Crescendo
Wenn Gedanken munter fließen,
über Stock und Stein,
fließen, sich zu Formen gießen,
farbig, klar und rein,
will ich weise Worte wählen,
herzlich und bedacht.
Wählen und sie so vermählen,
daß ein Reim erwacht.
Meine Reime lass ich reifen,
lang - wie guten Wein.
Reifen bis sie klangvoll greifen;
Klang färbt Verse ein.
Verse müssen dann noch hängen,
und zwar gründlich ab.
Hängen nimmt die schlimmen Längen,
macht die Zeilen knapp.
Fügt sich Vers um Vers zu Strophen,
rund und bunt und glatt,
ohne größ´re Katastrophen,
bin ich endlich satt.
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Will es jedoch nicht gelingen,
kann ich´s nicht zusammenbringen,
lass ich meine Zeilen ruhen -
hundert Jahr in Eichentruhen.