Nach sehr langer Arbeitsphase endlich ein Werk in einer Sprache, die mehr zu meinem Namen passt: „ib secheni“ – ein Gedicht in mittelägyptischer Sprache. Wie immer mit mehreren Versionen. Es folgen eine Variante mit der ungefähren Aussprache, eine wörtliche Übersetzung, deren lyrische Übertragung, die Visualisierung des Gedichtes in Hieroglyphen sowie (der Vollständigkeit halber) deren wissenschaftliche Transkription.
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ib secheni
iú achin en re ibi
ro ris hem mar su im sarefef
em ta at anef her bibi
chenu menadschi hem su sedefef
ma dschaden enif re sa'a
jir abik hetep hem anch aúi
hihik merut gimik ma'as
ahan dschaden ibi cher nen schaúi
cher ni rechenef aset en merut
iú jadetwe ib en samut
iú nudschenef iterwu hem tschaú
ahan nudschenef ja hem sebaú
cher hem ni rechensin anch merut tschani
ahan dschaden ibi schani
iú heneki eni netscheru
sechar hem sadschemitschen seperu
mechet habensin eni tschin
satscheneti cher nebu neferet
hem rechen ibi kanet wat gabit
her meruti tschin mini en matschin
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Das suchende Herz
Es flog mein Herz zur Sonne,
damit es wach wird durch ihre Wärme.
Nun kehrt es (aber) zurück – mit einem Jauchzen –
in meine Brust und kettet sich an.
Denn die weise Sonne sagte zu ihm:
„Wenn du Glück und ein frohes Leben wünscht,
suche die Liebe, finde ihren Anblick!“
Darauf sagte mein Herz: „Sodann ist dies mein Schicksal!“
Aber es wusste nicht, wo die Liebe sich aufhielt.
Gequält war das Herz von Trauer.
Es fragte die Flüsse und den Wind,
dann fragte es Mond und Sterne.
Jedoch wussten auch sie nicht, wo die Liebe lebt.
So sagte mein leidendes Herz:
„Götter schenkt mir (doch)
Rat und hört das Flehen!“
Daraufhin schickten sie dich zu mir,
meine schöne Goldbekränzte.
Und mein Herz wusste, dass der beschwerliche Pfad beendet ist,
weil du meine Liebe bist, das Ziel jenes Weges.
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Das suchende Herz
Zur Sonne flog mein armes Herz,
damit es wacht im Strahlentreiben.
Doch wieder kehrte es mit Schmerz
in meine Brust, um dort zu bleiben.
Denn zu ihm sprach der weise Stern:
„Ersehnst du Glück in diesem Leben,
such nach der Liebe nah und fern,
denn sie nur kann dir solches geben!“
Hernach sollt es sein Schicksal sein,
zu finden, was so schön und rein.
Drum fragte es das Quell der Flüsse,
die Winde und die Mondesküsse.
Doch keiner wusste, wo sie weilt,
wohin die Liebe einst geeilt.
Da flehte es zu Götterchören,
sie mögen seinen Wunsch erhören.
Und diese schickten dich zu mir,
mit Gold beschmückt, um es zu retten,
das Herz zu lösen aus den Ketten,
damit ich endlich Liebe spür.
