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Textarbeit erwünscht Das Salz der Erinnerung

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  • Gewitterhexe
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Liebe  Claudi,
 
es freut mich sehr, dass du dir Zeit nehmen konntest, uns diese konstruktiv kritischen Anmerkungen zu schreiben.
 
Die Leichtbauweise der Verse - die vielen leichten und flüchtigen Silben in den Senkungen - ist mir unterwegs auch mal aufgefallen. Der leichte sprudelnde Fluss  der Assoziationen wollte es diesmal so; und was in sich, in Form und Inhalt, stimmig ist, gefällt mir. (Generell habe ich persönlich ja schon einen Hang dazu, auch mal schwere Silben einzubauen.)
 
So ähnlich geht es mir auch mit der Abschlusszeile. Ich hätte es einfach als " zu sehr der Form verhaftet" empfunden, hier mehr zu sagen.
 
Was du über die Metaphern im Hexameter schreibst - du darfst mit mir schmunzeln - spornt mich ja eher an, schöne Hexameter mit Metaphern zu erkunden. Eine leichte Aufsässigkeit liegt mir anscheinend im Blut.
 
Deine restlichen Anmerkungen beziehe ich als Qualitätskriterien generell auf alle Gedichte, nicht nur dieses, und nicht nur Hexameter. 
 
Über "die besten Stunden" bin ich auch nicht so ganz glücklich. Ich habe jetzt eine neue Idee; die will ich mal mit Enya besprechen. Darüber,  "Zärtlich", "glücklich" und "liebten" griffiger zu machen, kann man nachdenken. 
 
Die "lauen Gedanken" empfinde ich gar nicht als abstrakt oder abgegriffen, sondern einfach nur als offen, sie mit eigenem Inhalt zu füllen. 
Bei "später" und "es" konnte ich dir nicht folgen. "Später" heißt später im Leben, oder in der Nacht, "es" bezieht sich darauf, dass, das LI riechen und schmecken kann, dass der Tag erwacht.
 
liebe Grüße 
Lé.
 
 

Claudis Themen
Hallo Lé,
 
Was du über die Metaphern im Hexameter schreibst - du darfst mit mir schmunzeln - spornt mich ja eher an, schöne Hexameter mit Metaphern zu erkunden. Eine leichte Aufsässigkeit liegt mir anscheinend im Blut.
 
was ich schrieb, soll kein Ausschlusskriterium, sondern eine Ermutigung sein. Das Anschauliche, sinnlich Erfahrbare wird m.E. dem Vers am allerbesten gerecht, und das probieren viele Autoren leider erst an letzter Stelle aus, mich eingeschlossen. Ganz ohne Metaphern und Gedankenspiele auszukommen, fände ich 1. im Hexa allgemein und 2. besonders bei diesem sinnlichen Thema halt ideal.
 
Deine restlichen Anmerkungen beziehe ich als Qualitätskriterien generell auf alle Gedichte, nicht nur dieses, und nicht nur Hexameter. 
 
Jein, einerseits ist es ein gutes Rezept für jedes Gedicht, andererseits gibt es ja auch gelungene Gedankenlyrik und rhetorische Gedichte. Die sind aber in einfachen, liedähnlichen Rhythmen besser aufgehoben. Da summe ich das Metrum im Kopf mit und bin frei, mich auf die Gedankenarbeit zu konzentrieren. Wenn du mir als Leserin viel zu denken und interpretieren geben willst, nimm lieber ein Reimgedicht oder Prosa. Wenn ich Hexameter lese, möchte ich nicht denken müssen, sondern mich entspannt zurücklehnen und die abwechslungsreiche Versbewegung genießen. 
 
Bei "später" und "es" konnte ich dir nicht folgen. "Später" heißt später im Leben, oder in der Nacht, "es" bezieht sich darauf, dass, das LI riechen und schmecken kann, dass der Tag erwacht.
 
Ja, das habe ich schon verstanden. Zeitbezüge sind nur eben nicht sehr günstig, weil gedankenorientiert. Besser fände ich es hier, einfach in der Gegenwart zu bleiben. Was genau riecht denn das LI? Mir fiele so schnell auch nichts ein. Der Morgentau kann es wohl nicht sein? Vielleicht öffnen die Rosen ihre Blüten? Nimm es bitte nicht als Aufforderung, das jetzt ändern zu müssen. Es sollte mehr ein Wink fürs nächste Mal sein. Die Phrase, die mir überhaupt nicht gefällt, ist:
 
Fülle in leere Gläser:
 
Die Fülle als Substantiv wäre auch vermeidbar, indem ihr den Abend die Gläser (aber bitte nicht die leeren!) z.B. mit Wein füllen lasst. Und wenn es denn ein Adjektiv sein soll, könnten es bauchige Gläser sein. Die Rundung wäre von einem Blinden ja gut zu ertasten. Dies nur mal so dahergesponnen.
 
LG Claudi
 
 
Hallo Claudi,
 
Ich respektiere deine Ansichten oder Einschätzungen, teile sie aber eben nicht alle. Das liegt halt auch daran, dass ich den Hexameter hauptsächlich als metrische Form betrachte, nicht mehr, nicht weniger.
 
