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Kurt Knecht

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Beiträge erstellt von Kurt Knecht

  1. Hallo Lichtsammlerin,

    habe schön in mich reingeschmunzelt. Bei mir müssen auch alle ausbaden, was ich so verzapfe. Das Gedicht gefällt mir gut. Die Möglichkeit über das www zu kommunizieren ist ja auch nicht so schlecht, wenn es auch Probleme macht, die wir ohne es nicht hätten.

    Grüß Euch Poeten Kurt

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  2. Grau schmutzig am Morgen,

    die Farben am Feld;

    grün schmierig an der Kasse,

    das dreckige Geld.

     

    Am Mittag das Essen,

    was es ist, schmeck ich nicht;

    aus lebloser Kühlung,

    nennt sich Fertiggericht.

     

    Der Tag so nichtssagend,

    er mir nicht vergeht;

    als ob irgend jemand,

    auf der Leitung mir steht.

     

    So steh ich am Abend,

    nunmehr wieder am Feld;

    nichts mehr wahrnehmend,

    bin entrückt dieser Welt.

     

    Mein Körper auflösend,

    fließt nun in den Schein;

    der noch warmen und schon,

    verblassenden Sonne mit ein.

     

    Fühl erstmalig am Tage,

    mich sauber und rein;

    will nunmehr im Leben,

    hoch auflösend nur sein.

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  3. So macht man es subtiler jetzt,

    kein Schwein wird durch das Dorf gehetzt;

    man läßt nur den Verstanf noch walten,

    das Schreien wird zurück gehalten.

     

    So gibt es keine offene Meinung mehr,

    ganz andere Mittel halten her;

    man bindet dazu weise und  fein,

    mediale Möglichkeiten ein.

     

    Kritiken zu leis wahrgenommen,

    sind auf die Art nie rausgekommenes;

    entwickeln so kein eigenes Leben,

    lassen die Erde nicht erbeben.

     

    Sollt ich einmal daneben sein,

    so bitte ich Euch, spart nicht am Schrein;

    sagt es mir lautstark ins Gesicht,

    was gerade geht und was gar nicht.

     

     

    Sorry, aber Verstanf soll Verstand heißen.

    Grüß Euch Poeten

    Kurt Knecht

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  4. Den ersten Tag der Woche nutzen,

    nach waschen und sich Zähne putzen;

    nicht erst erstellt den großen Plan,

    Ärmel hoch krempeln, fang ich an.

     

    Ich werde hier jetzt Form reinkriegen,

    das Chaos gänzlich noch besiegen;

    was sich so angesammelt hat,

    wird promt erledigt, Blatt für Blatt.

     

    Doch erst einmal einen Kaffee kochen,

    denn was da liegt, seit vielen Wochen;

    bestimmt ein Weilchen warten kann,

    dann geb ich Gas, dann fang ich an.

     

    Den Kaffee habe ich schnell gebrüht,

    der Duft beruhigt mein Gemüt;

    doch reizt er auch den Magen,

    der will mir, scheins was sagen.

     

    Der kommt mir jetzt, mit Hunger an,

    was ich durchaus verstehen kann;

    hab gestern, ich doch ganz vergessen,

    am Abend noch etwas zu essen.

     

    So räum ich mir den Schreibtisch frei,

    koch zwischendurch mir noch ein Ei;

    jetzt noch ne Stulle schnell geschmiert,

    weil mich mein Magen doch regiert.

     

    Jetzt bin ich satt und denke mir,

    noch schnell ein bisschen vor die Tür;

    tief durchgeatmet, das ich so dann,

    total gestärkt, anfangen kann.

     

    Hab vor der Tür nen Freund gesehen,

    der blieb dann auch tatsächlich stehen;

    hat mit mir dies und das besprochen,

    wurde von mir dann unterbrochen.

     

    Mein Telefon vibrierte laut,

    ich hab nur kurz mal rauf geschaut;

    mein Hausarzt simst mich dringend an,

    fragt, wann er mich mal sehen kann.

     

    Ich bin dann schnell zu Ihm gefahren,

    denn er betreut mich schon seit Jahren;

    ich deshalb weiter nichts verrat,

    was wir besprachen, war privat.

     

    Und auf der Heimfahrt dachte ich dann,

    fang ich womöglich heut noch an;

    hab jedoch weiter nichts geschrieben,

    bin einfach in der Stadt geblieben.

     

    Das schöne Wetter wollte ich nutzen,

    das Auto einmal richtig putzen;

    Sitze absaugen, gründlich und rein,

    den Reifendruck neu stellen ein.

     

    Da war es auch schon Mittagszeit,

    der nächste Imbiss gar nicht weit;

    die Zeit war ganz vergessen,

    beim lecker Currywurst essen.

