zurzeit nicht aus dem Haus. Beeile Dich und trödle nicht, Du hast als Engel stets die Pflicht, zu helfen, wo man Hilfe braucht, auch wenn der Job Dich noch so schlaucht. Ja, Engel haben niemals frei, sie sind die Himmelspolizei, die nach dem Rechten schaut auf Erden. Ich möchte niemals Engel werden! @Copyright Melda-Sabine Fischer – Näheres zu ihrem Autorenleben siehe Profil
  15. Melda-Sabine Fischer

    Im Orchester

    Im Orchester Im Opernhaus in einem Graben sitzt ein Orchester sehr erhaben. Die Harmonie ist stets beim Spielen zwecks Wohlklangs eines von den Zielen. Ein weiteres, das wird Sie freuen: Der Operngast soll´s nicht bereuen, dass er 6 Stunden „Wagner“ lauscht und sich an der Musik berauscht. Doch geht´s auch manches Mal daneben, entwickelt sich ein Eigenleben bei Geige, Bass, Oboe, Flöte, dass sich zum Grausen uns anböte. So spricht die Geige frech zur Bratsche: „Nicht, dass ich Dir gleich eine watsche. Du bratschst mir in mein Solo rein, Du fängst gleich eine, lass das sein!“ Die Harfe spielt gleich Kampfgesänge und zupft die Lieder zum Gemenge. Von rechts tönt drauf das Xylophon: „Wir hatten dies Theater schon!“ Denn, so die Geige bei „Don Carlos“: „Du Flöte spielst heut´ etwas wahrlos. Dein Triller grenzt an Peinlichkeit, der Ton entbehrt der Reinlichkeit!“ Der Flöte hat der Zwist gestunken, drum hat sie schnell etwas getrunken. Sie schenkt sich einen Ouzo ein und lässt die Geige Geige sein. Das Waldhorn bläst mit Donnerhall: „Ihr habt doch wirklich einen Knall. Wir sind doch alle gleichgesinnt, Ihr wisst doch, dass die Geige spinnt! Die blöde Geige will stets glänzen, alleine sich mit Lob bekränzen. Das Teil, es hat den falschen Stolz, sie ist wie Ihr doch nur aus Holz.“ Ganz links im Eck steht eine Trommel, die spielt der Trommler Walter Stommel. Sie hat der Streit nicht sehr gestört, da, weil sie taub ist, sie nichts hört. Denn jener Trommler trommelt deftig drum sind die Trommeltöne heftig, da platzt zuweilen auf die Schnell´ ein straff gespanntes Trommelfell. In dem Orchester, rechts im Graben, ist noch ein freier Platz zu haben. Daher, so denkt die Klarinette, dass sie den Platz doch gerne hätte. Die Tuba meldet sich ganz dreist: „Das ist der Ort, wie Du wohl weißt, wo ich berechtigt bin zu sitzen, drum darf nur ich den Sitzplatz nützen. Du wirst bei „Wagner“ nicht gebraucht“, so hat die Tuba kurz gefaucht. „Die Meistersinger sicherlich, sie singen heute ohne Dich!“ Die Klarinette, sie zieht Leine und läuft zum Opernhaus nach Peine. Dort wird der „Mozart“ sehr verehrt und Klarinetten sind begehrt. Doch das Ensemble unterdessen, hat in der Tat wohl ganz vergessen, dass heute „Mozart“ im Programm, recht unnütz war das Streit-Tamm-Tamm. Der Dirigent hebt seinen Stock darauf erlebt er einen Schock. Die Klarinette ist verschollen, sie hätte doch jetzt blasen sollen. So bleibt die Ouvertüre kläglich, tatsächlich klingt sie ganz unmöglich. Die Tuba bläst sie ganz alleine, die Klarinette bläst in Peine. @Copyright Melda-Sabine Fischer – Näheres zu ihrem Autorenleben siehe Profil
