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Uschi Rischanek

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Alle erstellten Inhalte von Uschi Rischanek

  1. Wenn ein Gedicht man schreibt und dann auch freudig liest, dass es gefällt, manch Rückmeldung so dann und wann das eigne Ego sehr erhellt, so wächst der Stolz des Dichters sehr. Stellt sich heraus doch, dass anstatt die Leserzahl sich nun vermehrt man stets die gleichen Leser hat, läuft offensichtlich was verkehrt. Das Freuen fällt schon sichtlich schwer. Schreibt man jedoch aus purer Freud‘ am Wort und dem erdachten Reim, erfreut es auch die andern Leut‘. Die Leser mehren sich … wie fein: Mit jedem Werk werden es mehr. Man sei als Dichter auf der Hut: Denn nicht die Masse ist gefragt. Wer wenig schreibt und dafür gut ist „up to date“ und angesagt. Und das kommt nicht von ungefähr. © Uschi Rischanek text/rezitation music: grand projekt 'nocturne' Forenklang_nocturneGrandProjekt.mp4
  2. @Perry Lieber Perry, es gibt einige Anthologien über Liebespaare, bei denen sowohl der Mann als auch die Frau namhafte Dichter oder Dichterinnen waren. Gottfried Benn sagte einmal über Else-Lasker Schüler "Die größte Dichterin, die Deutschland je hatte. Eines ihrer Zimmer beschrieb Benn einmal als vollgestopft mit Spielzeug jeglicher Art, Puppen, Krimskrams und Tieren. Eine Rarität ist auch der Austausch von Liebesempfindungen durch Liebesgedichte. Beispiele sind eben Gottfried Benn und Else Lasker-Schüler, aber auch Celan und Ingeborg Bachmann oder Rainer Maria Rilke und Lou Andreas Salome oder Marina Swetajewa oder Clair Goll. Ich tauche gerne in deren Texte ein und danke dir fürs Miteintauchen! LG Uschi
  3. @CorneliusNun lieber Cornelius, ich denke der Kleist-Preis war vollkommen gerechtfertigt. Ich finde gerade an den 'alten Meistern' das Reizvolle in ihrer Art des Ausdrucks, vollendet mit Worten zu spielen und mit ihnen so trefflich umgehen zu können. Ich danke Dir und schicke liebe Grüße! Uschi
  4. Lieber Perry, auch hier sehr passende Hintergrundmelodie gewählt - ein schaurigschöner Text in den man sich hineindenken kann. Deine Wortmalereien faszinieren jedesmal aufs neue! Gerne hineingespürt mit Gänsehaut! LG Uschi
  5. "Es pocht eine Sehnsucht an die Welt, an der wir sterben müssen." Else Lasker-Schüler ~ Nur Dich Der Himmel trägt im Wolkengürtel Den gebogenen Mond. Unter dem Sichelbild Will ich in deiner Hand ruhn. Immer muß ich wie der Sturm will, Bin ein Meer ohne Strand. Aber seit du meine Muscheln suchst, Leuchtet mein Herz. Das liegt auf meinem Grund Verzaubert. Vielleicht ist mein Herz die Welt, Pocht – Und sucht nur noch dich – Wie soll ich dich rufen? Else Lasker-Schüler (1869 - 1945) Deutsch-jüdische Dichterin Vertreterin der avantgardistischen Moderne und des Expressionismus in der Literatur - Kleist Preis 1932 Quelle: Lasker-Schüler Gedichte 1917 Bild/Rezitation: Uschi Rischanek Music: Rion Riz ElseLasker_Nur_Dich_wavesRionRiz.mp4
  6. @PerryHerzensdank lieber Perry, keinesfalls als erhobener Zeigefinger angedacht, lediglich den Nachtgedanken geschuldet und festgehalten. Im Tränenstrom einfach mitgetrieben bei all der Allgewärtigkeit! Ich danke dir und trachte immer auf einen harmonischen Ausklang, kommt jedoch auf den jeweiligen Background an, es gelingt nicht immer gleichermaßen. Danke fürs Mitfrösteln! LG Uschi
  7. Lieber Andreas, dem Meer der Emotionen ist man, so denke ich zumindest, wohl stetig stets ausgesetzt. Wäre dem nicht so, wo bekämen wir unsere Impulse des Schreibens her? Die tiefsten Texte entstehen doch manches mal gerade dann, wenn man entweder extrem aufgewühlt ist oder aber gerade in einem Glückstaumel, aus welchen Gründen auch immer... gefällt mir am allerbesten. Emotionen gut verwortet! Gerne hineingespürt! LG Uschi
