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Ich bin ein Schleimer, nicht dynamisch,

alles andere als ekstatisch,

bin faul und langsam, sehr bequem,

ich kann ja nicht mal aufrecht geh´n.

 

Bin träge und meist ziemlich hässlich,

mein Anblick wirkt auf viele grässlich.

Besonders wenn ich splitternackt,

dann rennen viele, das ist Fakt.

 

Manche/r vernascht mich dennoch gern,

doch Dankbarkeit, die liegt mir fern.

Denn, werde ich zu stark umworben,

ist das ein Grund, mich sehr zu sorgen.

 

Ich trage viel mit mir herum,

hab´ so viel mit mir selbst zu tun.

Agiere kopflos, s´ist ein Graus,

zieh´ gern zurück mich, in mein Haus.

 

Das Leben ist nicht immer leicht,

erst recht, wenn man - wie ich – nur schleicht

durch eine grüne Gartenhecke,

denn bin ich doch nur eine Schnecke.

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Ich bin ein Schleimer, nicht dynamisch, alles andere als ekstatisch, bin faul und langsam, sehr bequem, ich kann ja nicht mal aufrecht geh´n.   Bin träge und meist ziemlich hä

Hallo Blue Smoke,   dein Titel hat mich sehr irritiert und passt nicht wirklich zu deinem sonst recht gut gelungenen Schneckengedicht. Besonders die erste Strophe hat es mir angetan.  

Hallo @Liara, danke für dein Feedback. Ich verstehe, dass der Titel irritierend erscheinen mag (das ist auch ein Stück weit beabsichtigt), natürlich hat er jedoch seine Gründe.   Das Ly

Hallo @Liara,

danke für dein Feedback. Ich verstehe, dass der Titel irritierend erscheinen mag (das ist auch ein Stück weit beabsichtigt), natürlich hat er jedoch seine Gründe.

 

Das Lyrische Ich teilt grundsätzlich - abgesehen von der letzten Strophe - alle genannten Eigenschaften mit besagter Schnecke. Zb trägt es vieles (also Sorgen) mit sich herum, genauso wie die Schnecke ihr Haus mit sich herum trägt oder wird vernascht (im Sinne von sexuell verführt), genauso wie die Schnecke (im kulinarischen Sinne) und daher machen sich beide Sorgen, zu sehr umworben zu werden (das LI aus Bindungsangst, die Schnecke aus Angst vor dem daraus resultierenden Tod). Das Lyrische Ich agiert koplos, da im Leben unbedacht und evtl verwirrt und die Schnecke agiert kopflos, da sie schlichtweg keinen Kopf hat. Usw.

Das Lyrische Ich äußert eine eigene Selbsteinschätzung ("bin ein Schleimer", "bin faul und langsam, sehr bequem", "trage viel mit mir herum, hab´ so viel mit mir selbst zu tun. Agiere kopflos" usw) bzw. seine Geringschätzung sich selbst gegenüber ("ich kann ja nicht mal aufrecht geh´n. Bin träge und meist ziemlich hässlich, mein Anblick wirkt auf viele grässlich." usw)

 

Man kann die Schnecke also als Metapher für das LI sehen, muss man aber nicht.

Ob der/die Leser/in das Gedicht nun aus der Sicht der Schnecke oder des Lyrischen Ichs liest bzw lesen möchte, obliegt ihm/ihr ganz selbst.

 

Liebe Grüße,

BlueSmoke

 

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Hey BlueSmoke,

triste Buntheit, bunte Triste. Ein schön gestaltetes Gedicht im Dualismuns Li und Schnecke, Niedergschlagenheit und Hoffnung, man kann es so und so lesen. Mir gefallen zudem die Reime, die Wortwahl und vorallem dIe Hoffnung am Ende durch die Farbe "...grüne (Hecke)....", wo doch sonst kaum Farbe bis kurz vor Schluss aufzufinden ist.

 

Es hängt der Kopf mit dem Gemüt, doch würde man aufblicken so könnte man sich umgeben von einer großen, grünen Hecke sehen. Man denkt so niedergeschlagen aber ist umgeben von Hoffnung.  Sprich der Schnecke nicht ihren Kopf ab, auch wenn er sich nicht klar vom Rumpf durch Abgliederung abgrenzt! 😜

 

Viele Grüße

Freiherr 😃

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