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Ein Ende (Gedicht in 3 Kapiteln)

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1 - Sterbende Liebe
 
Beide Enden der Kerze brannten
Meine Liebe zu dir tropfte auf den Boden
wie schmelzendes Wachs
 
Jede schützende Schicht
von mir einst sorgfältig um meinen Kern gelegt
wurde abgeschält
 
Der Docht flackerte böse
verbrannte deine zarte Haut
beim Verschlingen meines letzten Gnadengrans
 
Bis du auf den Knien lagst
als du endlich das Ende erkanntest
das du geschmiedet hattest
 
Aber Bedauern war fruchtlos
ich über Bedauern, Gnade, Liebe hinweg
 
Sie alle waren nur noch Schatten
nicht zu erkennen im blutroten Glühen
 
Die Flammen erstarben
mit verzweifeltem Flackern
 
Meine Liebe zu dir tötete sich selbst
 
Ich begrub sie in ungeweihter Erde
 
2 - Der Spuk
 
Du kamst zu mir mit Geschenken
Worte der Liebe balancierten auf deinen Lippen
Wie konntest du es wagen?
 
Deine Worte klopften an meine Stirn
wie chinesische Wassertropfen
 
Ich erstickte beinahe
am bitteren Geschmack deiner Entschuldigungen
Als ob...
 
Deine Worte verstopften meinen Mund
wie ein übelriechender Knebel
 
Eine vertraute Dunkelheit hob erwartungsvoll den Kopf
witterte Gelegenheit
in schwüler Luft
 
Ein hässliches Gespenst lungerte in meinem Augenwinkel
beinahe hätte ich es nicht erkannt
 
Es war meine Liebe, erniedrigt und halb verwest
die gekommen war mich heimzusuchen
 
Ich hätte nach geweihter Erde suchen sollen
und für alle Fälle einen Pfahl in ihr Herz bohren
 
3 - Der Exorzismus
 
Die weiße Hexe hatte mir gesagt, was ich tun müsse
Ich war bewaffnet mit einem Stück Schnur, einer Schere
und einem auswendig gelernten Spruch
Hiermit löse ich das Band
 
Aber meine närrischen Lippen wollten sich nicht öffnen
 
Ich wandte mich an meinen ältesten Freund
einen Fetzen knisterndes Papier
in meiner Spinnenhandschrift schrieb ich
Du hast meine Liebe zu dir getötet
 
Aber meine stupide Hand umklammerte den Zettel zu fest
 
Ich traute mich nicht dich anzusehen
viel weniger noch mit dir zu sprechen
Ich drückte ihn dir einfach in deine ausgestreckte Hand
Ich erkläre mich für frei
 
Aber mein stures Herz schlug immer noch in meinem Hals
 
Alles, was blieb, war ein ausgefranstes Stück Schnur
Alles, was zu tun blieb, war es zu zerstören
Durch Feuer, Wasser, Erde, Luft
jagte ich endlich den bösen Geist davon
 
schmerzliche Bilder, wie sie Poeten gern malen, wenn sie eine Liebe zu Grabe tragen.
Mir ist es ehrlich gesagt zu bekannt und zu vorhersehbar.
An einigen Stellen bin ich zudem hängengeblieben:
"Beide Enden der Kerze brannten" -> das halte ich nicht für möglich!
"Gnadengrans" -> meinst du vielleicht Gnadenkranz?
"ich über Bedauern, Gnade, Liebe hinweg" -> da scheint mir etwas zu fehlen, vielleicht ein "ich bin über ..."
Ich hoffe, du kannst was mit meinen Anmerkungen anfangen.
LG
Perry
 
Hallo Perry, und vielen Dank für deine Anregungen. "Beide Enden der Kerze brannten" bezieht sich auf ein englisches geflügeltes Wort, "burn the candle at both ends" meint, dass man etwas übertreibt, obwohl das dicke Ende absehbar ist. Gandengrans: Gande+FugenN+Gran+GenitivS
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In der Zeile mit dem Bedauern steckt das Verb in der Zeile darüber. Soweit meine Erklärungen, was aber nicht heißt, dass nichts geändert wird. Wenn jemand hängenbleibt, sollte man immer nach Alternativen suchen, was ich jetzt tun werde.
 
Lg,
Tintendrache
 
hmm... ja, ein bisschen düster ist es schon, aber es geht ja um eine Liebe, die endet... außerdem ist es jetzt wohl zu spät, oder kann man ein Thema in ein anderes Forum verschieben?
 
Übrigens gibt es zu diesem Gedicht noch einige weitere Teile, in denen vielleicht klarer wird, dass eben doch Herz drinsteckt. Werde mal schauen, ob ich die anderen Teile dazuposten kann.
 
(Ist hiermit geschehen)
 
Danke fürs Lesen!
 
LG,
Tintendrache
 
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