Vielen lieben Dank, ihr beiden! :classic_smile:
Da bin ich baff, dass es dir die Sprache verschlagen hat. :classic_smile:
Und doch scheint noch eine weitere Sehnsucht im LI zu liegen, welche diese Frage erst hervor bringt. Wie eine Aufforderung an sich selbst, genügsam und zufrieden mit diesem Augenblick zu sein, nicht mehr zu erwarten..
Oh ja, stimmt! So hatte ich es noch gar nicht gelesen. Jeder Frage liegt ja auch eine Aufforderung inne: die Aufforderung, zu sprechen (deshalb schrieb ich auch mal, Fragezeichen seien bloß höfliche Ausrufezeichen). In diesem Fall ist es eine ironische Frage, auf die also keine Antwort verlangt wird. Was soll dann die Aufforderung? Letztendlich ist es eine Aufforderung, zu schweigen, auch weitere Gedanken einzustellen, nicht mehr zu verlangen und den wundervollen Zustand anzunehmen. Die Antwort ist nämlich klar: Nichts ist zu verlangen. Und da das LI diese Frage an sich selbst stellt, ist es letztendlich eine Aufforderung an sich, sich dessen bewusst zu werden.
Sehr schöner Interpretationsansatz, liebe Lichtsammlerin! :classic_smile:
"Das Wetterleuchten" passt wunderbar in die Kulisse!
Und ist doch eigens für das LI gemacht und bestimmt, sichtbar nur aus dessen Augen.
Freut mich, dass du mit dem Sinnbild etwas anfangen konntest. Ja, nur der Mensch, dem ein solcher Blick gewidmet ist, kann das Wetterleuchten sehen. Das macht so einen Moment unbezahlbar und unvergleichlich schön.
Im dritten Vers würde ich anregen, "in der Regung.." zu schreiben.
Die Frage auf das "münden" wäre ja - Wo münden die Blicke? -- Antwort - in der Regung..
Für mein Verständnis wäre das so stimmiger. Aber vielleicht übersehe ich auch etwas, schau am besten selbst
Zunächst war meine innere Gegenfrage: "Müsste die Frage nicht lauten: "Worin münden die Blicke?" - in die Regung"
Dann habe ich nochmal nachgeschaut und es ist etwas komplizierter: Wenn man "münden" in der Bedeutung von "in etwas hineinfließen" verwendet, stimmt meine obige Erklärung. Wenn man es aber, wie wohl hier im Gedicht figurativ verwendet, als "in etwas übergehen und darin enden; auf etwas hinauslaufen; in etwas schließlich seinen Ausdruck finden", dann ist beides möglich: Dativ und Akkusativ. Danke für den Hinweis! Ich kann es also so stehen lassen; es wäre aber auch nicht falsch, es zu ändern.
LG