Ich teile keine dieser generellen Aussagen darüber, was man  im Hexameter besser tut oder nicht tut, egal ob es um Metaphern, oder Gedanken, den Zeitbezug, oder um den heiligen Schrein der Abwechslung geht. Für mich hängt alles am Einzelfall und am Zusammenspiel von semantischer und sonstiger Gestalt. 
Wenn ich mit "den besten Stunden des Lebens" so ganz zufrieden wäre, sähe ich persönlich keinen Änderungsbedarf an dieser Ecke, die dir als Ganzes ja nicht gefällt.
Wenn diese Stelle ausgetauscht werden, ändert sich allerdings sowieso fast alles außer dem Metapherngebrauch. "Bauchige" Gläser ist für mich keine Alternative. Das "leer" ist mir sinntragend.
 
Gruß Lé. 
 
Hallo zusammen ,
Sry für die Verspätete Antwort.
@Nesselröschen liebe Nessie, danke für deine tollen  Assoziationen.
Meine Lieblingsstrophe - vor allem wegen der letzten Zeile: Schon das junge Mädchen erkennt, wie vergänglich alles ist. Jetzt scheint es gebunden zu sein bzw. es sind schon Jahre vergangen
Das stimmt so kann man es sich sehr gut vorstellen.
 
Der "seidige Flaum" auf den jungen Köpfen der Küken lässt erkennen, dass man auf die Zukunft gespannt ist - auf alle Fälle kommt noch was, es wächst noch etwas ...
Das hast du sehr gut erkannt 
Wie le schreibt könnte es sich auch sehr gut auf die eigenen Küken beziehen... Neues Leben oder ein neuer Abschnitt ist entstanden und man geht aus der Dunkelheit dem Licht/ der Hoffnung/ dem individuellen Glück entgegen.
 
 
Hallo liebe @Claudi
 
schöne Hexameter habt ihr da gezaubert! Ihr habt euch ein sinnliches Thema ausgesucht. Eine kluge Wahl, denn dafür ist der Hexa bestens geeignet! Ein Mensch, der erblindet ist, schildert seine sinnlichen Wahrnehmungen über das Gehör, den Geruchs-, Geschmackssinn und das Tastempfinden und verbindet seine Eindrücke mit Gefühlen und Erinnerungen. Interessant, dass der beschriebene Tagesablauf mit dem Abend beginnt und mit dem Morgen aufhört, sich also vorwiegend über die dunkle Tageszeit erstreckt.
Vielen lieben Dank für deinen ersten Eindruck. Ich hab zwischendurch mitgelesen und gesehen das es ein paar Unstimmigkeiten gab. 
Bin aber froh das es scheinbar geklärt ist. 
Unsere Überlegung war zunächst durchaus auch ein freies Werk zu schreiben, aber da uns unsere Anfangszeit gut gefielen haben wir uns dann doch dafür entschieden es wie einen fließenden Hexameter zu schreiben. Uns war es wichtig das ein komplettes Bild entsteht, das aber bewusst auf das sehen verzichtet. Die letzte hexastrophe ist kürzer als die anderen und war sogar als Hinweis aus die unvollkommenheit gemünzt.
So ähnlich geht es mir auch mit der Abschlusszeile. Ich hätte es einfach als " zu sehr der Form verhaftet" empfunden, hier mehr zu sagen
Das passt ganz gut.
Bei Gelegenheit muss mir bitte einer von euch nochmal leichte und schwere Senkungssilben näher bringen... bin mir nicht ganz sicher ob ich weiss was gemeint ist. Notfalls komm ich in den ferien auch wieder in den übungsfaden vorbei geschneit.
Über "die besten Stunden" bin ich auch nicht so ganz glücklich. Ich habe jetzt eine neue Idee; die will ich mal mit Enya besprechen. Darüber,  "Zärtlich", "glücklich" und "liebten" griffiger zu machen, kann man nachdenken. 
Hierüber werden le und ich uns nochmal absprechen... Ich schaffe es heute Abend leider nur noch hier zu antworten... 
 
Der Morgentau kann es wohl nicht sein? Vielleicht öffnen die Rosen ihre Blüten? 
 
Dazu sage ich nur kennst du wenn es nachts geregnet hat und wenn es wärmer wird der Wasserdampf aus der feuchten Erde hoch steht und es alles frisch und erdig riecht und sich dazu der leichte Duft der Blumenwiese gesellt?
So stelle ich es mir zumindestens vor.
 
Hallo lieber @ferdi
Schön das du auch hier vorbei schaust und danke für deine Anschauliche Kritik...
ferdi schrieb:
So soll das nicht aussehen, das passte ja auch von der Stilebene gar nicht; aber wenn man den Vers von der Lautfolge vergleicht, und wie er zum Versende hin mehr Gewicht hat, voller tönt; das ist schon etwas, das dem Vers auf eine längere Strecke hilft.


 
Das stimmt dem kann ich gut folgen.
Ehrlich gesagt bin ich noch gar nicht bei der lautfolge und den Gewichtungen. Ich probiere beim Hexa immer noch die böse Affenschaukel zu vermeiden und Abwechselungreicher zu schreiben da seid ihr mir alle schon ne ganze Ecke voraus.
LG Enya
 
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