  16. Die Verwandtschaft (für @Pegasus aus dem Fundus hervorgekramt) Hast Du Nichte, Bruder, Tante, sagt man auch, das sind Verwandte. Genau wie Opa, Onkel, Schwager, ob dick, ob dünn, ob klein, ob hager. Sie woll’n Dich knuddeln, küssen, drücken und mit Besuchen Dich beglücken. Doch schöner ist es, heißt’s im Lied, wenn man sie nur von hinten sieht. Oftmals gibt Dir dann den Rest ein neckisches Familienfest, erweitert um die Kindeskinder, laut blökend wie ´ne Horde Rinder. Ein solches Fest, das ist nicht niedlich und endet meistens wenig friedlich. Wenn Alkohol in Mengen fließt, in Angriffslust man sich ergießt: „Dein Schlips ist heut besonders schick, das ist bestimmt ein Sammlerstück!“ Und: „Dein Gebiss bekommt ´nen Preis, doch gibt’s die Zähne auch in weiß?“ „Du trägst ein schönes Seidentuch, hilft Dir das auch bei Mundgeruch?“ „Du trägst Dein Haar heut‘ gut gegelt, nicht, dass Dir morgen Butter fehlt!“ „Du bist fast 30 und wohnst doch im Hotel Mama immer noch? Ja kriegst Du denn nichts auf die Kette? Ist sehr bequem für Dich, ich wette!“ Auch grölen sie, die lieben Gäste, sogar bei Omas Wiegenfeste und schmettern taktlos noch den Reim vom „Gruppensex im Altersheim“. Verwandte feiern ohne Maß, sie stürzen sich auf jeden Fraß. Ob Pils, ob Kölsch oder auch Most, sie saufen alles, weil’s nix kost‘. Und sind sie erst so recht erheitert, dann wird der Speiseplan erweitert. Mit Waldis Schappi, Miezes Futter, da rülpsen sie wie Martin Luther. Verwandte wollen nicht nach Haus, Du kriegst die nicht zur Tür hinaus. Sie sitzen da wie angeklebt, was selten Deine Stimmung hebt. Der Opa schläft nach 5 Glas Rum im Sessel vor‘m Aquarium. Die Oma hat ihm dienstbeflissen noch schnell gereicht ein Sofakissen. Tant‘ Agnes singt: „Ach wär das schön, könnt‘ ich noch mal die Heimat seh‘n“. „Dann mach Dich schon mal auf die Sohlen“, mahnt Otto, „denn Du stammst aus Polen“. Der Vetter Dietmar testet an, ob die Gardine brennen kann, mit der Zigarre rotem Glüh’n, den Qualm kann man durchs Fenster seh'n. Das sah auch unsre Feuerwehr und kam gleich mit 12 Mann daher. Sie schlägt das Fenster ein und spritzt grad dorthin wo der Opa sitzt. Doch nicht nur Opa der ist nasser, auch steht der Wohnbereich im Wasser, die Möbel schwimm’n an uns vorbei, Verwandten ist das einerlei. Derweil der Paps ein Machtwort spricht, singt man: „Nach Hause geh’n wir nicht, wir bleiben hier, sind froh und heiter und feiern in der Küche weiter!“ So musst Du dieses Volk ertragen, sie nicht hinaus zu schmeißen wagen. Auch wenn’s Geschirr in tausend Scherben, vielleicht kann man ja noch was erben!? @Copyright Melda-Sabine Fischer – Näheres zu ihrem Autorenleben siehe Profil
