Hey ho
Meines eigenen (pragmatischer angehauchten) Weltbildes nach ist der Verstand die Fähigkeit die Eindrücke der Wahrnehmung auszuwerten, zu interpretieren, zu reflektieren und auf dieser Basis zu endscheiden und zu handeln. Dazu gehört für mich auch das Warnehmen der eigenen Handlungen, Situationen und Emotionen.
Schaun wir mal welcher Ansicht ich bin:
Der Verstand dient als Werkzeug Erfahrungen miteinander zu verbinden, zu interpretieren, neues zu schaffen und zu reflektieren.
Außerdem stimme ich Dir zu, dass er Handlungen, Situationen und Emotionen Wahrnimmt, weil sie dem angesammelten Assortiment von Erfahrungen angehören.
Ich frage mich, ob wir da nicht sowieso das selbe denken.
Dein Zitat aus xy finde ich auch etwas fragwürdig, wie Du schon selbst andeutest, denn wenn es so wäre, dass man erst einer Interpretation im höheren Sinne befähigt sein müsste, dann ist es also ausschließlich den "Menschen" und "höheren Tieren" möglich zu fühlen? Können kleine Tiere nicht fühlen? Wie erklären wir uns dann Angst, die denke ich jedes, auch die kleinen, nicht hohen, Lebewesen zum Fluchtverhalten veranlasst?
Oder differenzieren die Autoren dieser Textpassage vielleicht auch noch zwischen Emotion und Gefühl?
Das könnte ich mir sogar ziemlich gut vorstellen bei so einer Aussage. Hmm... aber das ist Spekulation³
Das Gefühl der Liebe ist präsent, aber aus beliebigen Gründen flüstert einem der Verstand ein, dass es unangebracht sei und mit der Zeit verschwindet es.
Hey vorsicht ^^ Du unterstützt mich ja nur mit dem Beispiel. ^^
Zuerst das Gefühl, dann der Verstand, der auf die Gegebenheiten zurückgreift und sagt: " Capulets und Montagues dürfen nicht zusammen sein."
Und die folgenden Beispiele: Ich propagiere gar nicht, dass der Verstand nicht möglich ist ein Gefühl zu verdrängen. Doch, das kann er.
Ich behaupte, dass ein Gefühl erstmal da sein muss, damit der Verstand sich überhaupt darauf beziehen kann
Dazu gehört für mich auch das Warnehmen der eigenen Handlungen, Situationen und Emotionen.
Genau das schreibst Du selber auch. Der Verstand nimmt wahr, löst aber nicht aus; er interpretiert und reflektiert über ein gegebenes Gefühl.
Bis dahin haben wir vielleicht einfach nur aneinander vorbei geredet
Jetzt kommt aber etwas, das mich zum nachdenken bringt, die Autosuggestion.
Wenn ich mir lange genug einrede/wünsche jmd zu lieben, tue ich das vlt auch irgendwann. Deswegen muss das Gefühl (für mich) ja nicht minder wertvoll/echt/erwünscht sein.
Bei diesem Beispiel bin ich mir meiner Sache nicht mehr 100% sicher. Tatsächlich müsste hier der Verstand arbeiten, um Gegebenheiten am Partner zu erkennen, die in ihm das Gefühl von Liebe auslösen sollen.
Hier reflektiert der Verstand über ein NICHT gegebenes Gefühl um es zu aktivieren, aber dennoch über ein Gefühl, das er bereits kennt und schon erfahren hat. - Da muss ich weiter nachdenken
Die Hintergründe von Gefühlen und Gefühle selbst sind mMn sehr subjektive Geschichten, die von unseren Erfahrungen geprägt werden, deshalb denke ich nicht, dass man eine eindeutige "Hirachie" für Verstand und Emotion festlegen kann/sollte.
Hier passt was nicht ganz zusammen. Klar, Gefühle sind durch unsere Erfahrungen geprägt. Was anderes sage auch ich nicht.
Aber wenn Du behauptest, dass der Verstand ein Mittel ist um zu reflektieren und zu interpretieren degradierst Du ihn, genau wie ich, auf ein Werkzeug hinunter, worauf hin er definitiv nach der Emotion einzuordnen ist, weil die Erfahrung zwangsläufig dem Verstand vorrausgegangen sein muss, damit der Verstand überhaupt etwas zu tun hat.
Es raschelt ein Busch.
Der kleine Hase denkt sich nichts dabei. Er empfindet keine Angst, daher hat er keinen Grund zu denken. Das Rascheln des Buschs sieht er zum ersten Mal; es juckt ihn nicht. Er kann nichts damit anfangen oder aber sein bisherigen Erfahrungen sagen ihm: "Schönes Geräusch dieses rascheln der Blätter. Ich mag den Klang; ich hören weiter zu und freue mich daran.
Plötzlich springt ein Tigerelefantenmensch mit einem riesen langen Speer hervor und schmeisst ihn nach dem Hasen.
Der schockt den Hasen fast zu Tode.
Ich glaube nicht, dass der Hase je wieder vor einem raschelnden Busch stehen bleibt oder sich nicht zumindest an den Vorfall und das Gefühl zurück erinnert, denn auf's sterben hat er irgendwie noch keine Lust
Somit wird rascheln aufgrund einer negativen Erfahrung vom Verstand als Gefahr interpretiert und das durch eine Reflektion auf vergangene Umstände.
Was bei Nexx jetzt, wie er es erklärt, deutlich wird, ist, dass er sich auch auf eine Situation bezieht, die der Autosuggestion zugrunde liegt.
Wobei ich mir auch hier in Deinem Beispiel nicht vorstellen kann, dass man einfach aus heiterem Himmel denkt: "Hm... ich verlasse meine Frau." So ein komplexer Gedanke in einem Moment der Liebe ist doch schwachsinn^^ Ich empfinde Liebe aber denke: "Ich verlasse meine Frau." Das ist meiner Meinung nach gar nicht möglich, weil das Gefühl von Liebe Dich eher an schöne Dinge erinnert oder Dich schlicht und einfach glücklich macht.
Der Gedanke müsste dann von ihm selbst erzwungen sein. Er muss ihn gedacht haben wollen, damit die Autosuggestion greift. Und dann stellt sich mir wieder die Frage, ob er nicht sowieso keine Lust mehr auf seine Frau hat. Aber dann wäre er sich darüber bewusst. Und in Deinem schwammigen Beispiel ist das ja nicht der Fall.
Und dass ein Gefühl und ein Akt des Verstandes GLEICHZEITIG auftreten macht einfach auch keinen Sinn, denn dann wären es immernoch zwei unterschiedliche Funktionsbereiche, die einfach nur zur selben Zeit angesprungen sind, was Deine Aussage wieder nur negiert und den Verstand nicht als Auslöser der Abneigung darstellt. Obwohl das nach meiner Vorstellung ja nicht funktionieren könnte
Aber... so kann ich mir natürlich vorstellen, dass jemand bei dem beide Lämpchen gleichzeitig angehen ( wie auch immer ), nicht versteht, was der Grund ist. Der Gedanke oder das Gefühl.
Aber die Frage müsste sich ja schnell erübrigen.
mfG:
Miauw
Also da sind irgendwie viele Lücken die einfach nicht durch Deine Beispiele geschlossen werden können.