Jump to content

29.5.2012

Schmuddelkind

94 Aufrufe

Liebe Babsi,

 

wie mir die Enge hier unerträglich wurde und mich die eigene Trägheit angeekelt hat, habe ich mich mit dem Mond nach draußen gewagt. In den Sternen fand ich gute Gesellschaft, als ich mich in die Weite der Mainwiesen fallen ließ. Mit einem Moment packte mich das Staunen: da strahlen die Sterne so hell und ich kann keinen näheren Sinn darin erkennen, als den, dass sie millionen Jahre später von mir betrachtet werden können. Dabei wissen sie gar nicht darum.

 

Vielleicht ist die Natur der Dinge gar nicht so verschwiegen. Vielleicht braucht man nur mehr Zeit und Aufmerksamkeit, um ihren Geheimnissen einen Sinn zu entlocken. Es mag sein, dass sich im Leben nichts anderes zuträgt, als dass einem die Zeit davon läuft und man froh sein kann, ein paar dieser Geheimnisse zu entdecken und sich somit selbst nahe zu kommen. Durchaus erscheint das Leben dem einen als bedeutungsvoll, fordernd und erfüllend, dem anderen als sinnlos und leer. Das gibt mir zu denken: Ist das Leben nicht einfach das, was wir entdecken, während wir es tun und kann das nicht als Zweck des Seins genügen? Ist es etwa mehr als ein Selbstzweck, den wir erwarten?

 

Ach, ich weiß nicht. Es ist vielleicht alles alberne Philosophie, die ich vor mir her trage, aber sie hat mir heute durch die Nacht geholfen. Weißt du, in der Nacht vermisse ich ihre Stimme am meisten.
 



2 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Ach, Schmuddelkind....

 

Das ist einfach so wunderschön.....

...mit dem Mond habe ich mich nach draußen gewagt.... In den Sternen fand ich Gesellschaft....

Wer schreibt so schön.......

Du bist wirklich Herr der schönsten Worte

 

Wieder nur Komplimente von mir, höre nie auf zu schreiben!🌹

 

Liebe Grüße

 

Lena

 

 

 

 

 

 

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Oh, vielen Dank für das überwältigende Lob, Lena!:classic_smile:

 

Besonders freue ich mich, dass dir die fast persönlichen Begegnungen des Protagonisten mit der Natur so zugesagt haben. Die lagen mir nämlich auch am Herzen.:grin:

 

Am 29.5.2020 um 22:31 schrieb Sonnenuntergang:

Wieder nur Komplimente von mir, höre nie auf zu schreiben!

Habe ich zumindest nicht vor. Bin eigentlich viel zu verrückt, um das Schreiben einzustellen. Irgendwie brauche ich das.

 

LG

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Gast
Kommentar schreiben...

×   Du hast formatierten Text eingefügt.   Formatierung wiederherstellen

  Only 75 emoji are allowed.

×   Dein Link wurde automatisch eingebettet.   Einbetten rückgängig machen und als Link darstellen

×   Dein vorheriger Inhalt wurde wiederhergestellt.   Clear editor

×   Du kannst Bilder nicht direkt einfügen. Lade Bilder hoch oder lade sie von einer URL.

Kurzgeschichten & Gedichte


Veröffentliche kostenfrei Gedichte, Lyrik und Geschichten.

Wir sind stolz auf jeden einzelnen davon, denn jeder Mensch ist ein Teil unserer Gemeinschaft.
Die Lese und Autoren Gemeinschaft, das ist der Gedanke der bewegt, zählt und das Leben auf Poeten.de erst lesenswert macht.

Netzwerke und Freunde

×
×
  • Neu erstellen...

Wichtige Information

Wir haben Cookies auf Ihrem Gerät platziert, um die Bedinung dieser Website zu verbessern. Sie können Ihre Cookie-Einstellungen anpassen, andernfalls gehen wir davon aus, dass Sie damit einverstanden sind.