  8. @WindhauchHallo Andreas, ein herzliches Willkommen hier und ebenso auf meiner Seite 😉 Ein schöner Ansatz und eine ebenso verlockende Vorstellung sich für ein kleines Weilchen einfach ein bisschen wegzuzoomen, gerade heute wo es hier im Waldviertel bei mir recht frisch zu werden scheint, bei klarem Mondlicht und vermutlich Frost in der Nacht... Danke für dein Reflektieren und liebe Grüße in den Abend! Uschi
  9. Lieber Herbert, der Mensch an sich sollt sich bescheiden! Dem „Menschen-Affen“...🐵 Man möge doch wohl unterscheiden, die Affen sind nicht zu beneiden, sie ähneln uns zwar ab und an, doch wer kann sagen wie's begann... Vielleicht war grad es umgekehrt und irgendwas lief wohl vekehrt, sieht man den Mensch so heute an, ich kann nur sagen: lieber Mann! Der Umkehrschluss wär gar nicht mal, würde ich meinen, so fatal, wenn ich an Tante Jolesch dacht, ein breites Grinsen aus mir lacht.... Ob unser Ur- ein Affe war, wie Forscher meinen lapidar, es sei nunmehr dahingestellt bei all dem Chaos auf der Welt! © Uschi R. Der Umkehrschluss wär gar nicht mal, letztendlich vielleicht so fatal! Die Affen zumeist instinktiv - nur bei den Menschen lief viel schief!!! In diesen Sinne, gerne hineingespürt lieber Herbert, danke für den Denkanstoß! LG Uschi
  10. @Herbert KaiserHallo lieber Herbert! Sind wir uns nicht alle viel zu wichtig, statt uns nur auf das Essentielle, Wesentliche zu 'reduzieren' (nicht im Sinne von Kleinmachen)? Von der ach so hohen Politik angefangen bis ganz nach unten hin, wo man meint, eigentlich fast unmöglich, dass es noch weiter abwärts gehen kann - es geht jedoch! Zu reflektieren, sich immer wieder zu fragen, zu hinterfragen, die Wichtigkeit all dessen ebenso wie die eigene Selbsteinschätzung und Wertschätzung... Dies hat mit Hochmut oder Überheblichkeit rein gar nichts zu tun, einfach ein Bewusstwerden dessen, worauf es letztendlich wirklich ankommen mag im Lebenslauf und Lauf des Lebens... Ach, man könnte darüber denke ich vermutlich endlos weiterphilosophieren. Ein feiner Kommentar von dir, für den ich dir meinen Dank ausspreche lieber Poetenfreund! Grüße in deinen Abend hinein! Uschi
  11. Lieber Perry, die Quintessenz von Allem um all das Zerbrechliche in uns aufzubewahren, wie einen ganz kostbaren Schatz den es zu behüten gilt, trotz all der Unbillen im Rundumuns! Ein ganz wunderfeiner Text mit ausgezeichneter Musikbegleitung ein schönes Ganzes! Gerne hineingespürt und ein bisschen mitgeträumt! LG Uschi
  12. Bedenk o Mensch, 🖋️ aus einem Staubkorn warst du einst geboren, wie sehr vermessen bei all dem Leid und all der Niedertracht nur allzuoft hast immer wieder du so sehr verloren. Bedenk o Mensch in deiner Selbstgefälligkeit, durch so viel Jahre, all die Kriege, im Strom der Tränen, die so bitterlich geweint. Bedenk o Mensch, in deinem blinden Hass, dass jeder irgendwann in der Letztendlichkeit ist gleich, trotz all dem Übermaß. Bedenk o Mensch, bedenk all dies, bevor im endlos Seelenmeer einstmals ein jeder von uns dann vereint und all die Tränen nie getrocknet, die wir jemals so sehr, so oft nur geweint. Bedenk o Mensch, bedenk, bevor du es vergisst, dass jeder Mensch doch nur ein Menschlein ist. © Uschi Rischanek Text/Bild/Rezitation Music: Oleg Kirilkov Bedenk o Mensch tearsOlegKyrylkovv.mp4
  13. @PerryNun lieber Perry, natürlich ist dabei auch das Bild des Mannes zu berücksichtigen, wie es wohl in dieser Zeit mitunter tatsächlich aus der Sicht der Frau gesehen wurde. Da hatten die Frauen vermutlich einfach nur 'schön' auszusehen und möglichst unkompliziert zu sein um nicht gleich als hysterisch zu gelten. Glücklicherweise hat sich dieses Rollenbild mittlerweile gewandelt, zum größten Teil zumindest. Tucholsky zeigt mit der nötigen Portion Humor auf, welche Missverständnisse und Schwierigkeiten zwischen Männern und Frauen eintreten können... Danke fürs Reflektieren! LG Uschi
