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Gedanken an dich


Lichtsammlerin

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Es gibt Tage, da denke ich nicht mehr an dich.

Kannst du dir das vorstellen? Vierundzwanzig Stunden gehen vorüber, ich lebe immer noch

und kein Gedanke färbt sich mit deinen Worten.

Ich weiß nicht, ob das gut oder schlecht ist.

Das hast du mir immer gesagt

was gut ist

und meistens was schlecht ist.

Manchmal sage ich sogar, wenn ich etwas nicht will und höre erst hinterher deine harschen Worte, dass es niemanden interessiert, was ich will.

 

Ich war ohne dich am Meer

und sah dich ertrinken. In diesen Wellen tanzte dein Gesicht und ich lief hinein um dich an das Ufer zu ziehen, ein Ufer

das es längst nicht mehr gab. Weil es kein Wir mehr gibt. Weil ich mir kein Wir mehr wünsche.

Aber ich habe meine Lippen auf deine gepresst um dir den Atem zurück zu geben

den du mir bei der Geburt einhauchtest.

Vielleicht atmen wir nun endlich wieder für uns selbst.

Das heißt, wenn diese Luft zum Überleben reicht, und ich den Atem nicht aufheben muss.

Ich habe mich neben dich gelegt

und den Sog des Meeres gespürt. Wie es danach giert sich jene zurück zu holen, die es einst ausspuckte. Ich war gestrandet

am verwüsteten Ufer deines Herzens.

 

Ja, dieses Meer war zu gierig für meine kleinen Hände. Der Klang deiner Stimme fünf Jahre entfernt und das Echo irgendwo in mir verklungen.

Damals sagte ich - Aufwiedersehen -

aber das Schweigen, als ich den Blick abwandte und

mehr als nur Türen hinter mir schloss

sagte - Lebwohl -.

 

Tage werden zu Wochen. Dann Jahre.

Ich hätte nie gedacht, dass dieser Schmerz einmal nachlassen könnte, wenn ich an dich denke.

Ist das gut oder schlecht? Dass ich lebe

auch ohne dich.

Ich weiß es nicht, Mama.

 

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© Lichtsammlerin

~ Urheberrecht der Titelbilder: Lichtsammlerin

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2 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Liebe Lichtsammlerin, 

 

du hast mich wieder sehr mitgenommen und ich kann das Geschriebene so gut spüren. 

Mama - Das ist vielleicht die größte Wunde. Und das wilde Meerwasser spült uns auch noch Salz hinein. 
So viele gemischte Gefühle, aber der Abstand stimmt, so soll es sein. Es wäre doch auch kein echtes WIR, wenn dein ICH in Verbindung mit ihr nicht da sein darf, oder? 

 

Es ist gut, dass du lebst.

 

Viele Grüße 

Geschichtenerzählerknopf

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Liebe Geschichtenerzählerknopf,

 

danke für deine Worte.

Ja, vielleicht ist es die größte Wunde. Dem Leben am nächsten, und dort im Kern verwüstet..

Aber so ist es. Und langsam legt das Leben neue Eindrücke darüber, vielleicht, irgendwann, ein WIR, in dem beide sein dürfen.

vor 14 Stunden schrieb Geschichtenerzählerknopf:

 

Es ist gut, dass du lebst.

Vielleicht. Ja. Ich weiß es noch nicht. Fürs Erste genügt die Feststellung: Ich lebe. Ob gut oder schlecht.. die Zeit wird es vielleicht zeigen.

 

Liebe Grüße Lichtsammlerin

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