Wieso bin ich ich? Wieso bin ich hier? Welche Figur bin ich im Schachspiel des Lebens? Sicher, ich bin kein König. Ich bin nicht die Dame, die an dessen Seite ruht. Ich bin, wie der Großteil der Menschen, der Bauer. Der, welcher sich schützend vor die höhere Gesellschaft stellt, alles hinnimmt, herumkommandiert wird, herhalten muss. Ich bin eine der ersten Figuren, die das Schachbrett verlassen. Bin ich es nicht würdig? Habe ich nicht alles gegeben? Oder bin ich einem höheren Zweck ausgesetzt? Eines steht fest: Irgendwann, wenn alles vorbei ist, kommt das Leben mit dem Schachbrett unter dem Arm wieder und fordert Gott erneut heraus. Und ich werde wieder erscheinen. Wieder als Bauer? Oder doch vielleicht mal Springer? Vielleicht eher Bauer, um zu beweißen, dass ich es kann. Dass ich bis zum Schluss im Spiel bleibe. Doch der gegnerische König radiert mich immer und immer wieder aus. Wir armen Bauen müssen die Last unserer Herren tragen. Unser und der gegnerische Herr bekämpfen sich und wir sind die Marionetten, die im Feuer der Schüsse verbrennen. Wieder. Und wieder kommen wir. Und wieder verlieren wir. Immer und immer wieder ...