     

    Nachrichten wurden ausgetauscht,

    die der Betreiber hat erlauscht;

    der kann brühwarm stets berichten,

    er kennt branntneue Geschichten.

     

    So ist der Tag gar schnell vergangen,

    hab weiter nichts mehr angefangen;

    hab einfach dann, etwas gelesen,

    bin nur ganz müßig noch gewesen.

     

    Sah zwar mit Mißvergnügen,

    die Arbeit dort noch liegen;

    gab mir nen Stoß, doch dachte dann,

    bestimmt geh ich es morgen an.

     

     

     

     

     

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  5. Wenn Sonntag aus dem Bett ich kam,

    dann kriegte ich weiße Söckchen an;

    ein Nylonhemd im gleichen Ton,

    dazu die Shorts aus Dederon.

     

    Den Aufzug habe ich gehasst,

    er hat auch nicht zu mir gepasst;

    doch Mutter fand ihn wunderschön,

    besonders zum spazieren gehen.

     

    Auch andere Mieter aus dem Haus,

    die fanden, ich seh niedlich aus;

    so war ich in dem Ding gefangen,

    hab meinen Träumen nachgehangen.

     

    In der Krachledernen sehr schön,

    sah ich mich Fußball spielen gehen:

    und machen all die andern Sachen,

    die einem Kind halt Freude machen.

     

    Statt dessen, hieß es sich vorsehen,

    das galt auch beim spazieren gehen;

    auch die Sandalen waren neu

    und unbequem bei meiner treu.

     

    Doch später dann beim Torte essen,

    hab ich den Aufzug ganz vergessen;

    denn wenn man lieb sich hat benommen,

    hat man ein zweites Stück bekommen.

     

    Im Café war es wunderbar,

    weil hier ein andres Leben war;

    es waren halt hier, nett die Leute,

    daran denk ich sogar noch heute.

     

    Ja ich denk wieder an die Zeit,

    ich wäre all zu gern bereit;

    den Aufzug wieder an zu ziehen,

    könnt ich in alte Zeiten fliehen.

     

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  6. Wem der Verstand nicht so gegeben

     

    Wem der Verstand nicht so gegeben,

    doch weiter will in seinem Leben;

    bedient sich der Waffe, die man kennt,

    die jedermann Polemik nennt.

     

    Man braucht nicht das Gehirn verrenken,

    läßt andere nur für sich nachdenken;

    man redet eloquent drauf ein,

    Hauptsache schön polemisch sein.

     

    Wenn andere etwas bewegen,

    ist man naturgemäß dagegen;

    man redet eloquent drauf ein,

    Hauptsache schön polemisch sein.

     

    Sollten den anderen dies tun verdrießen,

    kann Öl man noch, aufs Feuer gießen;

    man redet eloquent drauf ein,

    Hauptsache schön polemisch sein.

     

    Hat es Erfolg, das Tun im Staat,

    hat man auch dafür ein Zitat;

    man redet eloquent drauf ein,

    Hauptsache schön polemisch sein.

     

    Und sollte was daneben gehen,

    läßt man sich gleich im TV sehen;

    man redet eloquent drauf ein,

    Hauptsache schön polemisch sein.

     

    Nun hab ich ein Gedicht gemacht,

    nicht richtig drüber nachgedacht;

    ich rede eloquent drauf ein,

    Hauptsache schön polemisch sein.

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  7. Als gestern, ich noch Roller fuhr

     

    Als gestern, ich noch Roller fuhr,

    brum machte auf des Gehwegs Spur;

    die Straße lag gleich neben her,

    hupende Autos, viel Verkehr;

    da fand ich es gar wunderbar,

    wenn ich nen echten Roller sah;

    der wahre brum Geräusche machte

    und mich stets in Verzückung brachte.

    Da dachte ich schon, was ist bloß los,

    wann werd ich endlich selber groß?

     

    Als später ich im Kino stand,

    das Eintrittsticket in der Hand;

    zum Kinderkino um halb zwei,

    die Freunde waren mit dabei;

    schauten wir die Vorschau an,

    von dem Erwachsenen Programm;

    spannende Szenen es hier brachte,

    unser Interesse ganz erwachte.

    Da dachte ich schon, was ist bloß los,

    wann werd ich endlich selber groß?

     

    Und weiter ging es, als im Park,

    ein Mädchen mir, Ihr Händchen gab;

    ich dachte, sie will spazieren gehen,

    mit mir sich, Wald und See ansehen;

    so hab ich sie herumgeführt,

    sie weiter auch nicht angerührt;

    dann kam der Fritz und es war klar,

    dass sie ganz hingerissen war.

    Da dachte ich schon, was ist bloß los,

    wann werd ich endlich selber groß?