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jb sḫn.j
jw ˁẖj.n n rˁ jb=j
r rjs ḥm mˁr sw m srf=f
m tꜢ Ꜣ.t ˁn=f ḥr bjbj
ẖnw mnḏ=j ḥm sw sdf=f
m ḏd.n n=f rˁ sꜢꜢ
jr Ꜣbj=k ḥtp ḥm ˁnḫ Ꜣwj
ḥjḥj=k mrw.t gmj=k mꜢꜢ=s
ˁḥˁ.n ḏd.n jb=j ḫr nn šꜢw=j
ḫr n rḫ.n=f s.t n mrw.t
jw jꜢd-tw jb n sꜢm.t
jw nḏ.n=f jtrw.w ḥm ṯꜢw
ˁḥˁ.n nḏ.n=f jˁḥ ḥm sbꜢ.w
ḫr ḥm n rḫ.n=sn ˁnḫ mrw.t ṯnj
ˁḥˁ.n ḏd.n jb=j šnj
jw ḥnk.j n=j nṯr.w
sḫr ḥm sḏm.j=ṯn spr.w
mḫt ḥꜢb.n=sn n=j ṯn
sṯn.t=j ẖr nbw nfr.t
ḥm rḫ.n jb=j ḳn.t wꜢ.t gbj.t
ḥr mrw.t=j ṯn mnj n mṯn
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ib secheni
iú achin en re ibi
ro ris hem mar su im sarefef
em ta at anef her bibi
chenu menadschi hem su sedefef
ma dschaden enif re sa'a
jir abik hetep hem anch aúi
hihik merut gimik ma'as
ahan dschaden ibi cher nen schaúi
cher ni rechenef aset en merut
iú jadetwe ib en samut
iú nudschenef iterwu hem tschaú
ahan nudschenef ja hem sebaú
cher hem ni rechensin anch merut tschani
ahan dschaden ibi schani
iú heneki eni netscheru
sechar hem sadschemitschen seperu
mechet habensin eni tschin
satscheneti cher nebu neferet
hem rechen ibi kanet wat gabit
her meruti tschin mini en matschin
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Das suchende Herz
Es flog mein Herz zur Sonne,
damit es wach wird durch ihre Wärme.
Nun kehrt es (aber) zurück – mit einem Jauchzen –
in meine Brust und kettet sich an.
Denn die weise Sonne sagte zu ihm:
„Wenn du Glück und ein frohes Leben wünscht,
suche die Liebe, finde ihren Anblick!“
Darauf sagte mein Herz: „Sodann ist dies mein Schicksal!“
Aber es wusste nicht, wo die Liebe sich aufhielt.
Gequält war das Herz von Trauer.
Es fragte die Flüsse und den Wind,
dann fragte es Mond und Sterne.
Jedoch wussten auch sie nicht, wo die Liebe lebt.
So sagte mein leidendes Herz:
„Götter schenkt mir (doch)
Rat und hört das Flehen!“
Daraufhin schickten sie dich zu mir,
meine schöne Goldbekränzte.
Und mein Herz wusste, dass der beschwerliche Pfad beendet ist,
weil du meine Liebe bist, das Ziel jenes Weges.
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Das suchende Herz
Zur Sonne flog mein armes Herz,
damit es wacht im Strahlentreiben.
Doch wieder kehrte es mit Schmerz
in meine Brust, um dort zu bleiben.
Denn zu ihm sprach der weise Stern:
„Ersehnst du Glück in diesem Leben,
such nach der Liebe nah und fern,
denn sie nur kann dir solches geben!“
Hernach sollt es sein Schicksal sein,
zu finden, was so schön und rein.
Drum fragte es das Quell der Flüsse,
die Winde und die Mondesküsse.
Doch keiner wusste, wo sie weilt,
wohin die Liebe einst geeilt.
Da flehte es zu Götterchören,
sie mögen seinen Wunsch erhören.
Und diese schickten dich zu mir,
mit Gold beschmückt, um es zu retten,
das Herz zu lösen aus den Ketten,
damit ich endlich Liebe spür.
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jb sḫn.j
jw ˁẖj.n n rˁ jb=j
r rjs ḥm mˁr sw m srf=f
m tꜢ Ꜣ.t ˁn=f ḥr bjbj
ẖnw mnḏ=j ḥm sw sdf=f
m ḏd.n n=f rˁ sꜢꜢ
jr Ꜣbj=k ḥtp ḥm ˁnḫ Ꜣwj
ḥjḥj=k mrw.t gmj=k mꜢꜢ=s
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ḫr n rḫ.n=f s.t n mrw.t
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ˁḥˁ.n nḏ.n=f jˁḥ ḥm sbꜢ.w
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sḫr ḥm sḏm.j=ṯn spr.w
mḫt ḥꜢb.n=sn n=j ṯn
sṯn.t=j ẖr nbw nfr.t
ḥm rḫ.n jb=j ḳn.t wꜢ.t gbj.t
ḥr mrw.t=j ṯn mnj n mṯn