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Kein Wintermärchen

 

 

November wars, als es gewaltig schneite.

Gesprenstig pfiff der Sturm um Häuserecken.

Der Junior hockte warm an Vaters Seite

und hörte Märchen. Vater sprach von Recken,

 

Gestalten, riesigdunkle Monsterschatten.

Da krachte es! An Scheiben schlugen Äste. 

Der Knabe sah sie lauern unter Matten

und kroch verängstigt unter Vaters Weste.

 

Die Mutter sah ihr Kindchen voller Ängste.

Ermahnte gleich den Ehemann aufs Strengste.

Verscheuchte Böses aus der warmen Stube.

 

„Ein Märchen war es nur, mein armer Bube.“

Ans Kindeswohl da sollt der Alte denken,

Ein Märchen sollte Kindern Freude schenken.  

 

© Ilona Pagel

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Liebe Ilona, ich kann die Mutter und das Kind verstehen, doch kenne ich zahlreiche Märchen, die teilweise beängstigend sind. Nehmen wir z.B. Rotkäppchen, dort sollte der Wolf sicher abschreckend wirken, dass Kinder allein in den Wald laufen. So haben Märchen eine belehrende Aufgabe, doch das Gute sollte schon siegen. 

 

Du hast die Märchenstunde beim Vater sehr real beschrieben und gekonnt in Worte gefasst. 

 

Liebe Grüße Juls

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Hallo Ostseemöwe,
ja Märchen sind schon etwas Besonderes, sie gehörten früher zur Kindheit wie Weihnachten und Ostern. 😉
Heute werden sie meist als Zeichentrickfilme etc. an die Kinder herangetragen, wobei das "Zusammen erleben" von Eltern und Kindern oft auf der Strecke bleibt. Ich nehme aus deinem Text die Botschaft mit, Augen auf bei der Märchenwahl" herausgelesen.
LG
Perry

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Liebe Ilona,

 

ich möchte dir auch ein Lob auf dein Gedicht aussprechen!

 

Gestern nur warf ich ein Kinderbuch unauffällig zum Altpapier, nachdem ich meiner Enkeltochter daraus mit viel Stocken und Improvisieren vorgelesen hatte. Es war nichts Bekanntes - aber, das macht keinen Unterschied: Ich war entsetzt, wie viel Düsteres und nicht Kindgerechtes darin vorkommt!

 

Mich gruselt es sogar beim Lesen deines Gedichtes! 😉

 

Lieben Gruß

N.

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Liebe Ilona @Ostseemoewe,

 

immerhin lässt der Vater sein Söhnchen noch unter die Weste kriechen,

insofern scheint das Vater-Sohn-Verhältnis intakt zu sein.

 

Wir Kinder hatten damals eine Hass-Liebe zu einer Kasperle-Schallplatte mit einer

gleichzeitig witzigen und sehr bösartigen und grausamen Hexe.

Hat uns aber - glaube ich - nicht geschadet.

 

Gerne Dein Gedicht gelesen! 

Liebe Grüße von Georg

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