Hallo Sascha...
naja, das mit dem Kopfkino... um es vorsichtig auszudrücken:
es könnte mein eigenes und damit von mir beabsichtigt gewesen sein.
Je nach dem, wie man(n ?) beliebt zu denken,
entstehen sowieso aus den harmlosesten Sätzen
im Kopf
Anzüglichkeiten,
diese hier ist aber letztlich doch - finde ich - sehr offensichtlich :wink: !
Inversionen gehören meiner Ansicht nach vor Allem in die Lyrik,
da mögen sich meinetwegen gerne alle Lyrikforendichter drauf stürzen und mich niedermachen
( ist ja gottlob noch nicht geschehen ),
ich aber bestehe darauf,
denn nirgends können sie einen solchen Sinn machen
wie bei der Formgebung und Ästhetik eines Gedichts !
Ich zitiere Wikipedia:
"In der deutschen Dichtung hat die Lyrik eine viel größere Lizenz, die Inversion zu benutzen, als die Prosa."
Solange die "Grammatik noch lebt", wie Du so schön sagst...
sehe ich das genau so,
bleibt aber letztlich Geschmackssache.
Auf jeden Fall freut es mich, dass Dir meine "Tänzerin" gefällt.
Als Lied - vor allem, um es dann selbst zu singen - würde "sie" mir nicht so sehr liegen,
und das tasächlich wegen der Sprache !
Ich habe aber eins, das "Dancer" heißt, und das ich aus der Sicht einer Frau ( ! ) geschrieben habe,
denn ich wollte es ( so der Plan schon beim Schreiben ) Carole King "schenken", die ich sehr verehre.
"Du kannst gerne Geschenke für sie schicken, wir leiten sie bestimmt weiter," kam als Antwort von ihrem Team,
"aber bitte keine CDs und keine Songtexte".
( Meine Reaktion:
"Hey ! Ich bin ein Mann und fühle mich hier geradezu impotent,
wenn ich nicht von meinem Besten geben kann,
aber selbstverständlich respektiere ich das" - und das war's dann eben ).
Also singe ich's seither selbst
und nehme mich gerne auf den Arm, wenn ich es als
"mein schwules Lied" ansage... denn irgendwie ist es schon eins, wenn es ein Mann singt...
"Wir würden ja auch noch
Woman in Love für euch singen" sagten die Bee Gees ( sinngemäß, ich zitiere aus der Erinnerung )
zu einem entsprechenden Zuruf aus dem Publikum auf "One Night only",
"...aber das würde sehr seltsam aussehen, weil wir keine Frauen sind"...
nun, ich hätte es, als stolzer Komponist und Texter dieses Welthits, doch getan,
egal, wie es aussieht, und genau deswegen singe ich auch lieber meinen "Dancer",
statt die "Tänzerin" zu vertonen.
Könnte immerhin noch ein Welthit werden,
zumindest, solange ich die einzig davon existierende ( Live )-Aufnahme nicht veröffentliche,
denn da hab ich's vergeigt !
Ich selbst mag das Ende des Gedichts übrigens.
Ich glaube, dass Pflanzen Emotionen haben, ja, sogar ein Bewußtsein,
aber ein anderes als wir - schließlich haben sie kein "Gehirn"
( ich will jetzt aber nicht noch,
um das Thema weiter zu vertiefen,
eine inhaltliche Interpretation von Stevie Wonder's
"Journey through the secret Life of Plants"
anfügen :roll: ) !
Und das steckt da mit drin, wenn auch "vermenschlicht" ausgedrückt...
und diese Art Unbeholfenheit, finde ich, macht das Gedicht umso menschlicher,
obwohl man sie mir auch als sprachliches Manko ankreiden könnte.
Hab' Dank für Deine lieben und anregenden Worte
LG
Rupert