  17. Der Mann im Mond (Als Kind wollte ich von meinen Eltern wissen, warum auf dem Mond ein Gesicht zu sehen ist. Meist hörte ich dann: „Das ist der Mann im Mond!“ Sie konnten mir aber nicht beantworten, wie der Mann im Mond heißt. So habe ich ihm selbst einen Namen gegeben.) Die Wissenschaft bisher betont, der Mond sei völlig unbewohnt. Ich trau den Astronomen nicht, denn oftmals grinst dort ein Gesicht. Der Mann im Mond heißt Olaf Krause, er ist am Tage nicht zu Hause. Das Grelle schlägt ihm auf den Magen, er kann die Sonne nicht vertragen. Die Frau im Mond, sie heißt Klothilde, sie stammt vom Mars und ist ´ne wilde. Als er mal auf dem Mond nicht weilte, das Bett sie mit ´nem Marsmensch teilte. Der Mann im Mond, er kam dahinter, das war vergang´nes Jahr im Winter. Er hat ein bisschen rumgeflennt, dann hat er sich von ihr getrennt. Er sagte noch: „Hau ab, das war’s, verzieh Dich wieder auf den Mars!“ Auf ´nem Komet rauscht sie von hinnen, der Mann im Mond war wie von Sinnen. Ja, auf dem Mond -lateinisch „Luna“- erscheint für Olaf nie „Fortuna“ (die Göttin, die das Glück beschert), jetzt hat er sich bei ihr beschwert. „Ach, Du bist einsam?“, fragt Fortuna und reicht dem Olaf eine Bluna, sie rät ihm -mit geschürzten Lippen-: „Versuche doch mal Par_zu_shippen*!“ * (Dem geneigten Leser ist sicher bekannt, dass es sich bei „Parship“ um eine Online-Partnervermittlung handelt.) Die Trauer schwand, die Schmach mitnichten, doch muss er jetzt den Focus richten auf seine Arbeit auf dem Mond, ganz einsam ist dies ungewohnt. Als Satellit von Mutter Erde hat er so mancherlei Beschwerde; so, wenn er auf die Erde schielt und feststellt, dass dort einer stiehlt. Dann hüllt er sich in Wolken ein, bewirft den Dieb mit Mondgestein. Das Zeug fliegt durch den weiten Äther, doch trifft es nie den Missetäter. Den Sandmann hat er sturzbesoffen vor kurzem noch am Kopf getroffen. Das fand der Sandmann sehr beschissen und hat mit Sand zurück geschmissen. Wenn Olaf in der Mond-Bar war, dann sieht er meistens nicht mehr klar. Mit leichtem Schwips, nach dem Gepichel, sieht man den Olaf nur als „Sichel“. Doch hat er richtig vollgetankt, sodass er durch die Krater schwankt, kann schwer nur auf den Beinen stehen, wird man ihn meist als „Vollmond“ sehen. Für Olaf grenzt‘s ans Wunderbare, sieht er bei uns die Liebespaare, die sich auf Liegesitzen wälzen und heiß im Liebesspiel verschmelzen. Er schließt die Augen augenblicklich, denn zuzuschau‘n ist wenig schicklich. Dann wendet er sich um zum Gehen, man kann ihn dann als "Halbmond" sehen. Ist sein Gewicht ein Hindernis, dann hüllt er sich in Finsternis. Ein Mond-Kalb findet das nicht fein und fällt in einen Krater rein. Frau Venus ruft: „Mach doch mal Licht, man sieht die Hand vor Augen nicht, ich bin bei Merkur angeeckt, den hab ich viel zu spät entdeckt!“ Als Amis, vor sehr vielen Jahren, bei Olaf auf dem Monde waren, hat er die Gruppe dreist verflucht. Er will nicht, dass man ihn besucht! Die Amis wollten dienstbeflissen gleichwohl noch ihre Fahne hissen, die deponierten penetrant sie gleich an eines Kraters Rand. Doch Olaf hat die unumwunden, als sie von seinem Mond verschwunden, aus jenem Loch heraus gerissen und Richtung Neptun weggeschmissen. Der Mann im Mond ist zu bedauern, er wird wohl ewig dort versauern, doch ist es stets ihm eine Pflicht, zu grinsen als „Das Mondgesicht“. @Copyright Melda-Sabine Fischer – Näheres zu ihrem Autorenleben siehe Profil
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