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Unterirdischer Engel

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Oh bärtiger, unterirdischer Engel,
deine verrückt glitzernden Augen erhellen meine leblose Nacht,
deine sterbende Seele zeigt mir die Unsterblichkeit.
Wie ich dich nachts unerkannt weinen höre, sauge ich in meine
FILL ausgetrocknete Seele auf.
Ich ergreife deine derben, traurigen Hände, auf dass sie mich ziehn und
FILL führen.
Dein ertränktes, spanisches Temperament umrandet deine abgewetzte
FILL Kleidung und gerbt deine leuchtende Haut.
Wenn du auf der Hauptstraße schreiend und kreischend deinen Selbstmord
FILL inszenierst,
betrunken dein zartes Schiff steuerst,
atemlos in das elektrisierte Tränenmeer springst und unschuldig rein von
FILL der pulsierenden Großstadt geknechtet wirst,
dann sitze ich betend mit salzigen Tränen auf der Hand in meinem
FILL schattigen Verließ.
 
Ich bin bei dir, wenn das Morgengrauen deine samtene Nacht frisst,
wenn du zitternd auftauchst, um deinen dichten, weißen Atem gegen
FILL schwarze, harte Luft auszutauschen,
wenn du in kleinen Pariser/New Yorker Gassen Kerzen entzündest, um der
FILL unterirdischen Nacht den Weg zu zeigen,
wenn du schüchtern Gedichte schreibst – süße, zitternde, kranke, geniale
FILL Worte - und sie dann gleich zeremoniell verbrennst und über die
FILL Straße rieseln lässt,
wenn du heiße Velvet-Underground-Elegien in die Nacht schreist
und wenn du Woody Guthrie deine filzige Decke anbietest.
 
Ich sehe dich schlafend, stöhnend, sterbend, stoned, singend oder sinkend
FILL auf Parkplätzen liegen,
sehe dich wie ein rollender Stein vor schleimigen, Arsen speienden Armeen
FILL flüchten,
sehe dich verlassen in einem Café sitzen, während du heißen Kaffee
FILL genießt und den neuen hereinbrechenden Tag mit breiter, stolzer,
FILL klarer und schöner Brust erwartest,
sehe dich schreiend in der ambivalenten, kreisförmigen Unendlichkeit der
FILL Zeit gefangen, wie du vor Schwindel kotzt,
sehe dich während das Spiegelbild deiner schemenhaften Silhouette von
FILL von den gähnenden Fensterschlunden aufgesogen wird,
sehe dich bettelnd und bettend, doch nicht resignierend,
ich sehe dich vor den symmetrischen Toren der Rettung als goldener Engel
FILL auf den kalten Stufen ruhen.
Ich höre dich apokalyptische Lieder singen, kurz bevor deine zarte und
FILL kräftige rosa Zunge gefriert,
höre dich im lachenden, über die herrschaftliche Skyline hereinbrechenden
FILL Morgengrauen pfeifend und summend durch die Straßen schlendern,
höre dich nachts endlos reden und ataktisch atmen und hecheln,
höre dich stöhnend im Schatten mit einer Unbekannten,
höre dich weinen, höre dich klagen, höre dich loben, höre dich sterben.
Ich fühle das leise Erzittern des Bordsteinpflasters, während du darüber
FILL gleitest bzw. wankst,
fühle das Glänzen deiner Augen und ihre weichen, hellen Blitze,
fühle deine warme Asche aus meinen Händen rieseln, die mit dem Wind
FILL verschmelzt,
fühle den Schlag im Magen, wenn du wieder von einem Mächtigen
FILL skrupellos niedergestreckt wirst, woraufhin ich mich würgend
FILL erbreche,
fühle dich deine Zähne auf der Straße aufsammeln,
ich fühle dich – und wie du. –
 
 
Hier ein kleiner Entwurf; ich sehe es noch nicht als fertig an. Bin sehr gespannt, wie es aufgenommen wird!
 
Viele Grüße,
 
Jools
 
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