  14. Die Frau spricht 4. Lamento Der deutsche Mann Mann Mann – das ist der unverstandene Mann. Er hat ein Geschäft, und er hat eine Pflicht. Er hat einen Sitz im Oberamtsgericht. Er hat auch eine Frau – das weiß er aber nicht. Er sagt: »Mein liebes Kind … « und ist sonst ganz vergnügt – Er ist ein Mann. Und das genügt. Der deutsche Mann Mann Mann – das ist der unverstandene Mann. Die Frau versteht ja doch nichts, von dem, was ihn quält. Die Frau ist dazu da, dass sie die Kragen zählt. Die Frau ist daran schuld, wenn ihm ein Hemdknopf fehlt. Und kommt es einmal vor, dass er die Frau betrügt: Er ist ein Mann. Und das genügt. Der deutsche Mann Mann Mann – das ist der unverstandene Mann. Er gibt sich nicht viel Mühe, wenn er die Frau umgirrt. Und kriegt er nicht die eine, kommt die andere angeschwirrt. Daher der deutsche Mann denn stets befriedigt wird. Hauptsache ist, dass sie bequem und sich gehorsam fügt. Denn er ist Mann. Und das genügt. Der deutsche Mann Mann Mann – das ist der unverstandene Mann. Er flirtet nicht mit seiner Frau. Er kauft ihr doch den Hut! Sie sieht ihn von der Seite an, wenn er so schnarchend ruht. Ein kleines bißchen Zärtlichkeit – und alles wäre gut. Er ist ein Beamter der Liebe. Er läßt sich gehn. Er hat sie doch geheiratet – was soll jetzt noch geschehn? Der Mensch, der soll nicht scheiden, was Gott zusammenfügt. Er ist ein Mann. Und das genügt. Theobald Tiger Die Weltbühne, 06.01.1931 Music: ONION ALL STARS Bild/Rezitation: Uschi Rischanek Tucholsky_Die_Frau_spricht_IV_pianoONION.mp4
  15. @horstgrosse2Servus zu dir, nun da hast du zweifelsfrei recht, Männer gibts tatsächlich wie Sand am Meer... Im Gezeitenstrom macht man überdies so manch seltsame Entdeckungen, aber ein wenig Geduld der letzte und vierte Teil von Tucholskys Text, der hat es erst so richtig in sich... auch den werde ich, der Komplettheit halber, Euch nicht vorenthalten. 😉 Eigenartig, dass die Reaktionen gerade auf diese Texte durchwegs 'männlich' sind und war ich noch kurz zuvor ein kleinwenig unentschlossen was den vierten und letzten Teil betrifft, den ich bereits eingesprochen habe, so werde ich ihn nunmehr jedenfalls veröffentlichen. 😊Der Komplettheit wegen, versteht sich! Mit einem Lächeln zurück, Servus
  16. Nun denn lieber Herbert, wenngleich das Dach im alten Haus, vielleicht nicht dicht, ists doch nicht aus, das was man Leben nennt fürwahr, weil dies noch immer wunderbar! Gerade war man noch so jung, der Geist doch immer wohl in Schwung - der wachhält und sich stets bewegt und aufschreibt sogleich wenn sich regt, des Dichters Worte die entstehen, ganz leicht von selbst und unbesehen. Ein bisschen weniger wohl auch an Eile, denn Antwortzeilen brauchen Weile um zu gefallen hoffentlich, so viel dazu von mir für Dich! 🌹 Gemach, gemach mein lieber Freund... 😉 LG Uschi
  17. Hallo Uwe, sie werden vermutlich ihre Gründe haben, also die Schildkröten... 😉 Gerne hineingespürt! LG Uschi
  18. Liebe Melda-Sabine, grandios in Wort und Bild! LG Uschi
  19. Hach lieber Perry, wieder einer deiner traurigmelancholischschönen Texte, die allesamt immer zu berühren vermögen... Habe gerne mitgeträumt, der Background dazu sehr gut gewählt! LG Uschi
