Der Zorn des Dichters
Der Dichter kleidet seinen Zorn in Worte.
Er wählt die stärksten.
Sie sind ihm Werkzeug, Waffe, Licht und Horte,
gegen die ärgsten.
Er nimmt ein Blatt, doch nicht für seinen Mund,
er kann nicht schweigen.
Schreibt sich darauf die Fieberfinger wund,
gegen die feigen.
Schwillt dann an seinem Hals die Zornesader,
atmet er tiefer.
Befreit noch seinen Geist von allem Hader -
doch bebt der Kiefer.
Die Zornesröte will partout nicht weichen,
da hilft kein Atem.
Die Morgenröte sieht ein Meer aus Leichen,
das schafft kein Spaten.
Der Frieden in ihm - nur noch Scherbenberge,
zerbombt von Toren.
Die Träume in den Nächten - voller Särge,
und Schreien in den Ohren...
...
So wohnt im Dichter jetzt die Angst neben dem Zorn.
Das geht nicht gut;
denn aus dem anfänglich recht unscheinbaren Korn
erwächst die Wut.
Die Wut jedoch ist jedes Zornes Büttel
und führt ins Leid.
Sie schwingt despotisch ihren Seelenknüttel
und macht sich breit.
Es folgt die Axt, der Bogen, dann Kanonen -
Eskalation!
Kein Mensch kann so mehr in sich selber wohnen -
Infiltration!