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Hofnugslos in der Morgenroete

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Mit so festem Schritt in toten Kreisen drehend
das alles Staub sich nicht zu legen wagt
und nach einem neuen Morgen sehnend
an dem erhoert wird des Koenigs Gang
 
Hoch zieht sich nun der edle Blick
zu den weissen, nassen Gittern
aus dem eine Hand reicht mit festem Griff
um zu erretten die greisen Kinder
 
Doch zum tausendsten mal faellt der Blick
um das Herz heimlich zu fragen
welches gelehmt durch das alte Gift
nichts mehr schafft zu sagen.
 
also ich bin Vertretter der "modernen Lyrik" (was das auch immer heißt)
 
ich sage Dir was mich stört. Es ist die Sprachwahl und die aufeinanderfolgende
auf sich aufbauende Logik. Du hast du mal den Panter von Rilke vorgeschlagen
schau mal hin, wie jede Zeile für sich steht aber dann doch ins Konzept passt.
ich lese ihn und wundere mich über die Formulierungen und Wendungen und
überhaupt, im Allgemeinen die Abfolgen. Da spürt man einerseit die Nähe zu Inspiration
und dann aber das Kleid, also die Form.
 
Mit so festem Schritt in toten Kreisen drehend
das alles Staub sich nicht zu legen wagt
und nach einem neuen Morgen sehnend
an dem erhoert wird des Koenigs Gang
 
das ist mir einfach zu starr und unbeweglich, das liegt sicherlich an den drehend
sehend, wagt, erhoert -- diese Verben müssten eingentlich schon tabu werden in
der Lyrik. Außer man interpretiert oder bezieht sich auf etwas das genauso seine
Berechtigung hat - nähmlich Geschichte. Sicherlich ist in diesem Gedicht auch eine
"ältere" Verbundenheit anzutreffen. Aber so wie es da steht wird es schneller Staub
als es eine "festliche, einfallsreiche" Form war...
 
ich denke, dir liegt die freien Formen mehr. Da du darin mehr mit Sprache
auch im Besonderen mit außerhalb gehenden Rhytmiken spielst.
 
Hallo Hypnotising Darkness!
 
Also das finde ich sehr interessant, dein Gedicht im Vergleich zu deinem Posting im Bücherregal –du hast dich etwas an diesem Gedicht von Rilke orientiert, oder? – sieht man schon am selben Strophenaufbau (Reimschema nicht ganz – sind teilweise nur Assonanzen, aber trotzdem schön) – ähnliche Substantive, Wörter wie „tausend“ übernommen, in anderen Kontext gesetzt… Das hat schon was
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Rilke präsentiert sich natürlich um einiges schreibgewandter, aber an ihm können (und wollen) wir uns hier ja auch nicht messen *lächel* Die letzte Strophe gibt zB bei Rilke eindeutig mehr „Dramatik“ her, weil du dich mit diesem langen Satz über die ganze Strophe ziehst und dadurch nur wenig Spannung erzeugst. Um eine regelmäßige Metrik hast du dich gemüht, hat nicht an allen Stellen geklappt, mancher Satzbau hat dem Reim/der Assonanz nachgeben müssen (zB um zu erretten die greisen Kinder). Das soll halt so ungezwungen wie möglich aussehen – auch wenn’s einem manchmal Kopfzerbrechen bereitet
 
Die Rechtschreibung muss noch etwas korrigiert werden, die Überschrift soll schon „Hoffnungslos…“ heißen, oder? Und da wäre zB noch „Mal“ (groß geschrieben) und „gelähmt“. Trotzdem spricht mich dein Gedicht aber an, besonders „Hoch zieht sich nun der edle Blick zu den weissen, nassen Gittern“, hat es mir angetan. Also Darkness, ich finde dein Experiment auf alle Fälle gelungen, es ist wirklich interessant zu sehen, wie du einzelnen Elemente in ein eigenes Gedicht gepackt hast!
 
liebe Grüße, Kari
 
 
PS:
@Timo: verstehe ich richtig, dass dich auch beim Panther die Form des Gedichts stört? Gerade bei diesem Gedicht wäre es nur höchst nachvollziehbar und logisch, dass ein total strenges Schema/Metrum verwendet und penibel eingehalten wird, um die „Eingesperrtheit“ zu demonstrieren. (er hat ja das Metrum – nur wirkt es bei ihm, so sprachgewandt, eben nicht penibel) Es mag ja richtig sein, dass die gebundene Form am Anfang mehr Schwierigkeiten bereitet, doch ich denke, sie gibt einem besonders anfangs die Möglichkeit, Gedanken besser zu strukturieren und zu lernen, wie man mit Worten arbeiten kann.
 
Erstmal danke euch Beiden.
 
Das es von "der Panther" inspiriert ist, ist ja zimlich klar, (schon daher das ich es direkt am Nachfolgendem Tag eingestellt habe). Das war vil. etwas zu gewagt von mir, mich mit Relke "anzulegen". Das ich mich nicht mit ihm vergleiche ist hoffentlich auch so klar, ohne das ich es sage.
 
@Timo.
Ich muss dir zustimmen. Es ist etwas zu starr und erzwungen, vorallem die zweite Strophe ist etwas.. naja. Und vil. liegt mir Prosa mehr, aber darum schreibe ich ja auch gerade weniger Prosa, um auch das zu ueben. :wink: .
Wenn dir das Geicht generell nich gefaellt ist es in Ordnung, wenn du es jetzt aber mit Rilke vergleichst, dann ist es etwas unfair (aber wohl selber Schuld) :mrgreen: .
Ich danke dir auf jedefall fuer dein Komentar. Ich muss dir wie schon gesagt zustimmen.
 
@Kari.
Das Rilke (und dann noch Panther) besser ist, muss man ja nicht weiter erwaehnen.
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.
Ich freue mich, wenn es dir trotzdem irgendwie gefallen hat. Und das du die Idee als einen Versuch einfach so siehst wie es gemeint war.
 
Lg euch beiden
 
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