  20. 3. Die Nachfolgerin Ich hab meinen ersten Mann gesehn – der ging mit einer! Hütchen, Rock und Bluse (Indanthren) und zwei Kopf kleiner! Sie muß ihn wohl ins Büro begleiten … Über den Geschmack ist nicht zu streiten. Na, herzlichen Glückwunsch! Sein Gehirn ist bei der Liebeswahl ganz verkleistert; wenn er siegt, dann ist er allemal schwer begeistert. Ob Languettenhemd, ob teure Seiden – seinetwegen kann man sich in Säcke kleiden … Na, herzlichen Glückwunsch! Frau ist Frau. Wie glücklich ist der Mann, dem das gleich ist! Und für sowas zieht man sich nun an! Als ob man reich ist! Das heißt: für ihn … ? Wir ziehen unsre Augenbrauen für und gegen alle andern Frauen. Immerhin erwart ich, dass ers merken kann; ich will fühlen, dass ich reizvoll bin. Dreifach spiegeln will ich mich: im Glas, im Neid, im Mann. Und der guckt gar nicht hin. Liebe kostet manche Überwindung … Männer sind eine komische Erfindung. Theobald Tiger Die Weltbühne, 10.12.1929 Music: ONION ALL STARS Bild/Rezitation: Uschi Rischanek Tucholsky_Die_Frau_spricht_III_pianoONION.mp4
  21. Lieber Perry, die Sonnenküsse vermögen zu wärmen und doch, das Gekreische der Krähen, welches unsanft zurückholt in die unwirtliche Realität und einen Frösteln macht... Das Sehnen, wonach auch immer, wird wohl niemals aufhören... Gern hineingespürt, traurigschön! LG Uschi
  22. Hach lieber Herbert, da muss ich direkt mal nachsehen in meinem Fundus, hatte ich doch vor einigen Jahren im Park beim Burgtheater alle Rosen, nebst Bezeichnung abgelichtet ob die möglicherweise auch dabei ist, wäre interessant. Zu dem Text an sich bekommst du ein aufrechtes Chapeau von mir! Ganz toll geschrieben! LG Uschi
  23. @PerryNun Perry, er ist ähnlich wie Kästner wohl jemand, der kein Blatt vor den Mund genommen hat und die Dinge so ziemlich auf den Punkt zu bringen versteht, ich wertschätze ihn sehr und dieser vierteilige Text, den ich erst dieser Tage, allerdings von einem Mann eingesprochen, hörte, den musste ich einfach rezitieren da blieb mir nahezu keine Wahl 😉 Besonders hat mich angesprochen die was auch immer da im Genauen darunter zu verstehen sein mag! Ich danke und freue mich, wenn es anspricht. LG Uschi
  24. @PerryNun lieber Perry, es wird noch richtig gut wart mal den vierten Teil ab 😉 Ich danke fürs Horchen! LG Uschi
  25. Die Frau spricht 2. Eine Frau denkt Mein Mann schläft immer gleich ein … oder er raucht seine Zeitung und liest seine Zigarre … Ich bin so nervös … und während ich an die Decke starre, denke ich mir mein Teil. Man gibt ihnen so viel, wenigstens zu Beginn. Sie sind es nicht wert. Sie glauben immer, man müsse hochgeehrt sein, weil man sie liebt. Ob es das wohl gibt: ein Mann, der so nett bleibt, so aufmerksam wie am ersten Tag, wo er einen nahm … ? Einer, der Freund ist und Mann und Liebhaber; der uns mal neckt, mal bevatert, der immer neu ist, vor dem man Respekt hat und der einen liebt … liebt … liebt … ob es das gibt? Manchmal denke ich: ja. Dann sehe ich: nein. Man fällt immer wieder auf sie herein. Und ich frage mich bloß, wo diese Kerls ihre Nerven haben. Wahrscheinlich … na ja. Die diesbezüglichen Gaben sind wohl ungleich verteilt. So richtig verstehen sie uns nie. Weil sie faul sind, murmeln sie was von Hysterie. Ist aber keine. Und wollen wir Zärtlichkeit, dann haben die Herren meist keine Zeit. Sie spielen: Symphonie mit dem Paukenschlag. Unsere Liebe aber verzittert, das ist nicht ihr Geschmack. Hop-hop-hop – wie an der Börse. Sie sind eigentlich nie mehr als erotische Statisterie. Die Hauptrolle spielen wir. Wir singen allein Duett, leer in der Seele, bei sonst gut besuchtem Bett. Mein Mann schläft immer gleich ein, oder er dreht sich um und raucht seine Zigarre. Warum? Weil … Und während ich an die Decke starre, denke ich mir mein Teil. Theobald Tiger Die Weltbühne, 17.12.1929 Music: ONION ALL STARS Bild/Rezitation: Uschi Rischanek Tucholsky_Die_Frau_spricht_II_amomentONIONALLSTARS.mp4
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