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Feedback jeder Art Yin und Yang auf unserer Erde

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Ostseemoewe

Autorin
 
Yin und Yang auf unserer Erde
I.
Hinter den knorrigen Windkiefern singt die Zeit vom flüchtigen Schimmer. Es verfängt sich in den Zweigen. Tropft Takt um Takt auf moosigen Grund.
Es findet sich immer eine Rapunzelspinne. Sie wartet auf einen leichten Wind, überlässt ihr Haar der Brise. Der feine Faden bleibt irgendwann beim Nachbarn hängen. Die Brücke zum Träumen
hergerichtet, direkt zwischen Salzwiesen und Seeluft geschwängerten Bodden. Ich liebe diesen herben Geruch von Vergänglichkeit. Vögel bleiben das einzige Maß der Jahreszeit. Sie richten sich ein im Jetzt. Nehmen ihre Kinder mit auf die Reise. Heute sitzt eine Schar Amseln auf einem Schlehengestrüpp zum Frühstück. Sie picken die überreifen Früchte des letzten Sommers. Demut ankert tief an den Wurzeln des Maiglöckchens.
Ist es zwecklos sie zu verpflanzen, dorthin wo unsere Erde sich zweigeteilt hat?

II.
Weltstädtische richten sich ein. Nur der Duft vom Maiglöckchen liegt noch in ihren Kleidern. Vermutlich produzieren sie das Aroma aus Genmutationen. Es hält länger in ihren Babykostümen. Ich vermute, sie mischten ihn mit Charnell im Stadtteil Kreuzberg
Marilyn Monroe war auch am Tage eine Versuchung. Damals waren die Hosennähte noch nicht verschweißt und unter den Blusen ahnte der Mann die Knospen und das Sinnliche. Die Zeit des Gangsta-Raps beschränkt sich auf die U-Bahnhöfe. Ich sehe dort nicht nur im Winter frierende Menschen. Sie tragen längst einen Stempel. Den Chef der Kleingartensparte erkannte ich, er trug inzwischen den Hut der Vogelscheuche.
Irgendwo liegt immer Abfall. Es ist zu vermuten, dass Christen die unterirdischen Städte zum Schutz vor Verfolgern angelegt haben. Der Maulwurf wird wenigstens schon blind geboren.
 
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