     

    Dann hab Gedichte ich geschrieben,

    die jungfräulich bis heut geblieben;

    in einer Lade gut versteckt,

    über Jahrzehnte unentdeckt.

    Nun weiß ich nicht, ob in den Jahren,

    sie ihren Charme verloren haben;

    ob ihre Reime noch nachhallen,

    ihr schlichter Stil kann heut gefallen.

    Tief sinnend, Lausch ich in mir rein;

    und wünsche nur; mich wieder klein.

     

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  8. Die Sonne steht schon hoch im Licht

     

    Die Sonne steht schon hoch im Licht,

    zeigt mir ihr strahlendes Gesicht.

    Und wärs der Schönheit nicht genug,

    entdeck ich diesen Vogelzug.

     

    Von Kranichen, die lauthals rufen,

    die ihre Artgenossen suchen.

    Die lagern auf dem Nachbarfeld,

    von fleißger Bauernhand bestellt.

     

    Die sagen an mit viel Geschrei,

    dass das Revier hier richtig sei.

    Den Pausenplatz, den sie hier fanden,

    läd auch die Gäste ein zu landen.

     

    Und somit werdens immer mehr,

    ein einzigartig großes Heer,

    von Kranichen, die stetig rufen,

    noch weitere Gefährten suchen.

     

    Man will vereint in großen Zügen,

    nun bald schon wieder südwärts fliegen;

    wo Sonne wärmt das Federkleid,

    der Weg dahin ist jedoch weit.

     

    Den wird man nun gemeinsam fliegen

    und lauthals rufen mit Vergnügen;

    dass allerorts wird wahrgenommen,

    Glücksboten sind jetzt angekommen.

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  9. Ich kann mitnichten

     

    Ich kann mitnichten, nur Dichten,

    wenn dunkle Wolken sich lichten;

    wenn eitel Sonnenschein,

    zum Verse schmieden läd ein.

     

    Die Worte kommen dann,

    ich sie nicht halten kann;

    in Sätzen sie eilig vorrücken,

    mächtig aufs Tempo drücken.

     

    Bereit sie alle zu fangen,

    das aufs Papier sie gelangen;

    bring ich mich in Position,

    sie überschwemmen mich schon.

     

    Egal; ich lass sie jetzt fliehen,

    weil ständig neue nachziehen;

    klingen ja ähnlich, passen auch fein,

    in das Thema meiner Lyrik hinein.

     

    So ist es erstaunlich, denk ich mir vergnügt,

    ist das Gedicht fertig, der Strom auch versiegt;

    als wenn jemand anders, die Worte mir spricht,

    wann immer ich brauch sie, zu einem Gedicht.

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  10. Sonntagmorgen

     

    Sonntagmorgen;

    der stille Klang,

    warm tönender Glocken;

    zieht über das Land.

     

    Bringt Ruhe uns,

    Gelassenheit;

    befreit uns,

    von des Alltags Streit.

     

    Es winkt ein Tag,     

    ganz ohne Sorgen;

    in Andacht Stille,

    leis geborgen.

     

    Der Liebe Flügel;

    voll entspannt,

    zieht Glück und Eintracht,

    durch das Land.

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  11. Ich wünscht

     

    Ich wünscht, das Dunkel wär zu Ende,

    auf dass ich so Erlösung fände;

    vom grausig, bösen Alp der Nacht,

    den Finsternis zu mir gebracht.

     

    Von schwarzen Dienern hergetragen,

    hör ich entsetzt ihn lautlos sagen;

    komm her zu mir, bleib nicht da liegen,

    ich will deinen Verstand besiegen.

     

    Dass in der Frühe, du nicht weißt,

    wer du noch bist und wie du heißt;

    das schlussendlich, du bist nur,

    ein hilflos Fetzen der Natur.

     

    Der stammelnd, Worte suchend spricht,

    mit reinem Wahn im Angesicht;

    ja dieses Los soll dich ereilen,

    und nichts und niemand mag dich heilen.

     

    Gar fürchterlich die Stimme spricht,

    doch bleib ich liegen, folg Ihr nicht;

    bleib gut behütet im Verstecke,

    gewappnet unter meiner Decke.

     

    Da aus dem Nichts ist es geschehen,

    ich kann ein Wetterleuchten sehen;

    auf dieses Leuchten folgt sobald,

    entfesselte Naturgewalt.

     

    Der Blitz, der Donner zu mir sagen,

    wir wollen den Alp jetzt ganz verjagen;

    und unser Regen spült hinfort,

    was dich entsetzt an diesem Ort.

     

    So bin ich auch brav eingeschlafen,

    gut zugedeckt im sicheren Hafen;

    hab keine Stimme mehr vernommen,

    fest schlafend, durch die Nacht gekommen.

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